Filmschaffende – Definition, Aufgaben und Bedeutung für den Film
Einführung: Wer sind Filmschaffende?
Filmschaffende sind Personen, die für den Film wirken – ob vor oder hinter der Kamera, ob kreativ, technisch oder organisatorisch. Der Begriff umfasst alle, die in der Filmproduktion tätig sind: von der Regie und dem Drehbuch über die Kamera und den Schnitt bis hin zur Aufnahmeleitung, zur Maske und zur Buchhaltung. Wer auch immer an der Herstellung eines Films beteiligt ist, zählt zu den Filmschaffenden.
Dieser Artikel stammt aus dem Filmlexikon, einem Wissensportal, das Filmbegriffe, Filmtechnik und Filmberufe verständlich erklärt. Wir beleuchten hier den Begriff Filmschaffende umfassend: seine Definition, die typischen Berufe, die rechtliche und soziale Lage der Menschen in der Filmbranche sowie aktuelle Beispiele aus Österreich und Deutschland – eingebettet in das Filmlexikon als umfassendes Nachschlagewerk rund um Film.
Im deutschsprachigen Raum wird der Sammelbegriff Filmschaffende seit den 1960er- und 1970er-Jahren verwendet. Heute findet er sich in Förderrichtlinien, Kollektivverträgen und kulturpolitischen Texten. Formulierungen wie „Dachverband der Filmschaffenden“ oder „soziale Lage der Filmschaffenden“ gehören zum festen Sprachgebrauch in Politik, Medien und Branchenverbänden.
Im Folgenden behandeln wir unter anderem die verschiedenen Filmberufe, die Arbeitsfelder, die Ausbildung, die Filmförderung, die Kollektivverträge, die prekäre soziale Lage, die Diversität, die künstliche Intelligenz und die Zukunftsperspektiven. Dabei nutzen wir konkrete Beispiele aus der aktuellen Filmbranche – von der Berlinale über die Diagonale bis hin zu Kollektivverträgen und offenen Briefen.

Begriffserklärung: Definition „Filmschaffende“
Filmschaffende sind Menschen, die kreativ, technisch oder organisatorisch an der Herstellung von Filmen mitwirken. Diese Definition umfasst ein breites Spektrum von Tätigkeiten und unterscheidet nicht zwischen den sichtbaren und den unsichtbaren Berufen am Set.
Der Begriff lässt sich von verwandten Bezeichnungen abgrenzen:
- Filmberufe beschreibt die konkreten Tätigkeitsprofile (z. B. Kameramann, Cutterin, Tonmeister).
- „Filmcrew“ oder „Cast & Crew“ meint die am jeweiligen Projekt beteiligte Gruppe.
- Filmschaffende ist dagegen ein übergeordneter, personenbezogener Sammelbegriff, der unabhängig vom einzelnen Projekt alle Menschen einschließt, die beruflich Filme herstellen.
Der Begriff umfasst sowohl Beschäftigte vor der Kamera – etwa Schauspieler – als auch die zahlreichen Berufe hinter der Kamera: Regie, Kamera, Ton, Schnitt, Maske, Kostümbild, Szenenbild, Buchhaltung, Aufnahmeleitung und viele mehr.
In der Praxis begegnet man dem Wort in Zusammenhängen wie „Dachverband der Filmschaffenden“, „soziale Lage der Filmschaffenden“ oder „Schutz der Filmschaffenden“. Es taucht in Gesetzesentwürfen auf, etwa im deutschen Filmförderungsgesetz (FFG), das am 1. Januar 2025 in Kraft trat, und in Kollektivverträgen für Filmberufe in Österreich.
Sprachgebrauch und typische Formulierungen rund um Filmschaffende
Warum benutzen Institutionen, Verbände und Medien so häufig den Begriff Filmschaffende? Die Antwort liegt in seiner Inklusivität. Statt einzelne Berufsgruppen aufzuzählen – Regisseure, Kameraleute, Schauspieler, Cutter, Maskenbildner –, fasst ein einziges Wort alle Beteiligten zusammen. Das ist nicht nur eine sprachliche Vereinfachung, sondern dient auch der politischen Sichtbarkeit aller Beteiligten.
Typische Kombinationen in der Praxis sind:
- „österreichische Filmschaffende“ – etwa in Stellungnahmen des Dachverbands
- „schwarze Filmschaffende“ – in Forderungen nach mehr Repräsentation
- „junge Filmschaffende“ – in Förderausschreibungen und Mentoring-Programmen
- „aufstrebende Filmschaffende“ – in Programmankündigungen von Festivals, oft mit Formaten wie Doku-Drama oder Kurzfilmreihen verbunden
Aus offenen Briefen und Petitionen stammen Sätze wie: „Zuverdienst muss möglich sein! Jetzt!“ oder „Ende des Zuverdienstes zum Arbeitslosengeld gefährdet Existenzen in der Filmbranche“ – Formulierungen, die zeigen, wie eng der Begriff mit konkreten kulturpolitischen Forderungen verknüpft ist.
Der Sammelbegriff findet sich in Kollektivverträgen ebenso wie in Programmankündigungen, Pressemitteilungen und wissenschaftlichen Studien. Die Sprache ist dabei stets darauf angelegt, niemanden auszuschließen – vom Beleuchter bis zur Produzentin, vom Praktikanten bis zum Altmeister der Regie.
Welche Filmberufe zählen zu den Filmschaffenden?
Die Filmindustrie unterteilt Filmschaffende in verschiedene Abteilungen, die bei jeder Produktion eng zusammenarbeiten. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Gewerke.

Am Set sorgt eine Filmklappe zur Synchronisation von Bild und Ton zusätzlich dafür, dass die Zusammenarbeit dieser verschiedenen Gewerke in der Postproduktion effizient ausgewertet werden kann.
Kreative Berufe
- Regie: Der Regisseur leitet die kreative Umsetzung des Films. Er übersetzt das Drehbuch in bewegte Bilder, entwickelt eine prägnante Synopsis als kompakte Inhaltszusammenfassung für Produktionspartner und koordiniert die Arbeit aller Abteilungen am Set; der Beruf des Filmregisseurs verbindet künstlerische Vision mit Führungsverantwortung.
- Drehbuch: Drehbuchautoren entwickeln die Handlung, die Dialoge und die Struktur eines Films. Ohne ein gutes Drehbuch gibt es keinen Film.
- Produktion: Produzenten, Producer und Creative Producer verantworten Finanzierung und organisatorische Planung eines Films. Sie bringen Stoffe, Geld und Menschen zusammen.
- Montage/Schnitt: Der Editor formt aus dem Rohmaterial den fertigen Film. Rhythmus, Dramaturgie und Erzähltempo entstehen durch den Filmschnitt am Schnittplatz, an dem der Cutter arbeitet; jede einzelne Entscheidung für einen Cut im Film und die gewählten Schnitttechniken im Videoschnitt, etwa Hard-Cuts, Aufblenden als Blendenöffnung aus Schwarz oder Weiß oder Überblendungen als weiche Szenenübergänge wie Cross-Cutting als Parallelmontage – eine Form der Parallelmontage zur Verknüpfung mehrerer Handlungsstränge – beeinflussen das erzählerische Tempo.
- Szenenbild: Der Szenenbildner entwirft mithilfe eines Regiebuchs die visuellen Welten eines Films – oft auf Basis der Zeichnungen eines Storyboard Artists in der Vorproduktion – von historischen Kulissen, die in enger Zusammenarbeit mit einem Kulissenbauer im Film- und Theaterbereich entstehen, und Bühnenbildern, die häufig mit der Arbeit eines Bühnenbildners im Film- und Theaterbereich und eines Art Directors für das Production Design verbunden sind, bis zu futuristischen Landschaften als sorgfältig komponierte Szenerie der Handlung.
- Kostümbild: Kostümbildner definieren durch Kleidung die Figuren und ihre Epochen und prägen insbesondere historische Kostümfilme mit opulenten Gewändern; im Hintergrund setzen spezialisierte Kostümschneider für Filmproduktionen die Entwürfe handwerklich um – von realistischen Kostümen bis hin zu aufwendigen Cosplay-Kostümen als popkultureller Rollenverwirklichung.
- Filmmusik: Filmkomponisten und Musiksupervisoren schaffen die emotionale Ebene des Films, insbesondere bei Formaten wie dem Musikfilm als eigenem Genre, und unterstützen so die Dramaturgie und Figurenentwicklung innerhalb der Akte der Filmhandlung; selbst die Abspannmusik und ihre emotionale Wirkung prägen den Gesamteindruck eines Werks nachhaltig.
Technische Berufe
- Kamera: Der Kameramann ist für die visuelle Bildgestaltung eines Films verantwortlich und arbeitet mit professionellen Filmkameras, passenden [Kamera-Sensoren und [Objektiven zur Steuerung von Brennpunkt und Tiefenschärfe](LINK 53)](LINK 47), weiterem Kamerazubehör für hochwertige Aufnahmen und geeignetem Filmmaterial beziehungsweise digitalen Formaten, die bei Bedarf durch Cropping zur Format-Anpassung nachbearbeitet werden; die Wahl des optimalen Kamera-Sensors für das jeweilige Projekt und der passende Camcorder als Videokamera mit integriertem Rekorder beeinflussen Look und Bildqualität maßgeblich. Der Director of Photography (DoP), Kameraoperatoren und Kameraassistenten arbeiten als eingespieltes Team.
- Licht: Lichtgestaltung schafft Stimmungen und lenkt den Blick des Publikums; professionelle Lichttechnik in der Filmproduktion und präzise Steuerung von Luminanz und Helligkeitskontrast sind dabei entscheidend, denn sie bestimmen die wahrgenommene Lichtstimmung im Film. Professionelles Filmlicht ist ein zentrales Gestaltungsmittel, das am Set durch sorgfältiges Einleuchten der Szenen realisiert und durch gezieltes Abblenden zur Steuerung von Lichteinfall und Tiefenschärfe verfeinert wird. Ob Führungslicht in der Drei-Punkt-Beleuchtung – eine Form des Drei-Punkt-Licht-Setups – oder dramatisches Seitenlicht für starke Konturen oder kreative Porträtbeleuchtung wie das Rembrandt-Licht für charaktervolle Gesichter – Oberbeleuchter und Lichtassistenten setzen die Vorgaben der Kameraabteilung um.
- Ton: Tonmeister, Beleuchter, Tonassistenten und Sounddesigner sorgen dafür, dass jeder Dialog, jedes Geräusch und jede Musik klar und wirkungsvoll zu hören ist – eine präzise Akustikgestaltung im Film, sauber gestaltete Tonspuren für Dialoge, Musik und Effekte, gezielt eingesetzte Slow-Motion-Sounds zur Betonung von Bewegungen und professionelle Audiotechnik in der Filmproduktion sind dafür entscheidend.
- VFX: Visual-Effects-Künstler erschaffen digitale Welten, Kreaturen und Special Effects sowie andere Effekte in der Filmproduktion in der Postproduktion und greifen dabei auf spezialisierte Filmtechnik und Film-Equipment, aktuelles Kamerazubehör und digitale Kameratechnik und Footage als Rohmaterial für Effekte zurück; zentrales Werkzeug ist hier das Compositing mehrerer Bildebenen zu einem Gesamtbild. Eng verwandt sind Motion Designer für animierte Bewegtbilder, die Titel, Grafiken und Interfaces gestalten und mit Motion Design als Gestaltung bewegter Grafiken Informations- und Designelemente in Bewegung setzen.
Weitere Setberufe
Zur Gruppe der Filmschaffenden zählen darüber hinaus Berufe wie Aufnahmeleiter und Aufnahmeleitung, Produktionsleiter, Regieassistent, Requisite, Make-up Artists und Maskenbildner, Green Film Consultants und – als relativ junge Profession – Intimacy Coordinators, die anhand von Drehplänen zur Organisation der Drehtage eng zusammenarbeiten. Auch Kameraassistenz (in Österreich organisiert etwa im Berufsverband „Kameraschwestern“) gehört dazu.
Projekte in der Filmbranche erfordern stets Kombinationen aus kreativen und organisatorischen Tätigkeiten, von der künstlerischen Konzeption und einer stimmigen Mise en Scène als räumlicher Gestaltung des Filmraums bis zur sorgfältigen Dokumentation im Filmprotokoll der Dreharbeiten. Im Filmbegriffe-Abschnitt des Filmlexikons finden sich zu vielen dieser Berufe eigene, verlinkte Einzelartikel.
Arbeitsfelder von Filmschaffenden: Kino, Fernsehen, Streaming, Werbung
Filmschaffende drehen nicht nur Kinofilme. Ihre Arbeit erstreckt sich über eine Vielzahl von Formaten und Plattformen.
Die wichtigsten Arbeitsbereiche
| Bereich | Typische Formate | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Kinofilm | Spielfilm, Arthouse, Blockbuster | Klassische Auswertung im Kino, oft gefördert |
| Fernsehfilm | TV-Movies, Tatort, Landkrimis | Auftragsproduktionen für Sender |
| Serienproduktion | Drama-Serien, Miniserien | Streaming (Netflix, Amazon) und TV mit zentraler Rolle von Executive Producern |
| Dokumentarfilm | Kino-Doku, TV-Doku, Webdoku | Oft mit geringeren Budgets und starkem Einsatz von O-Ton für authentische Stimmen und Geräusche |
| Werbefilm | Spots, Online-Clips | Hohe Tagessätze, kurze Drehzeiten, oft in enger Verzahnung mit Filmproduktion und Formaten wie Kinowerbung mit Trailern und Spots oder klassischer Fernsehwerbung mit zielgruppenspezifischen Spots, in denen ein prägnanter Abbinder als wiederkehrender Werbeclaim Marken dauerhaft verankert |
| Unternehmensfilm | Image-, Bildungs-, Schulungsfilme, Messefilme für Präsentationen auf Fachmessen | Wachsender Markt, spezifische Anforderungen an Corporate Film inklusive sauber getrennten IT-Tonspuren für internationale Sprachversionen |
| Plattformen wie Netflix, Amazon Prime, der ORF und private Sender schaffen unterschiedliche Produktions- und Finanzierungsmodelle. Während ein ORF-Fernsehfilm klassisch über Senderaufträge finanziert wird, arbeiten Streaming-Produktionen mit eigenen Vergütungsregeln und internationalen Standards. | ||
| Bei Serienproduktionen gelten teilweise gemeinsame Vergütungsregeln zwischen Plattformen und Gewerkschaften. Während der Corona-Krise kamen Kurzarbeit-Regelungen hinzu, die zeigten, wie verwundbar projektbasierte Arbeitsmodelle sind. | ||
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Ausbildung und Einstieg: Wie wird man Filmschaffender?
Der Einstieg in die Filmbranche führt über verschiedene Wege. Es gibt keine einzige „richtige“ Route, aber einige bewährte Pfade.
Filmhochschulen und Studiengänge
Zentrale Ausbildungsorte im deutschsprachigen Raum sind die Filmakademie Wien, die HFF München und die DFFB Berlin. Diese Filmhochschulen bieten Studiengänge in Regie, Kamera, Drehbuch, Schnitt, Produktion, Animation als eigene filmische Technik und weiteren Fächern an. Die Filmakademie Wien schrieb beispielsweise 2022 eine Professur für Regie aus – ein Zeichen für die Weiterentwicklung der Ausbildungslandschaft.
Berufsbegleitende Wege
Praktika und Eigeninitiative sind wichtige Schritte für den Einstieg in die Filmbranche. Viele Filmschaffende beginnen als Produktions- oder Regieassistenz, sammeln Erfahrung bei Verleihern oder in Studios und arbeiten sich über die Jahre in ihre Wunschposition vor.
Mentoring und Nachwuchsförderung
Programme wie das FC Gloria Mentoring Programm oder TANDEM bieten gezieltes Mentoring für aufstrebende Filmschaffende. Der Infotag Film im Stadtkino im Künstlerhaus (zuletzt am 21. November 2025) dient als Einstiegshilfe und Netzwerkplattform. Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten für Nachwuchsfilmschaffende – von Werkstattförderungen bis zu Kurzfilmwettbewerben.
Filmbranche in Österreich und Deutschland: Rahmen für Filmschaffende
Die nationalen Filmbranchen in Österreich und Deutschland bilden den Rahmen, in dem Filmschaffende tätig sind. Beide Länder haben eigene Förderstrukturen, Gesetze und kulturelle Eigenheiten.
Österreich
Der Filmstandort Österreich wird durch nationale Fördereinrichtungen wie das Österreichische Filminstitut (ÖFI), das Anreizmodell FISA+, den ORF und regionale Förderungen getragen. Wichtige Festivals und Branchentreffen sind die Diagonale in Graz, der Infotag Film und das filmKULTUR-Programm.
Konkrete Filmbeispiele der letzten Jahre verdeutlichen die Vielfalt: „Des Teufels Bad“ war österreichischer Oscar-Kandidat 2024, „PFAU – BIN ICH ECHT?“ wurde als Oscar-Kandidat 2026 eingereicht, und „Rose“ von Markus Schleinzer lief im Berlinale-Wettbewerb 2026 und eröffnete die Diagonale 2026.
Deutschland
In Deutschland bilden das Filmförderungsgesetz (FFG), die Filmförderungsanstalt (FFA), regionale Filmförderungen und die Berlinale als Schaufenster des deutschen und europäischen Films den institutionellen Rahmen. Das Filmförderungsgesetz tritt am 1. Januar 2025 in Kraft und bringt wesentliche Neuerungen für Filmschaffende mit sich – darunter das Referenzprinzip, stärkere Beteiligungsrechte und einen institutionalisierten Diversitätsbeirat.
Die Berlinale 2026 zeigte 12 österreichische Filme, davon zwei im Wettbewerb – ein Beleg für die enge Verflechtung der deutschsprachigen Filmlandschaften.

Filmförderung und Finanzierung: Wie werden Filme und damit Filmschaffende bezahlt?
Filmschaffende werden meist projektbezogen bezahlt. Ihre Einkünfte hängen stark von Filmförderung, Senderaufträgen und internationalen Koproduktionen ab.
Fördermodelle in Österreich
In Österreich stehen Instrumente wie ÖFI+, FISA+ und das Filmstandortgesetz zur Verfügung. Seit dem 1. Januar 2023 gelten neue Anreizmodelle. Gleichzeitig drohen angekündigte Kürzungen von bis zu 38,1 Millionen Euro bis 2027 – mit direkten Auswirkungen auf die Produktionslandschaft und die Arbeitsplätze von Filmschaffenden.
Für Werkstattprojekte gilt: Die Gesamtherstellungskosten dürfen 1,57 Millionen Euro nicht überschreiten. Bei solchen Projekten sind mindestens zwei Nachwuchskräfte aus kreativen Bereichen erforderlich – eine Regelung, die gezielt den Nachwuchs fördert.
Der ORF ist als Auftraggeber und Ko-Finanzierer zentral. Kürzungen von Kulturprogrammen treffen Filmschaffende unmittelbar, weil weniger Produktionen in Auftrag gegeben werden.
Fördermodelle in Deutschland
In Deutschland spielen die FFA, die Länderförderungen und die öffentlich-rechtlichen Sender eine tragende Rolle. Das FFG 2025 stärkt Beteiligungsrechte von Regisseuren und Drehbuchautoren an Fördermitteln und verschärft die Anforderungen an förderfähige Produktionen.
Internationale Plattformen
Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon bieten Chancen für Serienproduktionen, schaffen aber auch Abhängigkeiten. Parallel nutzen Filmschaffende Plattformen und Datenbanken wie IMDb als internationale Informationsquelle zu Filmen und Serien, um Projekte sichtbar zu machen. Die Forderung nach Investitionsverpflichtungen und Streamingabgaben wird lauter, damit die kulturelle Vielfalt und die Existenz heimischer Filmschaffender gesichert bleiben.
Faire Vergütung wird zunehmend über gemeinsame Vergütungsregeln, Mindestgagentarife und Fair-Pay-Programme reguliert. Förderinstitutionen verknüpfen ihre Zusagen immer häufiger mit Nachweisen fairer Bezahlung.
Kollektivverträge und Mindestgagen: Schutz für Filmschaffende
Der Kollektivvertrag für Filmberufe gilt ab 1. Januar 2025 und bildet die zentrale grundlage für Arbeitsbedingungen im Film in Österreich. Er regelt Mindestgagen, Arbeitszeiten, Diäten, Urlaub und Überstundenzuschläge.
Was regelt der Kollektivvertrag?
Der Kollektivvertrag gilt für alle Filmberufe in Österreich. Die Mindestgage für Filmberufe wird im Kollektivvertrag festgelegt und unterscheidet zwischen verschiedenen Formaten:
- fiktionale Filme
- Dokumentarfilme
- Wirtschafts-, Image- und Bildungsfilme
Mindestgagentarife gelten ab 1. Januar 2025 und werden nach Verwendungsgruppen und Berufspraxis differenziert. Für bestimmte Gruppen ist beispielsweise eine Berufspraxis von mindestens 8 Jahren Voraussetzung.
Zentrale Regelungen im Überblick
| Regelungsbereich | Details |
|---|---|
| Wöchentliche Normalarbeitszeit | 40 Stunden |
| Überstundenzuschlag | 50 % bis 100 %, je nach Tageszeit und Wochentag; bei eng getakteten Drehplänen zur effizienten Organisation der Drehtage sind klare Regeln besonders wichtig |
| Tagesgage | 1/4 der Wochengage |
| Urlaubsausmaß | 30 Werktage bei weniger als 25 Jahren Dienstzeit |
| Sonderzahlungen | Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration |
| Taggeld (Aussendienst) | 30 Euro |
| Nächtigungsgeld | 17 Euro |
| Überstunden werden mit einem Zuschlag von 50 % vergütet – bei Nacht- und Wochenendarbeit kann der Zuschlag auf bis zu 100 % steigen. Außendienst über 3 Stunden im Ortsgebiet wird gesondert abgegolten. |
Mindestgagen in Deutschland
In Deutschland veröffentlichen Berufsverbände wie die IG LBM eigene Vergütungsempfehlungen. So liegt die empfohlene Tagesgage für einen Oberbeleuchter in Serienproduktionen bei etwa 385 Euro, in Kino- und Streamingproduktionen bei rund 440 Euro. Wochenhonorare bewegen sich entsprechend bei circa 1.925 Euro beziehungsweise 2.200 Euro.
Soziale Lage der Filmschaffenden: Prekäre Arbeit, Zuverdienst und AMS
Die soziale Lage vieler Filmschaffender ist geprägt von Unsicherheit. Freie Dienstverträge, projektbezogene Kurzverträge, Selbstständigkeit und Mischformen bilden ein fragiles Beschäftigungssystem.
Studien zur Lebensrealität
Die Studie „Zur Arbeits- und Lebenssituation der Filmschaffenden“ (2015/2016) befragte 694 Filmschaffende in Österreich. Sie zeigte: Viele bewegen sich unterhalb oder knapp über der Armutsgefährdungslinie. Die Folgestudie „MACHT-ARBEIT-KRANK?“ ergab, dass 87 Prozent der Befragten ihre Arbeitssituation als unregelmäßig und kaum planbar beschrieben.
Frauen und Personen in atypischen Arbeitsverhältnissen sind überproportional betroffen. Angestellte im klassischen Sinne sind in der Filmbranche die Ausnahme – die Mehrheit arbeitet in hybriden Erwerbsformen.
AMS-Zuverdienstverbot seit 2026
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Österreich ein weitgehendes Verbot des geringfügigen Zuverdienstes zum Arbeitslosengeld. Die Geringfügigkeitsgrenze liegt bei 551,10 Euro brutto pro Monat. Für Filmschaffende, die regelmäßig zwischen Projekten kleine Jobs annehmen, bedeutet das: Ein kurzer Drehtag oder eine Woche als Lichtassistenz kann zum Verlust der Sozialleistungen führen.
Offene Briefe, Petitionen und Appelle – „AMS-Zuverdienstverbot aufheben!“, „Zuverdienst beim AMS muss möglich sein“ – zeugen von der Dringlichkeit. Der Dachverband der Filmschaffenden, der Kulturrat Österreich und zahlreiche andere Verbände fordern flexiblere Regelungen, die der Realität atypischer Beschäftigung in Kunst und Kultur gerecht werden.
Wiederkehrende Rückforderungswellen des AMS verschärfen die Situation zusätzlich. Filmschaffende, die in guten Treue kurzfristige Jobs angenommen haben, sehen sich mit Rückzahlungsforderungen konfrontiert.
Streamingabgabe und Investitionsverpflichtungen: Faire Beteiligung für Filmschaffende
Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ haben die Filmlandschaft grundlegend verändert. Sie sind mittlerweile zentrale Auftraggeber und Distributoren – doch die Frage, ob sie auch angemessen zur Finanzierung heimischer Filmproduktionen beitragen, ist nach wie vor offen.
Die Forderung nach einer Streamingabgabe
In Österreich fordern offene Briefe seit 2024 eine Streamingabgabe, die „Österreichs Filme von morgen“ finanzieren soll. Das Konzept einer Investment Obligation – einer Investitionspflicht für internationale Streamingdienste – zielt darauf ab, dass Plattformen einen Teil ihrer Umsätze in lokale Produktionen investieren.
Die Argumentation: Wenn Streaming-Plattformen Millionen von Abonnenten im deutschsprachigen Raum bedienen, sollen sie auch zur kulturellen Vielfalt und zur Stärkung der heimischen Filmschaffenden beitragen. In Ländern wie Frankreich und teilweise in Deutschland existieren bereits solche Modelle.
Solche Abgaben können konkrete Arbeitsplätze und Honorarvolumen für Filmschaffende sichern – von der Drehbuchautorin bis zum Beleuchter, von der Maskenbildnerin bis zum VFX-Supervisor.
Diversität, Repräsentation und Gleichstellung in der Filmbranche
Vielfältige Perspektiven vor und hinter der Kamera und ein bewusst gestalteter Filmraum als szenischer Handlungsort machen Filme besser – und sie sind eine demokratische Notwendigkeit. Doch die Realität zeigt erhebliche Defizite: Über 70 % marginalisierter Gruppen fühlen sich im Film nicht gesehen. Schwarze Filmschaffende sind in Medien kaum sichtbar.
Verbindliche Standards
Der Anhang zum Kollektivvertrag Filmberufe in Österreich enthält Regelungen zu Diversität, Repräsentation und Gleichstellung der Geschlechter. In Deutschland sieht das FFG 2025 die Einrichtung eines Diversitätsbeirats bei der Filmförderungsanstalt vor – ein Gremium, das Aspekte wie Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion und Antidiskriminierung stärken soll.
Allerdings zeigt sich in der Praxis: Der Diversitätsbeirat hat nur Empfehlungsrecht ohne Durchsetzungsfähigkeit. Das ist ein zentraler Kritikpunkt. Der Begriff „Diversität“ wird oft als Feigenblatt verwendet, wenn ihm keine verbindlichen Konsequenzen folgen.
Forderungen der Filmschaffenden
Branchenverbände fordern:
- Diversity-Bonus-Programme und Diversity-Incentives bei Förderentscheidungen
- Verbindliche Diversitätskriterien für Förderfähigkeit
- Stimmrechte für Diversitätsbeiräte statt bloßer Beratungsfunktion
- Berücksichtigung aller Diskriminierungsachsen: Hautfarbe, Religion, Behinderung, Alter, Sprache, soziale Herkunft, Identität
Die Bedeutung dieser Forderungen geht über symbolische Politik hinaus. Es geht um die Frage, welche Geschichten erzählt werden, wer sie erzählen darf und welches Publikum sich darin wiederfindet.

Arbeitsbedingungen, Machtmissbrauch und Schutzmechanismen für Filmschaffende
Am Filmset herrschen oft steile Hierarchien und hoher Zeitdruck. Wiederkehrende Probleme sind Machtgefälle, unklare Zuständigkeiten, exzessive Überstunden, sexuelle Belästigung und Diskriminierung.
Anlaufstellen und Beratung
Die österreichische Initiative #we_do! fungiert als Anlauf- und Beratungsstelle für Filmschaffende bei Diskriminierung und Machtmissbrauch. Ihre Jahresberichte (2022–2024) dokumentieren die Bandbreite der Probleme und zeigen Wege auf.
Neue Instrumente
Wichtige Entwicklungen in den letzten Jahren umfassen verbesserte technische Standards am Set und in der Synchronisation von Bild und Ton in der Postproduktion:
- Checklisten zur Intimitätskoordination für sensible Szenen – von der Planung über den Rohschnitt bis zum Feinschnitt in der Postproduktion, in dem oft noch ein Umschnitt einzelner Einstellungen nötig ist,
- Kindeswohlkonzepte für Filmsets, auf denen Minderjährige mitwirken
- Intimacy Coordination als neue Profession, die den Schutz aller Beteiligten bei intimen Szenen gewährleistet
- Workshops im Rahmen der filmKULTUR-Reihe zu Belästigung, Diskriminierung und Prävention
Die Reaktion auf die MeToo-Debatte hat in der deutschsprachigen Filmbranche zu konkreten Veränderungen geführt. Berufsverbände wie der Verband Filmmakeup und der Deutsche Verband der Filmschaffenden (DVF) haben Positionspapiere veröffentlicht und Handlungsempfehlungen formuliert.
Verantwortung für sichere Arbeitsbedingungen tragen alle: Produktionsfirmen, Förderinstitutionen, Sender und die Filmschaffenden selbst.
Gesundheit, Mental Health und Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Lange Drehtage, unregelmäßige Drehpläne, Drehs im Ausland und psychischer Druck gehören zum Alltag vieler Filmschaffender. Die Belastung ist hoch, die Erholungsphasen sind oft kurz.
Mental Health am Set
Initiativen wie „filmKULTUR – Mindful Leadership und Mental Health in der Filmbranche“ (durchgeführt am 22. November 2024) setzen das Thema auf die Agenda. Führungskräfte am Set – Regisseure, Produktionsleiter, Aufnahmeleiter – tragen eine besondere Verantwortung für ein gesundes Arbeitsklima.
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Die Studie „Film Fatal“ belegt die Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung im Kunst- und Kulturbereich. Filmschaffende mit Kindern stehen vor dem Dilemma, dass Drehzeiten selten mit Betreuungszeiten kompatibel sind.
Lösungsansätze werden diskutiert und erprobt:
- Jobsharing-Modelle für Filmberufe (Präsentation am 23. Mai 2024 in Zusammenarbeit mit dem Dachverband und Film Fatal)
- Flexible Arbeitszeiten, soweit es Drehpläne erlauben
- Doppelbesetzung von Schlüsselpositionen
- Klare Ruhezeiten, verankert im Kollektivvertrag und in Produktionsstandards
Rechtliche Rahmenbedingungen: Urheberrecht und Vergütung
Das Urheberrecht schützt die kreativen Leistungen von Filmschaffenden – theoretisch. In der Praxis gibt es erhebliche Lücken, die zu Lasten der Urheber gehen.
Urheberrecht und faire Vergütung
Filmschaffende sind Urheber oder ausübende Künstler. Ihre Rechte an Drehbüchern, Regieleistungen, Musik und Darstellungen sind gesetzlich geschützt. Doch die Verwertung dieser Rechte – im Kino, im Fernsehen, auf Streaming-Plattformen – bringt oft keine angemessene Vergütung.
Die Urheberrechtsnovelle 2021 wurde in Österreich und Deutschland kritisiert, weil sie keine ausreichenden Beteiligungsmodelle für Filmschaffende vorsieht. Die „Initiative Urheberrecht“ (Konferenzen 2023–2025) fordert mit Beteiligung der Dachverbände der Filmschaffenden:
- Faire Vertragsbedingungen statt pauschaler Buy-out-Verträge
- Antidiskriminierungsklauseln in Verträgen
- Angemessene Beteiligung an der Verwertung in allen Auswertungsfenstern (Kino, TV, VOD)
Generative KI und EU-AI-Act
Generative KI wirft neue Fragen auf: Wenn Algorithmen mit urheberrechtlich geschützten Filmen trainiert werden, wer profitiert davon? Der EU-AI-Act adressiert diese Fragen, doch die Umsetzung ist noch in Arbeit. Filmschaffende fordern Transparenzpflichten und faire Vergütung bei KI-Nutzung.
Filmschaffende und Künstliche Intelligenz
KI-Werkzeuge verändern das Filmschaffen bereits heute. In der VFX-Produktion, bei der Schnittassistenz und in Drehbuchtools kommen algorithmische Systeme zum Einsatz. Die Chancen sind real – aber auch die Risiken.
Aktuelle Debatten
Veranstaltungen mit Gerfried Stocker, Hito Steyerl und Matthias Hornschuh (2024–2026) haben die Debatte über generative KI und Film vorangetrieben. Zentrale Fragen sind:
- Wie schützt man kreative Arbeit vor der automatisierten Reproduktion?
- Welche Regeln gelten für Deepfakes und synthetische Stimmen?
- Dürfen KI-Modelle mit urheberrechtlich geschützten Filmen trainiert werden, ohne dass die Filmschaffenden vergütet werden?
Ein Input von Patrick Messe zum AI Act am 7. Mai 2024 fokussierte auf die Kreativwelt und die konkreten Auswirkungen der Regulierung auf Filmschaffende.
Branchenforderungen
Filmschaffende und ihre Verbände fordern:
- Transparenzpflichten bei KI-generierten Inhalten
- Faire Vergütung, wenn kreative Leistungen für KI-Training verwendet werden
- Schutz der Persönlichkeitsrechte von Schauspielern – keine digitalen Doubles ohne Einvernehmen
Das Filmlexikon wird perspektivisch eigene Artikel zu „Künstliche Intelligenz im Film“ und „AI-Act und Filmbranche“ anbieten.
Gewerkschaften, Verbände und Netzwerke für Filmschaffende
Kollektive Organisation ist für Filmschaffende existenziell. Tarifverhandlungen, Lobbyarbeit und individuelle Beratung laufen über Verbände und Gewerkschaften.
Österreich
- Dachverband der Filmschaffenden: Zentrale Interessenvertretung, aktiv in Sozialpolitik, Urheberrecht und Filmförderung
- Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft der WKW: Arbeitgeberseite, verhandelt Kollektivverträge
- Berufsverbände: Kameraschwestern (Kameraassistenz), Green Film Consultants, Verband Filmmakeup, Verbände für Filmdesign
Deutschland
- ver.di: Gewerkschaft für Medien und Kultur, verhandelt Vergütungsregeln
- BFFS (Berufsverband Filmschauspiel): Vertretung der Schauspieler
- Produzentenallianz: Zusammenschluss der Filmproduktionsunternehmen und Produktionsfirmen
- Netzwerke wie „Schwarze Filmschaffende“: Sichtbarkeit und Repräsentation
Mentoring- und Förderprogramme dieser Verbände – FC Gloria, TANDEM, Screenwriters Everywhere – stärken den Nachwuchs. Broschüren wie „Österreichische Filminstitutionen stellen sich vor“ dienen als Navigationshilfe für Einsteiger.
Festivals, Preise und Sichtbarkeit: Bühne für Filmschaffende
Filmfestivals und Preise sind für die Karriere von Filmschaffenden oft entscheidend. Sie bieten Sichtbarkeit, Netzwerkeffekte und die Möglichkeit, Stoffe an ein internationales Publikum zu bringen; Filmfestivals als kuratierte Plattformen für Premieren und Wettbewerbe sind zugleich Orte intensiver Branchenkontakte. Filmfestivals bieten hervorragende Möglichkeiten zum Netzwerken.
Wichtige Festivals
Die Berlinale zeigte 2026 insgesamt 12 österreichische Filme, davon zwei im Wettbewerb. Die Diagonale in Graz ist das wichtigste Festival für den österreichischen Film. Oscar-Einreichungen wie „Des Teufels Bad“ und „PFAU – BIN ICH ECHT?“ machen österreichische Filmschaffende international sichtbar. Wettbewerbe können die Sichtbarkeit von Nachwuchstalenten erheblich steigern.
Der LUX-Publikumspreis
Ein besonderes Programm ist der LUX-Publikumspreis des Europäischen Parlaments. Das LUX-Programm wählt Teilnehmer aus jedem EU-Mitgliedstaat aus. Das Programm bietet Schulungen im Europäischen Parlament in Straßburg an und umfasst Informationsveranstaltungen mit Filmorganisationen. Filmschaffende können an Schulungsprogrammen im Europäischen Parlament teilnehmen, und junge Filmschaffende können so aktiv zur Förderung des europäischen Films beitragen.
Nationale Filmpreise
Der österreichische Filmpreis und der deutsche Filmpreis sind die wichtigsten nationalen Auszeichnungen. Debatten um Fairness, Diversität und Transparenz bei Nominierungen begleiten beide Preise.
Festivals erzeugen Netzwerkeffekte: Pitchings, Koproduktionsmärkte, Panels und Diskussionsrunden bringen Filmschaffende zusammen, die sonst kaum die Gelegenheit hätten, sich auszutauschen.

Filmschaffende als kulturelle und gesellschaftliche Akteure
Filme sind Spiegel der Gesellschaft, Plattform für Debatten und Vermittler kultureller Vielfalt. Die Menschen, die sie herstellen, tragen damit eine besondere Verantwortung.
Kulturpolitisches Engagement
Filmschaffende äußern sich zunehmend kulturpolitisch – durch offene Briefe, Petitionen und Stellungnahmen. Beispiele:
- „Unser ORF – Unsere Demokratie“ – für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk
- „Keine weiteren Kürzungen bei Kunst und Kultur!“ – gegen Sparmaßnahmen
- „Kulturrat Österreich – kulturpolitisches Programm für die Zukunft“ – mit konkreten Forderungen
Engagement gegen Diskriminierung und Gewalt
Filmschaffende solidarisieren sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Krieg. Erklärungen der ARGE Kulturelle Vielfalt, „Stop War!“-Aufrufe und Solidarität mit Filmschaffenden in der Ukraine zeigen, dass die Branche ihre gesellschaftliche Rolle ernst nimmt.
Filme über Pressefreiheit, Demokratie und Menschenrechte – etwa in Diskussionsreihen wie „Wie gesichert ist unsere Freiheit?“ – befeuern öffentliche Debatten und machen die Handlung von Filmen zu einem politischen Instrument.
Besondere Initiativen und Programme für Filmschaffende
Zahlreiche Projekte zielen darauf ab, die Arbeitsbedingungen und Chancen für Filmschaffende konkret zu verbessern.
#we_do!
Diese österreichische Anlauf- und Beratungsstelle veröffentlicht Jahresberichte, bietet Online-Workshops und Präsenzveranstaltungen an. Filmschaffende, die Diskriminierung oder Machtmissbrauch erfahren, finden hier Unterstützung.
filmKULTUR
Die filmKULTUR-Reihen – mit Themen wie „Regulierung ≠ Professionalisierung“, „Sicherheit & Schutz“ und „Mindful Leadership“ – dienen als Fortbildungs- und Diskussionsplattformen. Weiterbildung ist ein zentraler Teil der beruflichen Entwicklung für Filmschaffende.
Weitere Programme
- Screenwriters Everywhere: Stärkung von Drehbuchautoren
- Film Fatal: Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- FC Gloria Mentoring Programm: Mentoring für Frauen in der Filmbranche
- Filmmakers for Ukraine: Internationale Solidarität mit Filmschaffenden in Krisengebieten
- Arts Rights Justice: Hilfsprogramme für Künstler auf der Flucht
Fallstudie 1: Soziale Absicherung und Zuverdienstverbot in Österreich
2023–2024: Erste Warnungen
Bereits 2023 warnten Verbände vor einer drohenden Verschlechterung der sozialen Absicherung. Studien zur sozialen Lage der Filmschaffenden dokumentierten die prekären Verhältnisse. Der Kulturrat Österreich forderte Reformen, die der Realität atypischer Beschäftigung gerecht werden.
2025: Der Gesetzesentwurf
Der Entwurf zum Aus für den AMS-Zuverdienst wurde kontrovers diskutiert. Die Kritik aus der Filmbranche war einhellig: Ein Zuverdienstverbot trifft jene am härtesten, die ohnehin in fragilen Beschäftigungsverhältnissen leben. Zora Bachmann vom Dachverband der Filmschaffenden formulierte es so: „Dieses Gesetz verschärft Armutslagen und betrifft besonders Menschen in Kunst und Kultur, wo atypische Arbeitsverhältnisse längst zur Norm geworden sind.“
1. Januar 2026: Inkrafttreten
Mit dem Inkrafttreten des Zuverdienstverbots zum 1. Januar 2026 wurde die befürchtete Verschlechterung Realität. Filmschaffende, die zwischen zwei Produktionen einen kurzen Drehtag als Lichtassistenz oder eine Woche als Produktionsassistenz angenommen hatten, riskierten nun den Verlust ihrer Sozialleistungen.
Konkrete Auswirkungen
- Verlust von Teilzeitjobs und Kurzprojekten
- Rückforderungen durch das AMS
- Massive Planungsunsicherheit
- Erschwerter Übergang zwischen Projekten
Einbettung in die breitere Debatte
Die Diskussion um das Zuverdienstverbot ist Teil einer umfassenderen Debatte über Fair Pay, atypische Beschäftigung und die Reform der Sozialversicherung für Kunst und Kultur. Die Forderung nach flexibleren Regelungen bleibt bestehen.
Fallstudie 2: Diversität und „Schwarze Filmschaffende“ im Filmförderungsgesetz
Das FFG und seine Novellierung
Mit dem novellierten Filmförderungsgesetz, das am 1. Januar 2025 in Deutschland in Kraft trat, sollten auch Diversitätsziele verbindlicher werden. Doch schwarze Filmschaffende und andere unterrepräsentierte Gruppen äußern anhaltende Kritik.
Kritikpunkte
Die „Stellungnahme der Schwarzen Filmschaffenden zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes“ benennt die Defizite: mangelnde Repräsentation in Personal, Programm und Publikum. Über 70 Prozent der marginalisierten Gruppen fühlen sich nicht gesehen – weder in den Geschichten, die erzählt werden, noch in den Teams, die sie erzählen.
Forderungen
- Diversity-Bonus bei Förderentscheidungen
- Verbindliche Diversitätskriterien, die Handlung, Mitwirkende, Weiterbildung und Verwertung umfassen
- Ein Diversitätsbeirat mit echtem Stimmrecht, nicht nur Empfehlungsfunktion
- Festschreibung von Diversitätszielen in Förderrichtlinien
Übertragung auf andere Gruppen
Die Debatte betrifft nicht nur schwarze Filmschaffende. Menschen mit Behinderung, queere Filmschaffende und Angehörige religiöser Minderheiten stehen vor ähnlichen Barrieren. Wenn Diversität ernst genommen wird, muss sie in allen Bereichen der Filmproduktion – von der Stoffentwicklung bis zur Verteilung der Fördergelder – wirksam werden.
Die Wahl, welche Geschichten erzählt und welche Filmschaffenden gefördert werden, ist immer auch eine politische Entscheidung.
Filmgeschichte und Filmschaffende: Wandel der Produktionsbedingungen
Die Rolle der Filmschaffenden hat sich seit den Anfängen des Kinos grundlegend verändert.
Entwicklungsphasen
- Stummfilmzeit: Kleine Teams, Pionierarbeit, oft Einzelpersonen als Regisseur, Kameramann und Produzent in einer Person; später etablierten sich parallel dazu B-Filme mit geringeren Budgets und direktem Marktstart als eigenständiger Produktionssektor
- Studioära: Große Filmstudios mit festangestellten Filmschaffenden, prachtvollen Filmpalästen als historische Kinobauten und Arbeitsteilung nach dem Fließbandprinzip sowie aufwendig produzierte Monumentalfilme mit historischen Stoffen; oft entstanden vom Produzentensystem geprägte Fassungen, die sich später in einer Filmpremiere als erste öffentliche Aufführung oder einem eigenen Director’s Cut vom Kinorelease unterscheiden konnten
- Neue Wellen der 1960er/1970er: Aufbruch in Autorenfilm und Autorenkino, kleinere Teams, politisches Filmschaffen, geprägt von zahlreichen Filmklassikern der 1960er-Jahre, die sich auch als künstlerische Gegenbewegung zum Studiosystem in Hollywood als Zentrum der Filmindustrie verstanden und parallel Bewegungen wie den Neuen Deutschen Film als gesellschaftskritische Autorenbewegung und das New Hollywood mit innovativen Erzählweisen hervorbrachten
- Digitalisierung ab den 1990ern: Demokratisierung der Technik, günstigere Kameras und Camcorder für professionelle und private Videoaufnahmen, digitale Postproduktion und der Übergang von analogen Formaten hin zu digitalen Workflows, die später auch 3D-Filmproduktionen mit stereoskopischem Tiefeneindruck und komplexe Erzählformen mit Rückblenden als Blick in die Vergangenheit der Figuren ermöglichten
- Streamingzeitalter ab 2010er: Neue Auftraggeber, globale Reichweite, veränderte Finanzierungsmodelle und eine wachsende Präsenz von Independent-Filmen mit größerer künstlerischer Freiheit und Experimentalfilmen als experimentelle Filmform jenseits klassischer Erzählweisen
Beispiele aus Österreich und Deutschland
Persönlichkeiten wie Reinhard Schwabenitzky, Christiane Hörbiger und Peter Simonischek repräsentieren unterschiedliche Epochen und Arbeitsweisen. Technische Innovationen – vom Tonfilm über die Farbe, wechselnde Bildformate vom klassischen 4:3 bis zu 16:9 und Hochkantformaten bis zu portablen Kameras und KI-gestützter Postproduktion – haben Arbeitsprozesse und Berufsbilder tiefgreifend verändert.

Politische Beteiligung und Lobbyarbeit von Filmschaffenden
Filmschaffende treten zunehmend selbst als politische Akteure auf – nicht nur als Gegenstand von Kulturpolitik, sondern als Gestalter.
Petitionen und offene Briefe
Beispiele der letzten Jahre:
- Gegen Kürzungen bei ÖFI+
- Für die Erhöhung des KSVF-Zuschusses
- Gegen das ORF-Gesetz in seiner kritisierten Form
- Forderungen zur Kulturpolitik vor der Nationalratswahl 2024
Gemeinsame Aktionen
Filmschaffende verbünden sich mit anderen Kulturschaffenden: Demonstrationen gegen die Urheberrechtsnovelle 2021, Fair-Pay-Kampagnen und Kulturproteste zeigen, dass die Branche ihre Interessen gemeinsam vertritt.
Dachverbände und der Kulturrat formulieren Verhandlungen und Forderungen, die auch mit anderen Branchen – Musik, Theater, Literatur – abgestimmt werden. Solche Initiativen können konkrete Verbesserungen bringen: So wurden etwa zusätzlich 6,5 Millionen Euro für Fair Pay in Bundesförderungen durchgesetzt, und Pilotprojekte für faire Bezahlung wurden gestartet.
Internationale Solidarität und Krisensituationen
Filmschaffende reagieren auf internationale Krisen – und sind oft selbst betroffen. Kriege, politische Verfolgung und Flucht treffen auch Filmteams.
Solidaritätsaktionen
- Filmmakers for Ukraine: Unterstützung für ukrainische Filmschaffende
- Arts Rights Justice: Hilfsfonds für Künstler auf der Flucht
- Sondermittel des BMKÖS: 300.000 Euro für ukrainische Künstler (2022)
- „Stop War!“-Aufrufe: Solidarität mit Menschen in Kriegsgebieten
Filmteams drehen Dokumentationen und Reportagen über Konflikte und Flucht und erzeugen damit öffentliche Aufmerksamkeit. Durch gezielte Einstellungsgrößen zur emotionalen Bildgestaltung werden dabei Nähe oder Distanz zu den Protagonisten geschaffen. Filme als Erinnerungs- und Aufklärungsmedien – Zeitzeugenfilme, politische Dokumentarfilme – bewahren Geschichten, die sonst verloren gingen.
Bezahlung und Fair Pay: Kampf gegen den Fair-Pay-Gap
Der Fair-Pay-Gap in Kunst und Kultur beschreibt die Kluft zwischen tatsächlichen Honoraren und angemessener Bezahlung. Filmschaffende sind aus mehreren Gründen besonders betroffen: projektbezogene Arbeit, lange unbezahlte Entwicklungsphasen und hoher Konkurrenzdruck.
Studien und Maßnahmen
Der „Fair Pay Reader 2024″ und Studien zum Fair-Pay-Gap bilden die Basis für politische Forderungen. Zusätzliche Mittel – etwa 6,5 Millionen Euro für Fair Pay – und Pilotphasen bei Bundesförderungen zeigen, dass das Thema politisch angekommen ist.
Checkliste: Woran erkenne ich faire Verträge?
- Wird die Mindestgage des Kollektivvertrags eingehalten oder überschritten?
- Sind Überstundenzuschläge klar geregelt?
- Gibt es eine Beteiligung an der Verwertung (Kino, TV, VOD) – also auch an Fassungen mit zusätzlichen Sprachversionen und bearbeiteten Tonspuren für unterschiedliche Auswertungen, etwa bei Fernsehwerbung mit verschiedenen Spotvarianten?
- Sind Nutzungsrechte zeitlich und räumlich begrenzt oder handelt es sich um einen Total-Buy-out, der auch Nachvergütungen etwa für Casting Directors als verantwortliche Besetzer von Rollen ausschließt?
- Sind Diäten, Reisekosten und Nächtigungsgeld im Vertrag festgehalten?
- Gibt es eine Vereinbarung zu Arbeitszeiten und Ruhezeiten?
Fair-Pay-Prinzipien in Förderbedingungen und Kollektivverträgen zu verankern, ist eines der drängendsten Ziele der Branche.
Filmschaffende und öffentlich-rechtlicher Rundfunk (ORF & Co.)
Öffentlich-rechtliche Sender sind zentrale Auftraggeber für Filmschaffende. In Österreich ist der ORF der wichtigste Finanzierungspartner für Fernsehfilme, Serien und Dokumentationen.
Die Debatte um den ORF
Initiativen wie „Kein Wegsparen von ORF-Kulturnachrichten“ und Stellungnahmen zum ORF-Gesetz unterstreichen die Forderung: Kultur- und Filmprogramme müssen als demokratisches Gut gestärkt werden. Wenn der ORF Kulturprogramme kürzt, fallen nicht nur Sendeplätze weg, sondern auch Aufträge für Filmproduktionsunternehmen und Filmschaffende.
In Deutschland spielen ARD und ZDF eine vergleichbare Rolle. Auch hier gibt es Debatten über Kürzungen und die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – mit direkten Auswirkungen auf die Filmproduktion.
Die Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist aus Sicht der Filmschaffenden eine Voraussetzung für eine vielfältige und finanziell tragfähige Produktionslandschaft.
Berühmte Filmschaffende als Beispiele
Konkrete Biografien machen den abstrakten Begriff „Filmschaffende“ greifbar.
Porträtskizzen
- Kurt Brazda: Ehrenmitglied des Dachverbands der Filmschaffenden, jahrzehntelanges Engagement für bessere Arbeitsbedingungen in der Filmbranche. Eine Person, die Berufs- und Verbandspolitik verbunden hat.
- Kurt Mayer: Vorsitzender des Dachverbands bis 2023, prägte den Vorsitz mit kulturpolitischem Engagement und einer klaren Haltung zu Fair Pay und Sozialversicherung.
- Christiane Hörbiger: Grande Dame des österreichischen Films und Fernsehens, Repräsentantin einer Schauspielgeneration, die Kino und TV gleichermaßen bediente.
- Peter Simonischek: International bekannt durch „Toni Erdmann“, Vertreter eines Filmschaffens, das zwischen Theater und Film keine Grenzen kannte.
Weitere Namen
In den Nachrufen der Branche finden sich Namen wie Andreas Sobotka (Filmdesigner), Anita Tumfart (Editorin und Cutterin), Oliver Testor und Reinhard Schwabenitzky – jeder für einen anderen Aspekt des Filmschaffens stehend.
Rolle von Filmschaffenden in der Vermittlung kultureller Vielfalt
Die UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung kultureller Vielfalt (2005) bildet den internationalen Rahmen. In Österreich engagieren sich Filmschaffende und ihre Verbände in der ARGE Kulturelle Vielfalt und tragen zu Schlusskommuniqués bei.
Vielfältige Stoffe, verschiedene Sprachen und unterschiedliche Perspektiven in Filmen machen kulturelle Vielfalt sichtbar. Filme aus migrantischen Communities, Produktionen schwarzer Filmschaffender und Arbeiten aus allen Bundesländern – von der Steiermark über Tirol bis Wien – zeigen die Bandbreite.
Offene Briefe zur Sicherung der Medien- und Kulturvielfalt – etwa zur Solidarität mit OKTO oder zu Forderungen an den ORF und für eine Streamingabgabe – unterstreichen, dass Filmschaffende eine aktive Rolle in der Verteidigung kultureller Vielfalt spielen. Die Förderung dieser Vielfalt ist nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein demokratisches Anliegen.
Filmschaffende im Unterricht und in der Bildung
Film als Medium gewinnt im Schulunterricht, in der politischen Bildung und in der Hochschullehre an Bedeutung. Dokumentarfilme im Geschichtsunterricht, Spielfilme im Deutschunterricht und Medienbildung als Querschnittsthema – die Einsatzfelder sind vielfältig.
Die Arbeit von Filmschaffenden kann im Bildungsbereich durch Making-ofs, Workshops an Schulen und Gesprächsrunden mit Regisseuren oder Kameraleuten sichtbar gemacht werden. Das Filmlexikon dient Lehrern und Schülern als Ressource: Begriffsdefinitionen, Hintergrundwissen und Erklärartikel zu Genres, Filmtechnik und Erzählformen stehen jederzeit zur Verfügung.
Image- und Bildungsfilme werden oft explizit mit Filmschaffenden zusammenentwickelt – ein Bereich, der wächst und in dem kreatives Storytelling in der Film- und Videoproduktion wie pädagogische Kompetenz gleichermaßen gefragt ist.
Digitale Distribution, Social Media und neue Rollen für Filmschaffende
Die Verwertung von Filmen hat sich durch Online-Plattformen, Social Media und Kurzvideo-Formate grundlegend verändert. Vom Moment der Entwicklung eines passenden Filmtitels bis zur Veröffentlichung denken Filmschaffende zunehmend in digitalen Auswertungswegen – vom klassischen Film-Noir-Genre mit seiner markanten Bildsprache über Mockumentary-Formate als parodistische Dokumentarfilme, dynamische Rennfahrerfilme als Genre rund um Geschwindigkeit und Motorsport bis hin zu experimentellen Formen wie Found-Footage-Filmen mit wiederverwendetem Material oder Amateurfilmen als kreativen Projekten ohne professionelle Strukturen, deren Wirkung stark von der Inszenierung aller filmischen Mittel und den zugrunde liegenden Narrativen, die Geschichten und Bedeutungen strukturieren, abhängt. Filmschaffende sind nicht mehr nur Hersteller von Filmen, sondern oft auch Content-Produzenten, Social-Media-Strategen und Marken.
Neue Tätigkeitsfelder
- Content-Produktion für Plattformen (YouTube, TikTok, Instagram), inklusive einfachem Color Grading zur gezielten Farbgestaltung der Bilder
- Trailer-Editing und Social-Media-Kampagnen, oft in enger Verzahnung mit Kinowerbung und Teaser-Clips und bewusst gesetztem Kontrast in der Bildgestaltung
- Making-of-Serien als eigenständige Formate, die Kamerafahrten mit Kamerafahrten durch Raum und Szene, bewusster Kameraführung zur Unterstützung der Erzählung, dynamischen Tracking Shots als mitbewegte Kamerafahrten und spektakulären Kamerakran-Aufnahmen für Überblick und Dynamik zeigen
- Behind-the-Scenes-Content als Marketing-Instrument
Chancen und Risiken
Filmschaffende können heute direkt mit ihrem Publikum kommunizieren. Alternative Finanzierungswege wie Crowdfunding und Membership-Modelle ergänzen die klassische Filmförderung. Gleichzeitig entstehen rechtliche Fragen: Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte und die Nutzung von Musik und Filmausschnitten in sozialen Medien sind komplexe Themen, die nicht immer geklärt sind.
Zukunftsperspektiven: Wie verändern sich Berufe und Profile der Filmschaffenden?
Die großen Veränderungstreiber der nächsten Jahre sind Digitalisierung, KI, Klimawandel, neue Arbeitszeitmodelle und globale Konkurrenz.
Neue Berufsbilder
Berufe, die es vor zehn Jahren kaum gab, werden zu festen Bestandteilen jeder Produktion:
- Green Film Consultant: Nachhaltigkeit am Set
- Intimacy Coordinator: Schutz bei intimen Szenen
- Sustainability Manager: Ökologische Standards in der Produktion
- KI-Supervisor: Steuerung und Qualitätskontrolle von KI-generierten Inhalten
Anpassung der Branche
Kollektivverträge, Filmförderungen und Ausbildungsinstitutionen reagieren auf diese Veränderungen – manchmal schnell, manchmal zu langsam. Weiterbildung und Anpassung der Curricula an Filmhochschulen sind zentrale Hebel.
Veranstaltungen wie das Diagonale Film Meeting 2023 („Struktur- und Kulturwandel“) und die Diskussion „Weitermachen?! Strategien für eine Branche im Umbruch“ reflektieren den Strukturwandel aus verschiedenen Perspektiven.
Ausblick
Mehr hybride Berufsbilder, stärkere Internationalisierung, größere Bedeutung serieller Formate und non-fiktionaler Inhalte – die Filmbranche wird sich weiter wandeln. Filmschaffende sind dabei nicht nur Betroffene dieses Wandels, sondern seine gestaltenden Akteure.

Praxis-Tipps für angehende Filmschaffende
Netzwerke aufbauen
Netzwerken ist entscheidend für den erfolgreichen Einstieg in die Filmbranche. Besuchen Sie Festivals, Infotage und Workshops. Treten Sie Verbänden bei. Jede Begegnung kann zu einer Zusammenarbeit führen.
Praktische Erfahrung sammeln
Praktika und Eigeninitiative sind wichtige Schritte für den Einstieg in die Filmbranche. Suchen Sie sich Praktika am Set, übernehmen Sie kleine Aufgaben bei Dreharbeiten – etwa in der Lichtabteilung mit Einblick in die Arbeit eines Beleuchters am Set – und lernen Sie von erfahrenen Filmschaffenden.
Portfolio aufbauen
Zeigen Sie Ihre Arbeit online – sei es als Kurzfilm, als Showreel oder als dokumentiertes Projekt. Ein überzeugendes Portfolio ist oft wichtiger als formale Abschlüsse.
Verträge und Gagen kennen
Studieren Sie den Kollektivvertrag. Nutzen Sie Beratungsstellen. Wissen Sie, was Ihnen zusteht – bei Gagen, Überstunden, Urlaub und Sonderzahlungen.
Rechte und Absicherung verstehen
Machen Sie sich mit Themen wie Fair Pay, Urheberrecht und sozialer Absicherung vertraut. Wer seine eigenen Rechte kennt, kann sie besser einfordern.
Fortbildung nutzen
Nehmen Sie an Fortbildungen zu Diversität, Machtmissbrauchsprävention und Mental Health teil. Programme wie #we_do!, filmKULTUR und Gewerkschaftsseminare bieten wertvolle Inhalte.
Filmlexikon als Ausgangspunkt
Das Filmlexikon bietet Ihnen Fachbegriffe, Filmtechnik, Genres und Berufsbilder – eine solide Basis, um sich in der Branche zurechtzufinden.
Zusammenfassung: Warum Filmschaffende für unsere Filme unverzichtbar sind
Jeder Film – vom Arthouse-Film bei der Diagonale bis zur Netflix-Serie, vom Dokumentarfilm im Kino bis zum Werbespot – ist das Ergebnis komplexer Teamarbeit vieler Filmschaffender. Ohne Regisseure, Kameraleute, Cutter, Maskenbildner, Produzenten, Szenenbildner und Dutzende andere Berufe gäbe es keine Filme, die berühren, aufklären und unterhalten.
Die kulturelle und demokratische Bedeutung von Filmen steht und fällt mit den Arbeitsbedingungen derer, die sie herstellen. Fair Pay, soziale Absicherung, Schutz vor Machtmissbrauch, Diversität und faire Verträge sind keine Luxusforderungen – sie sind die Voraussetzung dafür, dass auch morgen noch Filme entstehen, die ein breites Publikum erreichen und die Vielfalt unserer Gesellschaft abbilden.
Filmschaffende tragen Verantwortung – für die Geschichten, die erzählt werden, für die Menschen, die an ihrer Herstellung mitwirken, und für die Gesellschaft, die diese Geschichten braucht.
Entdecken Sie im Filmlexikon weitere Artikel zu Filmberufen, Filmtechnik, Genres und Fachbegriffen – und lernen Sie die Welt hinter der Leinwand kennen.





