Filmbegriffe

Dreharbeiten

Was sind Dreharbeiten?

Dreharbeiten Definition

Unter Dreharbeiten versteht man die Phase der Filmproduktion, in der die eigentlichen Filmaufnahmen von der Crew aufgezeichnet werden. Das Wort „Dreharbeiten“ stammt ursprünglich aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert. Damals wurden bei der Produktion von Stummfilmen Filmkameras benutzt, deren Antriebskurbeln gedreht werden mussten.

Beteiligt an den Dreharbeiten sind unter anderem die Schauspieler, der Regisseur, Ton- und Kameramänner, deren Assistenten und auch der Aufnahmeleiter, der eine enorm wichtige Funktion besitzt. Die strenge Organisation dieser Phase der Filmproduktion ist wichtig, da die Gagen der Schauspieler ab diesem Zeitpunkt bezahlt werden müssen.

Kameramann bei Dreharbeiten Filmlexikon
Gut ausgebildete Kameramänner sind entscheidend für den Erfolg der Dreharbeiten.

Dreharbeiten: Filmstudio oder Originalschauplatz?

Bevor die Dreharbeiten beginnen, muss man sich jedoch entscheiden, ob man diese in einem Filmstudio oder an Originalschauplätzen durchführen möchte. Ein Filmstudio bietet dem Produktionsteam eine Planungssicherheit, die an manchen Orten nicht geboten werden kann. Jedoch ist damit auch ein höherer Aufwand verbunden, da man sich um die Produktion von Kulissen kümmern muss. Trotzdem können Außendrehs sich ebenfalls als sehr aufwendig herausstellen, da man das Personal und die Ausrüstung zu dem Drehort transportieren muss. Außerdem muss man vor Ort für Sicherheit sorgen und sich um Absperrungen und weiteren Schutz kümmern.

Die Länge der Dreharbeiten ist unterschiedlich und wird auch von der Anzahl der Drehorte bestimmt. Oft sind zudem Nachaufnahmen notwendig, um erst im Nachhinein entdeckte Fehler zu beseitigen.

Dreharbeiten an einem Originalschauplatz in den Dünen.
Viele Dreharbeiten finden an Originalschauplätzen statt, hier etwa in den Dünen an einer Küste.

Ablauf und Alltag bei Dreharbeiten

Dreharbeiten folgen einem straffen Plan. Grundlage ist der Drehplan, der aus dem Drehbuch abgeleitet wird. Szenen werden dabei meist nicht in der Handlungsreihenfolge gedreht, sondern nach Schauplatz, Verfügbarkeit von Darstellern und Licht, um Wege und Kosten zu sparen.

Ein typischer Drehtag

  • Disposition: Die Crew erhält die Tagesdisposition mit Zeiten, Szenen und Treffpunkten.
  • Maske und Kostüm: Darsteller werden vorbereitet, während Licht und Kamera aufgebaut werden.
  • Stellprobe: Regie, Kamera und Darsteller legen Bewegungen und Einstellungen fest.
  • Takes: Jede Einstellung wird meist mehrfach gedreht; die Klappe markiert Szene und Take.
  • Tagesabschluss: Das Material wird gesichert und die Tagesberichte werden ausgefüllt.

Wer hält alles zusammen?

Der Aufnahmeleiter organisiert den Ablauf vor Ort, die Regieassistenz hält den Zeitplan und ruft die Szenen auf. Die Script Continuity achtet darauf, dass Details wie Kleidung, Gegenstände und Anschlüsse von Einstellung zu Einstellung stimmen. Fehler fallen sonst im Schnitt auf.

Häufige Verwechslungen

  • Dreharbeiten sind nicht die gesamte Produktion; davor liegt die Vorproduktion mit Planung und Casting, danach die Postproduktion mit Schnitt, Ton und Effekten.
  • „Set“ meint den Ort der Aufnahmen, „Location“ einen echten Drehort, „Studio“ einen gebauten Raum.

Praxis-Hinweise

Wetter, Krankheit und technische Ausfälle gehören zum Risiko, deshalb planen erfahrene Teams Pufferzeit und einen Ersatzplan („Wetterdeckung“) ein. Sicherheit, Arbeitszeiten und Pausen sind verbindlich. Kleine Produktionen sparen vor allem durch gute Vorbereitung: Je klarer die Shotliste, desto weniger Zeit geht am Drehtag verloren.

Merkpunkt

Dreharbeiten sind Teamarbeit unter Zeitdruck. Klare Zuständigkeiten, kurze Wege der Kommunikation und eine gute Dokumentation jedes Drehtags helfen allen Abteilungen, den Überblick zu behalten.

 

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