Filmbegriffe

Akt

Was ist ein Akt im Film?

Akt Definition

Bei einem Akt handelt es sich um eine filmische Gliederungseinheit, die dem Theater entspringt. Er bildet in der filmischen Gliederung eine übergeordnete Einheit zur Sequenz, welche wiederum der Szene und der Einstellung übergeordnet ist. Ein Akt ist eine der Hauptstruktureinheiten eines Theaterstücks, Films oder einer Oper, die durch einen wesentlichen Wechsel in der Handlung, dem Ort oder der Zeit charakterisiert wird. Traditionelle Theaterstücke, wie die klassischen Dramen von Shakespeare, sind oft in fünf Akte gegliedert, wobei jeder Akt einen spezifischen Teil der Handlung vorantreibt. Diese Struktur hilft dabei, die Erzählung zu organisieren und dem Publikum eine Pause zwischen den wesentlichen Abschnitten der Geschichte zu gewähren.

In modernen Theaterproduktionen und Filmen ist die Anzahl der Akte flexibler und wird von den Bedürfnissen der Erzählung und dem Stil des Schriftstellers oder Regisseurs bestimmt. Viele Filme folgen einer Drei-Akt-Struktur mit Einleitung, Hauptteil und Schluss, die als grundlegendes Rahmenwerk für die Entwicklung der Handlung dient.

Die meisten Filmhandlungen setzen sich aus 3 Akten zusammen: Exposition, Konfrontation und Auflösung. Diese sollen im Folgenden erläutert werden.

Autor beim Verfassen des ersten Aktes eines Drehbuchs für einen Film.
Die meisten Drehbücher für Kinofilme bestehen aus 3 Akten.

Drei-Akt-Struktur

Exposition (1. Akt): In der Exposition, die etwa 25 % des Films oder Drehbuchs ausmacht, wird der Zuschauer in die Filmwelt eingeführt und die wichtigsten Handlungscharaktere (etwa der Protagonist) werden vorgestellt. Die Handlung setzt in einer weitgehend alltäglichen Situation ein, repräsentiert also das gewohnte Leben. In diese Welt des Vertrauten dringt nun etwas Unterwartetes oder eine Veränderung (auch: Plot Point), welche die Hauptfigur der Handlung letztlich zum Überschreiten der Schwelle (siehe auch: Heldenreise) veranlasst. Dadurch wir ein Übergang zum zweiten Akt ermöglicht.

Konfrontation (2. Akt): Der zweite Akt ist der mit Abstand längste Akt und macht etwa 50 % der Handlung und Spielzeit in einem Film aus. Wie der Name bereits verrät wird die Handlungsfigur hier mit zahlreichen Problemen und Schwierigkeiten (ggf. auch menschlichen Gegenspielern) konfrontiert, trifft aber gleichzeitig auch auf Verbündete und Unterstützer und lernt, sich der Gefahren zu erwehren.

Auflösung (3. Akt): Im letzten Akt, der ein weiteres Viertel der Gesamthandlung ausmacht, laufen schließlich alle Fäden und Handlungsstränge zusammen. Offene Fragen werden geklärt und aufgelöst und es folgt eine Überleitung zum Ende des Films statt.

Warum die Aktstruktur so verbreitet ist

Akte helfen dabei, eine Geschichte in überschaubare Abschnitte zu teilen. Jeder Akt hat eine Aufgabe: etwas aufbauen, zuspitzen, wenden oder lösen. Für Drehbuchautoren sind sie ein Werkzeug zum Planen, für das Publikum meist unsichtbar.

Gängige Modelle

  • Drei Akte: Einführung von Figur und Welt, Konfrontation mit Hindernissen, Entscheidung und Auflösung. Verbreitet wurde das Modell unter anderem durch den Drehbuchlehrer Syd Field.
  • Fünf Akte: Das klassische Drama, in der Literaturtheorie oft mit Gustav Freytags Pyramide beschrieben: Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt, fallende Handlung, Katastrophe oder Lösung.
  • Vier Akte oder mehr: Manche teilen den langen Mittelteil in zwei Hälften. Serien gliedern ihre Folgen oft nach Werbepausen oder Cliffhangern.

Wendepunkte

Zwischen den Akten liegen meist Wendepunkte (Plot Points): Ereignisse, die die Handlung in eine neue Richtung lenken. Der erste Wendepunkt bringt die Hauptfigur in die eigentliche Geschichte, der zweite führt sie in die Entscheidung. Solche Punkte sind das, woran man Akte im fertigen Film am ehesten erkennt.

Häufige Verwechslungen

  • Akt und Szene: Eine Szene spielt an einem Ort zu einer Zeit, ein Akt umfasst viele Szenen.
  • Akt und Sequenz: Eine Sequenz ist kleiner und bildet eine in sich geschlossene Handlungseinheit, mehrere davon ergeben einen Akt.
  • Akt im Kunstkontext: Das Wort kann auch ein Aktbild meinen. Im Filmlexikon geht es um die dramaturgische Einheit.

Praxis-Hinweise

  • Die Aktstruktur ist eine Orientierung, kein Gesetz. Viele gute Filme brechen sie bewusst.
  • Wer ein Drehbuch prüft, kann fragen: Wo ändert sich die Lage der Hauptfigur grundlegend?
  • Die Längen der Akte sind selten gleich. Der Mittelteil ist meist am längsten.
  • Auch kurze Filme und Werbefilme folgen oft einem verkürzten Bogen aus Ausgangslage, Zuspitzung und Lösung.

 

« zurück zum Filmlexikon

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"