Filmbegriffe

Color Grading

Was bedeutet Color Grading?

Color Grading Definition

Mit dem Begriff „Color Grading“ wird das Anpassen von Helligkeit, Kontrast und Sättigung bezeichnet, um einem Film ein ganz besonderes Aussehen zu verleihen, Stimmungen und Emotionen zu lenken und zu verstärken. Beispielsweise kann der gezielte Einsatz kalter Farben wie Blau oder Grün für eine kältere und ungemütlichere Stimmung sorgen, während warme Farben wie Gelb oder Orange dem Film mehr Wärme und Fröhlichkeit verleihen.

Das Color Grading wird vom Colorist durchgeführt und stellt eine der letzten Aufgaben in der Postproduktion dar. Es folgt oft direkt im Anschluss an die Farbkorrektur (Color Correction).

Color Grading.
Das Color Grading folgt in der Postproduktion meist direkt auf die Farbkorrektur.

Color Grading: Vorgehen und Abgrenzung zur Farbkorrektur

Beim Color Grading bekommt das Bild seinen endgültigen Look. Dabei entscheidet man, ob ein Film warm oder kalt wirkt, ob er kontrastreich oder weich ist und welche Farben betont oder zurückgenommen werden.

Korrektur und Grading

Zunächst stellt die Farbkorrektur ein neutrales Ausgangsbild her: Weißabgleich, Belichtung und Anschluss zwischen Einstellungen, damit eine Szene einheitlich aussieht. Erst danach folgt das kreative Grading, das Stimmung und Wirkung gestaltet. In der Praxis laufen beide Schritte oft in derselben Software und werden vom selben Colorist erledigt.

Wichtige Werkzeuge

  • Lift, Gamma, Gain: Regler für Schatten, Mitteltöne und Lichter.
  • Kurven: Sie steuern Kontrast und Farbbalance in feinen Abstufungen.
  • Masken und Tracking: Nur Teilbereiche, etwa der Himmel oder ein Gesicht, werden bearbeitet.
  • LUTs: Look-up-Tabellen übertragen vorgefertigte Farbumsetzungen auf das Bild. Sie sind Ausgangspunkt, kein Ersatz für das Grading.
  • Scopes: Messgeräte wie Waveform oder Vektorskop zeigen Helligkeit und Farbe objektiv, weil das Auge und der Monitor täuschen können.

Beispiele für Looks

In O Brother, Where Art Thou? (2000, Regie Joel und Ethan Coen) bekam der Film eine goldbraune, staubige Anmutung, wofür das Material umfangreich digital bearbeitet wurde. Matrix (1999, Regie Lana und Lilly Wachowski) nutzt für die Computerwelt einen grünlichen Stich. Die fabelhafte Welt der Amélie (2001, Regie Jean-Pierre Jeunet) setzt auf warme Rot- und Grüntöne.

Häufige Verwechslungen

  • Grading und Filter: Ein Filter legt denselben Effekt über alles, Grading reagiert auf Szene, Licht und Hautton.
  • Grading und Look der Kamera: Die Aufnahme legt das Rohmaterial fest, das Grading formt es aus.

Praxis-Hinweise

  • Hauttöne im Auge behalten, sie sind die Referenz, an der das Publikum Farben misst.
  • In flachem Logarithmus-Material gedrehte Aufnahmen erst korrigieren, dann graden.
  • Auf einem kalibrierten Monitor arbeiten und das Ergebnis auf mehreren Geräten gegenprüfen.

 

« zurück zum Filmlexikon

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"