Sound Design
Was ist Sound Design?
Was bedeutet Sound Design in der Filmproduktion?
Fast jeder Film besteht nicht nur aus bewegten Bildern (Video), sondern auch aus einer Ton-Ebene (Audio). Diese ist in der Regel ebenso wichtig und entscheidend für die Qualität eines Films, wie die Videoebene. Um die Qualität des Tons eines Films zu gewährleisten, ist es sinnvoll, diesen im kompletten Workflow zu berücksichtigen und zu planen. Für eine hochwertige Produktion benötigt man somit ein Sounddesign.
Sounddesign oder zu deutsch Tongestaltung bezeichnet die bewusste bzw. geplante Gestaltung aller auditiven Eindrücke eines Filmes. Es umfasst im besten Fall fast alle Bereiche einer Filmproduktion und ist maßgeblich für ein professionelles Ergebnis.
Sound Design
Es ist sinnvoll, sich schon bei der Ideenfindung und der Konzepterstellung Gedanken über den Ton zu machen. Erfahrene Gestalter eine Produktionsteams wissen, wie der Ton unterstützend, oder sogar als Hauptaspekt eines Filmes fungieren kann. Wie verhält sich die Musik? Welche Geräusche sind in welcher Form zu hören? Was muss deutlich wahrgenommen werden und was wirkt nur atmosphärisch im Hintergrund? All diese Aspekte überlegt man sich am besten schon im Vorfeld, damit diese später am Set oder in der Postproduktion gezielt eingesetzt werden können.
In der Vorbereitung zum Videodreh gilt es dann zu planen, welche Geräusche, O-Töne oder ähnliches direkt am Set aufgenommen werden müssen und wie man dies am Besten realisiert. Dies betrifft zum Beispiel die Wahl der Mikrofone, die Art der Befestigung dieser Mikrophone (z.B. Stative, Angel, Clipmikros) oder ob Umgebungsgeräusche erwünscht sind, oder nicht.
In der Nachbearbeitung werden die am Set aufgenommenen Sounds verarbeitet und können gezielt mit Audiofiles aus Soundbibliotheken ergänzt werden. Außerdem können bestimmte Töne sogar gesondert in einem Tonstudio aufgenommen werden. Auch nachträgliche Sprachaufnahmen oder Synchronisationen sind möglich. Auch die Filmmusik spielt hier eine wichtige Rolle. Abschließend sorgen Effekte, wie Reverb (Hall), Kompressor und Equalizer, sowie das finale Mastering für den letzten Schliff.
Bausteine des Sounddesigns
Sounddesign formt, was wir hören und wie wir es verstehen. Ein Film besteht aus mehreren Tonebenen, die gemeinsam wirken:
- Dialog: Sprache hat Vorrang und muss jederzeit verständlich bleiben.
- Geräusche: Sie reichen von Schritten und Türen bis zu Fahrzeugen und Kreaturen und werden oft im Studio nachgestellt (Foley) oder aus Archiven zusammengesetzt.
- Atmosphäre: Dauerhafte Hintergrundklänge wie Wind, Verkehr oder Raumton verankern eine Szene in einem Ort.
- Musik: Sie lenkt Emotionen, ist aber ein eigener Bereich und wird vom Sounddesign eingebettet.
- Stille: Pausen und Reduktion können Spannung erzeugen.
Wirkung im Film
Ton lenkt Aufmerksamkeit, schafft Raum außerhalb des Bildes und gibt Figuren oder Welten Charakter. Außerdem unterscheiden Fachleute zwischen Ton, der in der Geschichte existiert (diegetisch, etwa Radiomusik im Auto), und Ton, den nur das Publikum hört (nicht-diegetisch, etwa der Filmscore). Spiele mit diesem Unterschied können verblüffen oder verunsichern.
Beispiele
Bei „Star Wars“ (Regie: George Lucas, 1977) prägte Sounddesigner Ben Burtt mit selbst erfundenen Klängen die Welt der Raumschiffe, Roboter und Lichtschwerter. Walter Murch wurde mit „Apocalypse Now“ (Regie: Francis Ford Coppola, 1979) zu einem der ersten, die offiziell als „Sound Designer“ geführt wurden.
Häufige Verwechslungen
- Sounddesign und Audiotechnik: Technik nimmt auf und gibt wieder, Design gestaltet.
- Sounddesign und Filmmusik: Musik komponiert Melodien, Sounddesign formt Klangwelten und Geräusche.
Praxis-Hinweise
Das Sounddesign gelingt am besten, wenn früh Gespräche mit Regie und Schnitt stattfinden. Beim Mischen lohnt es sich, den Film auf verschiedenen Wiedergabegeräten zu prüfen, vom Kinosaal bis zum Laptop.
Merkpunkt
Hörbares Detail trägt Stimmung: Schon ein leises Dauergeräusch im Hintergrund kann eine Szene bedrohlich, warm oder einsam wirken lassen, ohne dass das Publikum es bewusst bemerkt.
« zurück zum Filmlexikon


