Bildformate
Bildformate
Definition Bildformate
Mit Bildformaten ist das Seitenverhältnis von Breite zu Höhe eines Bildes gemeint. Bildformate in Filmen wurden schon immer durch den technischen und gesellschaftlichen Wandel bestimmt und haben sich im Laufe der Zeit gewandelt.
Geschichte Bildformate
Eines der allerersten Bildformate im Film war das sogenannte „Academy Ratio“-Format, zu Zeiten des Stummfilmkinos. Dieses entspricht einem Seitenverhältnis von 4:3, welches noch lange Zeit für das Fernsehen verwendet wurde.
Da Film noch auf analogen Filmstreifen aufgenommen und an die Kinoleinwand projiziert wurde, hing das Bildformat unmittelbar mit den Seitenverhältnissen des Filmstreifens zusammen.
Jedes Format, dessen Breiten-Höhen-Verhältnis größer als 1,33:1 ist, wird Breitwandfilm genannt.
Filme wurden immer experimenteller und sprachen mit Beginn des Tonfilms in den 1930er bereits ein großes Publikum an. Nach dem quadratischen 4:3 Format folgten immer breitere Bildformate, wie das „Cinemascope„, das 2,39 Mal breiter, als hoch war. Eines der breitesten Filmformate der Geschichte ist das „Cinerama“ (2,685:1). Es wurde für besonders epische und spektakuläre Filme wie „How the West was won“ von John Ford eingesetzt. Die Leinwände in den Kinos wurden nicht etwa breiter, dem Bild wurden stattdessen schwarze Balken an den Rändern hinzugefügt. Diese nennt man auch Letter- und Pillarboxen.
Ab den 1990ern wurde das Standard 16:9 Breitbildformat eingeführt.
Auch in der heutigen Zeit gibt es immer wieder neue Bildformate, die an den technischen Wandel und unsere Sehgewohnheiten geknüpft sind. Das 9:16 Format, das bekanntlich für TikTok, YouTube Shorts und Instagram-Reels verwendet wird, ist etwa weit verbreitet.

Es gibt zahlreiche Bildformate – von quadratisch bis zu super breit.
Arten von Bildformaten im Film
Dies sind die im Film am meisten verwendeten Bildformate:
4:3
Academy-Format, Vollbild
1.85:1
Amerikanisches Breitwandformat
16:9
Standard-Breitbildformat
2:1
Breitbildformat
21:9
Breitbildformat, breite Kinoleinwand
2.39:1
Cinemascope
2,68:1
Cinerama

Ältere Fernsehmodelle haben das typische 4:3-Format.
Gängige Formate und ihre Wirkung
Das Seitenverhältnis gehört zu den ersten Gestaltungsentscheidungen eines Films, weil es bestimmt, wie viel Raum Figuren und Landschaft bekommen. Es wird als Verhältnis von Breite zu Höhe angegeben, zum Beispiel 16:9 oder als Dezimalwert wie 2,39:1.
- 4:3 (1,33:1): das klassische Fernsehformat und frühe Kinoformat. Es wirkt nah und kompakt, gut für Gesichter.
- 1,85:1: das gängige „Flat“-Kinoformat, ausgewogen und vielseitig.
- 2,39:1: das Cinemascope-Verhältnis, auch „Scope“ genannt. Es betont Weite, Landschaften und Horizontlinien.
- 16:9 (1,78:1): der Standard von Fernsehen, Monitoren und Streaming.
- 9:16: Hochformat für Smartphone-Plattformen.
- 1:1: quadratisch, vor allem in sozialen Netzwerken.
Bewusste Entscheidung für ein Format
Ein breites Bild bietet Platz für Gruppen und Landschaften, kann aber Figuren klein wirken lassen. Ein schmaleres Bild bringt Nähe, Enge und Konzentration. Manche Filme wechseln das Format sogar im Verlauf, um Zeitebenen zu trennen. „The Grand Budapest Hotel“ (2014, Regie Wes Anderson) verwendet drei verschiedene Seitenverhältnisse für drei Zeitebenen.
Häufige Verwechslungen
- Bildformat und Auflösung: Das Format beschreibt die Proportion, die Auflösung die Pixelzahl. Ein Bild kann in HD oder 4K im selben Format vorliegen.
- Bildformat und Dateiformat: Gemeint ist hier nicht JPEG oder MP4.
- Schwarze Balken: Letterbox (oben und unten) und Pillarbox (links und rechts) entstehen, wenn ein Bild auf ein anderes Format abgespielt wird. Sie sind kein Fehler im Film.
Praxis-Hinweise
- Das Format sollte vor dem Dreh feststehen, damit Bildausschnitte im Sucher passend eingeblendet werden.
- Wer für mehrere Ausspielwege produziert, dreht mit Reserve am Rand, um später für andere Formate zuschneiden zu können.
- Untertitel und Grafiken gehören in den sicheren Bildbereich (Safe Area), damit sie nicht abgeschnitten werden.
- Nachträgliches Beschneiden kostet Auflösung und kann die Komposition zerstören.
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