Cut
Was ist ein Cut?
Was bedeutet Cut in der Filmproduktion?
Ein Cut, auch bekannt als „Schnitt“, kann bei Ton und Bildmaterial an jeder beliebigen Stelle gesetzt werden. So können Audio- oder Bild-Spuren voneinander getrennt und für den zu fertigenden Film neu strukturiert werden.
Cut Facts
Der Schnitt ist neben der Kamera- und Tonaufnahme das Herz der Filmproduktion. Erst mit ihm entsteht der fertige Film – wenn alle Aufzeichnungen zusammengefügt werden. Den Begriff darf man ruhig wörtlich verstehen. Bei analogen Filmen wurde eine Filmrolle und teilweise separat aufgenommener oder nachsynchronisierter Ton jeweils geschnitten und an einer anderen Stelle zusammengeklebt. Heutzutage spricht man noch immer vom Schnitt, auch wenn sich der Vorgang komplett auf das Digitale verlagert hat. Die gängigsten Schnitt-Programme sind Avid, Finalcut und Adobe Premiere. Sie unterscheiden sie sich kaum, außer in den Tastenkürzeln.
Erklärvideo zum Thema Cut und Schnitt:
Der Cut: Schnitttypen und ihre Wirkung
Der Cut ist der Übergang von einer Einstellung zur nächsten ohne Blende oder Überblendung. Gut gesetzt, merkt das Publikum ihn kaum. Er ist das wichtigste Mittel, um Zeit, Raum und Aufmerksamkeit zu lenken.
Wichtige Arten
- Harter Schnitt: Der direkte Wechsel zweier Einstellungen. Er ist der Standardübergang.
- Match Cut: Zwei Einstellungen werden durch Form, Bewegung oder Inhalt verbunden. Berühmt ist der Wechsel in 2001: Odyssee im Weltraum (1968, Regie Stanley Kubrick) von einem in die Luft geworfenen Knochen zu einem Raumfahrzeug.
- Jump Cut: Ein Sprung innerhalb derselben Einstellung. Er lässt Zeit überspringen und wirkt bewusst abrupt. Bekannt ist er aus Außer Atem (1960, Regie Jean-Luc Godard).
- Parallelmontage: Es wird zwischen gleichzeitigen Handlungen hin- und hergeschnitten, um Spannung zu erzeugen.
- L-Schnitt und J-Schnitt: Ton und Bild wechseln zeitversetzt, etwa hört man die nächste Szene schon, bevor das Bild wechselt. Das macht Übergänge fließend.
- Schnitt auf Bewegung: Eine Handlung wird in der Mitte der Bewegung geschnitten. Der Wechsel wird dadurch fast unsichtbar.
Wirkung und Rhythmus
Kurze Schnitte erzeugen Tempo und Unruhe, lange Einstellungen lassen Atmosphäre wirken. Der Rhythmus entsteht dabei nicht nur aus der Länge, sondern auch aus Inhalt, Ton und Musik. Schon früh erkannten Filmemacher wie Sergej Eisenstein die Kraft der Montage, in der zwei Bilder zusammen etwas Neues bedeuten.
Häufige Verwechslungen
- Cut und Schnitt: Cut meint den einzelnen Übergang, Schnitt häufig den gesamten Arbeitsprozess.
- Cut und Überblendung: Bei Blenden und Überblendungen laufen die Bilder ineinander, beim Cut nicht.
- Cut am Set: "Cut!" ruft die Regie, um die Aufnahme zu beenden. Das ist ein anderer Gebrauch des Wortes.
Praxis-Hinweise
- Beim Drehen an den Schnitt denken: Auch Anschlussbilder, Schnittbilder und genügend Vorlauf und Nachlauf aufnehmen.
- Achsensprünge vermeiden, sonst wird die Raumorientierung unklar.
- Im Zweifel einen Schnitt später setzen, wenn die Handlung noch trägt.
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