Day-and-Date Release: Gleichzeitige Filmstarts im Kino und Streaming erklärt
Die Art und Weise, wie Filme ihr Publikum erreichen, hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Im Zentrum dieser Veränderung steht ein Konzept, das seit 2020 die Diskussionen der Filmindustrie dominiert: der Day-and-Date-Release. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und warum sorgt er für so viel Aufsehen bei Studios, Kinos, Schauspielern und Zuschauern gleichermaßen?
Ein Day-and-Date-Release beschreibt die gleichzeitige Veröffentlichung eines Films im Kino und auf mindestens einer weiteren Plattform – etwa einem Streaming-Dienst, als Premium-VOD oder seltener auf physischen Medien wie Blu-ray – am selben Kalendertag. Statt dass ein Film zunächst exklusiv im Kino läuft und Wochen oder Monate später für das Heimkino verfügbar wird, können Zuschauer am Tag der Veröffentlichung selbst entscheiden, ob sie den Film auf der großen Leinwand oder im Wohnzimmer sehen möchten.
Dieses Release-Modell steht in direktem Kontrast zum klassischen Kinostart, bei dem die traditionelle Kinofenster zuvor drei Monate oder länger betrug. In diesem bewährten System wurde ein Film zunächst exklusiv im Kino ausgewertet, bevor er schrittweise auf weiteren Kanälen erschien. Der Day-and-Date-Release bricht dieses Prinzip auf und stellt eine eigene Release-Strategie innerhalb der übergeordneten Verwertungsplanung eines Studios dar.
Für Leser von Filmlexikon ist dieser Begriff besonders relevant, weil er in Branchenberichten, Festival-News und bei Streaming-Ankündigungen regelmäßig auftaucht und die Zukunft der Filmauswertung maßgeblich prägt.
Die wichtigsten Kernaussagen im Überblick:
- Ein Day-and-Date-Release bedeutet, dass ein Film am selben Tag im Kino und auf einer weiteren Plattform startet.
- Das Modell bricht das traditionelle sequenzielle Auswertungsfenster auf, das über Jahrzehnte als Standard galt.
- Zuschauer entscheiden selbst, ob sie den Film im Kino oder zu Hause sehen möchten.
- Studios, Kinos, Talente und Streaming-Plattformen sind gleichermaßen von den Konsequenzen dieser Strategie betroffen.
- Der Begriff ist in der internationalen Filmbranche fest etabliert und wird auch in deutschsprachigen Fachzusammenhängen zunehmend verwendet.

Begriffsklärung: Herkunft und Sprachgebrauch von „Day-and-Date“
Bevor das Konzept in seiner vollen Tragweite verstanden werden kann, lohnt sich ein Blick auf den Begriff selbst. Was ist mit „Day and Date“ genau gemeint, und woher stammt der Ausdruck?
Der englische Term „Day and Date“ verweist wörtlich auf den identischen Tag und das identische Datum einer Veröffentlichung auf mehreren Auswertungskanälen. Im internationalen Filmgeschäft hat sich der Ausdruck als fester Fachbegriff etabliert, der in Verleihverträgen, Branchenmagazinen wie Variety und The Hollywood Reporter sowie in Pressemitteilungen großer Studios zum Standardvokabular gehört.
Wesentliche Aspekte der Begriffsklärung:
- Der Ausdruck „Day and Date Release“ beschreibt ausschließlich die simultane Veröffentlichung eines Films auf mindestens zwei verschiedenen Auswertungswegen – typischerweise Kino plus Streaming oder Kino plus VOD.
- Ein reiner Streamingstart ohne begleitenden Kinostart gilt nicht als Day-and-Date-Release, sondern wird als „Direct to Streaming“ oder „Direct to Video“ klassifiziert. Die Abgrenzung ist in der Praxis wichtig, weil beide Modelle unterschiedliche wirtschaftliche und vertragliche Konsequenzen haben.
- Im deutschsprachigen Raum wird der englische Fachbegriff häufig unverändert übernommen. Alternativ finden sich Umschreibungen wie „Simultanstart“ oder „simultaner Kino- und Streaming-Start“, die jedoch seltener in Fachpublikationen verwendet werden.
- Es existieren mehrere Schreibvarianten: „Day-and-Date“, „Day and Date“, „Day & Date“ – alle bezeichnen in derselben Weise dasselbe Konzept innerhalb der Release-Strategien.
- Der Begriff hat sich im Zuge der Pandemie ab 2020 von einem Nischenvokabular der Filmbranche zu einem weit verbreiteten Ausdruck entwickelt, der auch in Publikumsmedien regelmäßig auftaucht.
- In Verleihverträgen wird oft präzise formuliert, ob ein „Day-and-Date-Release in North America“ vereinbart wurde oder ob der Simultanstart nur für bestimmte Territorien gilt – eine Unterscheidung, die für internationale Märkte relevant ist.
Historischer Hintergrund: Vom Kinofenster zum Day-and-Date-Release
Die Geschichte des Day-and-Date-Release lässt sich nicht verstehen, ohne das System zu kennen, gegen das es antritt. Über Jahrzehnte galt in der Filmindustrie ein klar strukturiertes Auswertungsmodell, das als „Windowing“ bezeichnet wird – eine zeitlich gestaffelte Verwertungskette, die jedem Vertriebskanal sein eigenes, exklusives Zeitfenster einräumte.
In den USA und vielen anderen Märkten betrug die 90-tägige exklusive Kinofenster den Standard. Ein Film lief zunächst ausschließlich in Theatern, bevor er – frühestens nach etwa drei Monaten – auf DVD, Blu-ray oder als Pay-per-View verfügbar wurde. Danach folgten Pay-TV und schließlich Free-TV. Dieses System ermöglichte es, jede Auswertungsstufe einzeln zu monetarisieren: Kinos profitierten von der Exklusivität und von Kinowerbung, Heimkino-Anbieter von der aufgestauten Nachfrage, und Fernsehsender von der breiten Verfügbarkeit.
Mit dem Aufstieg der DVD in den frühen 2000er Jahren begannen sich diese starren Fenster erstmals zu verschieben. Der Erfolg des DVD-Marktes erzeugte Druck, Filme schneller aus dem Kino in den Heimkinobereich zu überführen. Ab etwa 2007 drängten Streaming-Plattformen wie Netflix auf den Markt und stellten das gesamte Konzept sequenzieller Auswertung infrage.
Parallel dazu experimentierten vor allem Arthouse-Verleiher und Dokumentarfilmvertriebe in den USA und Großbritannien mit simultanen oder nahezu simultanen Starts. Für kleinere Produktionen, deren Kinoauswertung ohnehin begrenzt war, konnte ein gleichzeitiger Video on Demand-Start die Reichweite erhöhen, ohne signifikante Kinoeinnahmen zu gefährden.
Die wichtigsten Meilensteine dieser Entwicklung:
- Bis ca. 2000: Starres Fenstermodell mit 90+ Tagen exklusiver Kinoauswertung als Branchenstandard.
- 2000–2010: Aufstieg von DVD und ersten VOD-Angeboten verkürzt Fenster schrittweise; erste Nischenexperimente mit Simultanstarts.
- 2010–2019: Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon etablieren sich als eigenständige Auswertungskanäle; Fenster werden flexibler, bleiben aber für Blockbuster bei 75–90 Tagen.
- Ab 2020: Die COVID-19-Pandemie erzwingt einen radikalen Bruch mit dem Fenstermodell und macht Day-and-Date-Releases kurzfristig zum vorherrschenden Muster.
Der Day-and-Date-Release entstand damit als Reaktion auf veränderte Sehgewohnheiten, digitale Piraterie und den Wunsch, Marketingkampagnen über alle Plattformen hinweg zu bündeln, statt sie in mehrere Wellen aufzuteilen.
COVID-19-Pandemie als Beschleuniger des Release-Modells
Die Pandemie ab März 2020 veränderte die Spielregeln der Filmauswertung innerhalb weniger Wochen. Weltweit schlossen Kinos ihre Türen – in den USA, Europa, Deutschland und nahezu allen anderen Märkten. Studios standen vor der Wahl, ihre fertigen Filme auf unbestimmte Zeit zurückzuhalten oder alternative Vertriebswege zu nutzen. Der Tag-und-Datum-Veröffentlichungsansatz wurde während der Pandemie populär und entwickelte sich von einer Nischenstrategie zu einem dominierenden Muster.
Der covid-bedingte Halt des Kinobetriebs zwang die gesamte Branche, ihre Distribution Timeline radikal anzupassen. Premieren wurden verschoben, Marketingbudgets umgeplant und Release-Kalender komplett umgeschrieben.
Trolls World Tour: Das Experiment von Universal
Eines der frühesten und aufsehenerregendsten Beispiele war Trolls World Tour. Universal veröffentlichte den Animationsfilm im April 2020 gleichzeitig in den wenigen offenen Drive-In-Kinos und als Premium-VOD in den USA. Der Film war für eine digitale Leihgebühr auf Plattformen wie Amazon Prime, Apple TV und Vudu verfügbar.
Das Ergebnis war bemerkenswert: Innerhalb der ersten drei Wochen generierte der Film laut Universal knapp 95 Millionen US-Dollar durch digitale Vermietungen – bei Produktionskosten von rund 90 Millionen US-Dollar. Der Film landete an seinem ersten digitalen Wochenende auf mehreren Plattformen auf Platz eins. Diese Zahlen signalisierten der Branche, dass ein Day-and-Date-Release auch ohne flächendeckende Kinoauswertung wirtschaftlich erfolgreich sein konnte.
Warner Bros. und das HBO-Max-Experiment
Der nächste Paukenschlag folgte im Dezember 2020: Warner Bros. kündigte an, das gesamte Kinojahr 2021 in den USA zeitgleich im Kino und auf dem eigenen Streaming-Service HBO Max zu veröffentlichen. Diese Entscheidung betraf Blockbuster wie „Wonder Woman 1984″, „Dune“, „The Matrix Resurrections“, „The Suicide Squad“ und weitere große Produktionen. Warner Brothers veröffentlichte „Wonder Woman 1984″ gleichzeitig in Kinos und auf HBO Max – ein Schritt, der in der Branche als radikaler Bruch mit dem bis dahin geltenden Fenstermodell wahrgenommen wurde.

Weitere Studios folgen
Auch andere Studios reagierten auf die veränderten Umstände:
- Disney führte mit Black Widow und „Jungle Cruise“ (letzterer mit Emily Blunt in einer der Hauptrollen) ein „Premier Access“-Modell ein, bei dem der Film am selben Tag im Kino und gegen eine zusätzliche Gebühr auf Disney+ verfügbar war. Emily Blunt äußerte sich zurückhaltend zu den Auswirkungen dieses Modells auf die Kinoauswertung.
- Paramount verkürzte seine Kinofenster erheblich und brachte Filme nach wenigen Wochen auf den hauseigenen Dienst Paramount+.
- Sony verfolgte zunächst einen konservativeren Ansatz und setzte stärker auf exklusive Kinostarts, ging aber für ausgewählte Titel Partnerschaften mit Streaming-Anbietern ein.
Die Pandemie machte deutlich, dass das Day-and-Date-Release-Modell kurzfristig von einer Ausnahme zu einem dominierenden Release-Pattern wurde. Studios nutzten die Krise nicht nur als Notlösung, sondern auch als strategische Chance, eigene Streaming-Dienste aufzubauen und Zuschauerdaten zu sammeln, die im klassischen Kinovertrieb nicht verfügbar waren.
Grundprinzipien des Day-and-Date-Release-Modells
Wie läuft ein typischer Day-and-Date-Release in der Praxis ab? Hinter dem scheinbar einfachen Konzept „Film startet überall gleichzeitig“ verbirgt sich ein komplexer Koordinationsprozess, der Studios, Kinos und Plattformbetreiber gleichermaßen fordert.
Das zentrale Prinzip ist klar: Tag und Datum des Starts sind auf allen vorgesehenen Auswertungskanälen identisch. Auch wenn die Uhrzeit je nach Zeitzone oder Plattform leicht variieren kann – ein Film, der am Freitagmorgen in US-Kinos anläuft, ist am selben Freitag auf dem zugehörigen Streaming-Dienst verfügbar.
Die zentralen Prinzipien im Überblick:
- Identischer Starttag: Der Film erscheint am gleichen Kalendertag im Kino und auf mindestens einer digitalen Plattform. Die Abstimmung erfolgt oft Monate im Voraus zwischen allen beteiligten Partnern.
- Plattformvielfalt: Die simultane Veröffentlichung kann verschiedene Kanäle umfassen:
- Kinostart in Theatern weltweit oder territorial
- Subscription-Streaming (SVOD) wie Disney+, HBO Max oder Netflix
- Transaktions-VOD (TVOD) als digitale Leihe zu einem Einzelpreis
- Electronic Sell-Through (digitaler Kauf) bei einem Retailer wie Apple oder Amazon
- In seltenen Fällen auch physische Medien wie Blu-ray oder DVD
- Abgrenzung zum Near-Simultaneous Release: Wenn ein Film zunächst im Kino startet und wenige Tage später auf einer Streaming-Plattform erscheint, handelt es sich streng genommen nicht um einen Day-and-Date-Release, sondern um ein eigenständiges Release-Pattern mit sehr kurzem Fenster.
- Vertragsrelevanz: In Pressemitteilungen und Verleiherverträgen wird häufig spezifiziert, für welche Territorien der Simultanstart gilt. Eine typische Formulierung wäre: „Day-and-Date-Release in North America, staggered release internationally.“
- Globale vs. territoriale Steuerung: Während manche Releases weltweit am selben Tag erfolgen, gibt es häufig territorial gestaffelte Varianten, bei denen der Simultanstart nur in bestimmten Märkten durchgeführt wird.
Dieses Modell erfordert eine präzise Abstimmung aller Beteiligten – von der Terminplanung über die technische Bereitstellung bis hin zum Marketing. Ein einziger unkoordinierter Schritt kann dazu führen, dass der Film auf einer Plattform vor dem offiziellen Datum verfügbar wird, was sowohl vertragliche als auch sicherheitstechnische Probleme nach sich ziehen kann.
Abgrenzung zu anderen Release-Modellen und Industry Standards
Um den Day-and-Date-Release richtig einzuordnen, hilft ein systematischer Vergleich mit den übrigen Release-Modellen, die in der Filmindustrie zum Einsatz kommen. Jedes Modell hat seine eigene Logik, seine wirtschaftlichen Implikationen und seine typischen Einsatzbereiche.
Die wichtigsten Release-Modelle im Überblick:
- Exklusiver Kinostart (Theatrical Only): Der Film läuft ausschließlich in Theatern und wird erst nach einem definierten Window – traditionell 75 bis 90 Tage – auf anderen Kanälen verfügbar. Dieses Modell gilt weiterhin als Industry Standard für große Franchise-Blockbuster. Ein Beispiel hierfür ist Avengers Endgame, der 2019 mit einem klassischen, langen Kinofenster gestartet wurde und über 2,7 Milliarden US-Dollar weltweit einspielte.
- Windowed Release (Gestaffeltes Fenstermodell): Der Film-Release erfolgt zunächst im Kino, gefolgt von einem zeitlich gestaffelten Rollout auf Heimkino, VOD, Pay-TV und Free-TV. Die Länge der einzelnen Fenster variiert, liegt aber typischerweise bei mehreren Wochen bis Monaten pro Stufe.
- Direct-to-Streaming: Der Film erscheint ausschließlich auf einer Streaming-Plattform, ohne jeglichen Kinoeinsatz. Netflix, Amazon und Apple nutzen dieses Modell für einen Großteil ihrer Eigenproduktionen. Es handelt sich ausdrücklich nicht um einen Day-and-Date-Release, da kein Kinostart stattfindet.
- Direct-to-Video / Direct-to-VOD: Historisch ein Modell für Produktionen mit geringerem Budget oder eingeschränktem Marktpotenzial. Der Film erscheint direkt auf physischen Medien oder als digitaler Kauf, ohne Kinoauswertung.
- Limited Release / Platform Release: Der Film startet zunächst in wenigen ausgewählten Locations – etwa in New York und Los Angeles – und wird bei Erfolg schrittweise auf weitere Kinos ausgeweitet. Dieses Modell ist typisch für Arthouse- und Oscar-Kandidaten.
- Day-and-Date Release: Kino und mindestens ein weiterer Kanal starten am selben Tag. Das Modell kann mit verschiedenen Plattformen kombiniert werden und wird je nach Markt und Film unterschiedlich eingesetzt.
Wo gelten welche Standards?
Der Industry Standard unterscheidet sich je nach Marktsegment erheblich. Für Blockbuster-Filme mit hohem Marketingbudget – etwa große Marvel- oder Star-Wars-Produktionen – bleibt der exklusive Kinostart in den meisten Märkten die bevorzugte Strategie. Im Independent- und Arthouse-Bereich sind kürzere Fenster oder Day-and-Date-Releases dagegen häufiger, weil die Kinoauswertung allein oft nicht wirtschaftlich tragfähig ist. In europäischen Förderlandschaften, insbesondere in Frankreich, ist ein regulärer Kinostart häufig Voraussetzung für den Erhalt von Fördergeldern – was Day-and-Date-Releases erschwert oder ausschließt.
Day-and-Date-Releases sind trotz der medialen Aufmerksamkeit der Jahre 2020 bis 2024 nicht in allen Territorien zum neuen Standard geworden. Sie bleiben ein strategisches Werkzeug unter mehreren.
Vorteile für Studios und Streaming-Plattformen
Die Entscheidung für einen Day-and-Date-Release ist für Studios keine leichtfertige – sie bringt aber eine Reihe handfester Vorteile mit sich, die insbesondere in der Ära der hauseigenen Streaming-Dienste an Gewicht gewonnen haben.
Effizientere Nutzung des Marketingbudgets:
Wenn Kino- und Heimstart zusammenfallen, können Studios einen einzigen, konzentrierten Kampagnenzeitraum nutzen, statt mehrere Wellen für verschiedene Auswertungsstufen zu planen. Die Marketingkampagne muss nur einmal auf voller Flamme laufen – ein Vorteil, der das Marketingbudget spürbar entlasten kann. Marketingaufwände können durch einen kombinierten Start gesenkt werden, weil Trailer, Plakate und Social-Media-Kampagnen Kino und Streaming gleichzeitig bedienen.
Stärkung hauseigener Streaming-Dienste:
Disney+, HBO Max (heute Max), Paramount+ und Peacock wurden alle in einem Zeitraum intensiven Wettbewerbs lanciert. Exklusive oder parallele Verfügbarkeit großer Kinotitel dient als Zugpferd für Abonnentenwachstum. Als Warner Bros. „Wonder Woman 1984″ Ende 2020 in den USA gleichzeitig im Kino und auf HBO Max veröffentlichte, war das erklärte Ziel, den damals noch jungen Streaming-Service mit einem hochkarätigen Titel zu stärken und neue Abonnenten zu gewinnen.

Direkte Datenerhebung:
Streaming-Plattformen erhalten bei einem Day-and-Date-Release unmittelbares Feedback zum Zuschauerverhalten – Watchtime, Abbruchraten, Wiederholungsaufrufe, deren Begriffe und Kennzahlen auch in allgemeinen Filmbegriffen der Branche diskutiert werden. Im klassischen Filmproduktions- und Kinovertrieb ist diese Art der Datenerhebung nur eingeschränkt möglich. Studios können so in Echtzeit analysieren, wie ihr Content ankommt.
Größere Kontrolle über Einnahmeströme:
Studios behalten mehr Gewinn aus Streaming als aus Kinokarten. Bei einem klassischen Kinostart teilen sich Studio und Kinobetreiber die Ticketeinnahmen – typischerweise in einem Verhältnis, das in den ersten Wochen stark zugunsten des Studios ausfällt und sich dann verschiebt. Bei einem Streamingstart im eigenen Dienst verbleibt ein größerer Anteil der Erlöse im digitalen Ökosystem des Studios.
Globale Synchronisation:
Day-and-Date-Releases ermöglichen eine in derselben Weise global synchronisierte Veröffentlichung. Das reduziert das Zeitfenster, in dem Piraterie vor dem offiziellen Start in bestimmten Territorien stattfinden kann, und vereinfacht die internationale PR-Arbeit.
Zusammengefasst bieten sich folgende Vorteile:
- Ein konzentrierter Kampagnenzeitraum spart Marketingkosten
- Hauseigene Streaming-Dienste gewinnen exklusiven Content und Abonnenten
- Echtzeitdaten zum Zuschauerverhalten werden verfügbar
- Studios behalten einen größeren Anteil der Einnahmen
- Globale Startsynchronisation reduziert Piraterie und vereinfacht Kommunikation
Nachteile und Risiken für Kinos und Verleiher
Was für Studios Vorteile bringt, bedeutet für Kinos und traditionelle Distributoren erhebliche Risiken. Tag-und-Datum-Veröffentlichungen reduzieren die Einnahmen der Kinos – ein Effekt, der je nach Filmtyp und Markt unterschiedlich stark ausfällt, aber in der Branche weitgehend unbestritten ist.
Kannibalisierung der Kinoeinnahmen:
Day-and-Date-Releases reduzieren die Box Office-Einnahmen signifikant. Ein Teil des Publikums entscheidet sich für das Heimkino statt für den Kinobesuch – insbesondere bei Familien mit kleinen Kindern, preisbewussten Zuschauern oder Menschen in ländlichen Regionen mit weiten Wegen zum nächsten Kino. Day-and-Date-Releases können die Kinobesucherzahl reduzieren, und die Auswirkungen sind bei bestimmten Filmtypen besonders deutlich.
Reaktionen der Kinoketten:
Die Ankündigungen von Universal und Warner Bros. in den Jahren 2020 und 2021 lösten heftige Reaktionen der großen US-Kinoketten aus. AMC Theatres drohte zeitweise mit einem Boykott von Universal-Filmen, nachdem Trolls World Tour ohne Absprache als Premium-VOD veröffentlicht worden war. Das gleichzeitige Modell kann zu Konflikten mit Kinoketten führen, die exklusive Startfenster bevorzugen. In Europa äußerten Kinobetreiber ähnliche Bedenken, auch wenn die Konflikte weniger öffentlich ausgetragen wurden.
Verlust des Eventcharakters:
Die Stärkung des Eventcharakters eines Kinostarts geht durch einen Day-and-Date-Release verloren. Ein Blockbuster, der gleichzeitig im Wohnzimmer verfügbar ist, verliert den Nimbus des besonderen Erlebnisses. Kinos definieren sich nicht nur als Abspielorte, sondern als kulturelle Locations – ein Selbstverständnis, das durch simultane Streamingverfügbarkeit infrage gestellt wird, insbesondere wenn die klassische Exposition eines Films nicht mehr exklusiv im Saal erlebt wird.
Unsicherheit in der Umsatzplanung:
Für Kinos und ihre Verleiher wird die Prognostizierbarkeit der Einnahmen bei simultanem Streamingangebot erheblich erschwert. Im klassischen Modell lässt sich anhand der Startwochenende-Zahlen relativ zuverlässig auf die Gesamtlaufzeit hochrechnen. Bei einem Day-and-Date-Release fehlen diese Erfahrungswerte, was die Planung von Programmierung, Personal und Investitionen erschwert.
Besondere Betroffenheit kleiner Kinos:
Während große Kinoketten mit ihrem Premium-Angebot (IMAX, Dolby Atmos, Luxussitze) einen Zusatznutzen bieten können, der Zuschauer trotz Streamingalternative ins Kino lockt, sind kleinere Arthouse- und Programmkinos besonders verwundbar. Ihr Publikum ist oft technikaffin und Streaming-gewohnt, und die begrenzte Sitzplatzkapazität macht jeden verlorenen Zuschauer finanziell spürbar.
Tag-und-Datum-Veröffentlichungen reduzieren die Einnahmen der Kinos erheblich – ein Punkt, den Kinobetreiber weltweit als existenzbedrohend für ihre Branche beschreiben.
Auswirkungen auf Schauspieler, Regisseure und Beteiligungsmodelle
Die Verschiebung der Einnahmeströme durch Day-and-Date-Releases hat nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen für Kinos, sondern betrifft auch die Menschen vor und hinter der Kamera in direkter und messbarer Weise.
Erfolgsabhängige Vergütungsmodelle unter Druck:
Viele Hollywood-Verträge enthalten Komponenten, die direkt an die Box-Office-Leistung eines Films gekoppelt sind – sogenannte „Contingent Compensation“ oder Backend-Deals, die häufig auch von der Nennung in den Credits und der dort ausgewiesenen Funktion, etwa als Producer, abhängen. Actors und Regisseure erhalten neben einer festen Grundgage Boni, die sich an den Kinoeinnahmen orientieren. Day-and-Date-Releases reduzieren die Vergütung für Schauspieler und Filmemacher, weil die Kinoeinnahmen durch die simultane Streamingverfügbarkeit typischerweise niedriger ausfallen.
Filmemacher und Schauspieler verlieren Einnahmen durch reduzierte Kinokassen. Contingent Compensation Models, aber auch klassische Buyout-Vereinbarungen, are changing due to streaming – ein Prozess, der die gesamte Vergütungslandschaft Hollywoods transformiert. Die Tag-und-Datum-Strategie führt zu neuen Vergütungsmodellen für Schauspieler, bei denen Streaming-Metriken, Abrufzahlen oder pauschale Zusatzzahlungen an die Stelle klassischer Box-Office-Beteiligungen treten.
WarnerMedia als Präzedenzfall:
Als Warner Bros. im Dezember 2020 ankündigte, alle Filme des Jahres 2021 als Day-and-Date-Releases auf HBO Max zu veröffentlichen, geschah dies zunächst ohne Absprache mit vielen beteiligten Talenten. Die Reaktion war heftig. WarnerMedia zahlte über 200 Millionen US-Dollar an Talente für überarbeitete Verträge – eine Summe, die den Umfang der finanziellen Nachverhandlungen verdeutlicht. Schauspielervergütungen basieren oft auf Box-Office-Einnahmen, und die einseitige Änderung des Release-Modells ohne Vertragsanpassung wurde von Agenturen und Gewerkschaften scharf kritisiert.
Künstlerische Bedenken:
Neben der finanziellen Dimension äußern Kreative auch künstlerische Bedenken. Filmberufe wie Regisseure und Kameraleute gestalten Bild und Ton eines Films für die große Leinwand, planen jede Einstellung und die Wirkung im Kinosaal. Wenn ein Film primär oder zusätzlich für Heimgeräte konzipiert wird, stellen sich Fragen nach der Bild- und Tonwirkung: Funktioniert ein auf Kinoleinwandformat, hohe Bildauflösung und Surround-Sound optimierter Film auf einem Tablet oder Laptop in gleicher Weise?
Gewerkschaften und neue Rahmenbedingungen:
Gewerkschaften wie SAG-AFTRA und die Directors Guild haben begonnen, neue Rahmenbedingungen auszuhandeln, um Streaming-Einnahmen transparenter zu vergüten. Contracts are changing due to the rise of streaming models – ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht und bei den Streiks der Autoren und Schauspieler 2023 in den USA einen vorläufigen Höhepunkt erreichte, an dem auch kreative Funktionen wie Dramaturgen, Showrunner, Regieassistenten und Creative Producer beteiligt waren.
- Box-Office-Boni werden zunehmend durch pauschale Streaming-Zuschläge ersetzt
- Transparenz über Abrufzahlen auf Streaming-Plattformen wird eingefordert
- Vertragsklauseln definieren zunehmend explizit, welches Release-Modell vorgesehen ist
- Nachverhandlungsrechte bei kurzfristigen Änderungen der Release-Strategie werden gestärkt
Fallstudie „Scarlett Johansson vs. Disney“: Black Widow
Der wohl prominenteste Rechtsstreit rund um das Day-and-Date-Release-Modell betrifft den Marvel-Film Black Widow und seine Hauptdarstellerin Scarlett Johansson, dessen Erfolg und Konfliktpotenzial auch aus Sicht der Dramaturgie und der visuell erzählten Figurenwelt – von der Maske bis zur Arbeit der Kostümschneider – interessant ist. Dieser Fall hat die Branche nachhaltig geprägt und ist seither das Referenzbeispiel für die vertraglichen Fallstricke simultaner Veröffentlichungen.
Der Hintergrund
Black Widow startete im Juli 2021 gleichzeitig in Kinos weltweit und über Disney+ Premier Access – ein Modell, bei dem Abonnenten gegen eine zusätzliche Gebühr Zugang zum Film erhielten. Die Entscheidung fiel in eine Phase, in der Kinos zwar wieder geöffnet waren, viele Zuschauer aber noch zögerten, in volle Säle zurückzukehren.
Die Klage
Scarlett Johansson klagte gegen Disney wegen des Release-Modells von Black Widow. Im Juli 2021 reichte sie Klage ein und machte geltend, dass ihr Vertrag eine exklusive Theatrical Release in großem Umfang zugesichert habe. Disneys Entscheidung beeinflusste die Box-Office-Einnahmen von Black Widow, und Johansson argumentierte, dass der simultane Streamingstart die Kinoeinnahmen erheblich reduziert habe.
Die zentralen Punkte der Auseinandersetzung:
- Johansson behauptete, sie habe aufgrund des Releases über 50 Millionen Dollar verloren. Scarlett Johansson verlor über 50 Millionen Dollar durch den Day-and-Date-Release – ein Betrag, der sich aus den vertraglich vereinbarten erfolgsabhängigen Vergütungskomponenten ergab, die an die Box-Office-Leistung gekoppelt waren.
- Der Vertrag sei unter der Annahme geschlossen worden, dass der Film eine herkömmliche, exklusive Kinoauswertung erfahren würde.
- Disney entgegnete, dass der Vertrag eine simultane Veröffentlichung nicht ausdrücklich ausschließe, und verwies auf die pandemiebedingten Umstände.
- Im Oktober 2021 wurde die Klage außergerichtlich beigelegt. Die genauen Konditionen der Einigung wurden nicht veröffentlicht.
Die Signalwirkung
Dieser Fall gilt als prominentestes Beispiel einer rechtlichen Auseinandersetzung rund um das Day-and-Date-Release-Modell. Die Folgen reichen weit über den Einzelfall hinaus:
- Studios achten seither stärker darauf, in Verträgen explizit festzulegen, welches Release-Modell vorgesehen ist und welche Kompensation bei Änderungen greift.
- Agenturen und Anwälte haben „Streaming-Klauseln“ als Standardbestandteil neuer Verträge etabliert.
- Der Fall verdeutlichte, dass ein Fehler in der vertraglichen Absicherung – oder eine bewusste Auslassung – erhebliche finanzielle und reputative Konsequenzen haben kann.
- Die außergerichtliche Einigung signalisierte, dass Studios bereit sind, erhebliche Summen zu zahlen, um langwierige Prozesse und öffentliche Imageschäden zu vermeiden – ein Aspekt, der auch in Nachschlagewerken wie dem Lexikon des Internationalen Films im Kontext der Branchenentwicklung reflektiert wird.
Reaktionen internationaler Märkte: Frankreich, Italien, Deutschland
Die Debatte um Day-and-Date-Releases wird nicht nur in Hollywood geführt. In Europa existieren eigenständige Rahmenbedingungen, die den Handlungsspielraum von Studios und Streaming-Plattformen erheblich einschränken – teilweise durch Gesetze, teilweise durch Branchenvereinbarungen.
Frankreich: Gesetzlich verankerte Medienchronologie
Frankreich verfügt seit 1983 über eine gesetzlich geregelte „Chronologie des Médias“ – einen Medienzeitplan, der exakte Auswertungsfristen zwischen Kino, physischem Heimvideo, VOD, Fernsehen und Streaming festlegt. Diese Regelung wurde mehrfach überarbeitet, zuletzt 2022.
- Filme müssen in Frankreich in der Regel viele Monate exklusiv im Kino laufen, bevor sie auf SVOD-Plattformen verfügbar werden.
- Für Disney+ oder Netflix bedeutet das, dass Kinofilme erst mit erheblicher Verzögerung in ihr Angebot aufgenommen werden dürfen.
- Echte Day-and-Date-Releases im Kino-Streaming-Bereich sind in Frankreich daher praktisch ausgeschlossen.
- Die Konflikte zwischen Netflix und dem Festival von Cannes – wo Filme, die keinen regulären Kinostart in Frankreich erhalten, zeitweise nicht im Wettbewerb zugelassen wurden – illustrieren die Spannungen zwischen Streaming-Modellen und der französischen Kinotradition.
Italien und andere Märkte
In Italien und mehreren anderen europäischen Ländern wurden während der Pandemie zeitweilige Ausnahmeregelungen geschaffen, die kürzere Kinofenster oder in einzelnen Fällen Simultanstarts ermöglichten. Nach der Wiedereröffnung der Kinos kehrten die meisten Märkte jedoch zu moderaten, wenn auch gegenüber der Vorpandemiezeit verkürzten Kinofenstern zurück.
- Temporäre Flexibilisierungen während der Pandemie
- Rückkehr zu kürzeren, aber nicht simultanen Fenstern nach 2021
- Unterschiedliche Handhabung je nach nationaler Förderlandschaft und Branchenvereinbarungen
Deutschland: Branchenvereinbarungen statt Gesetze
In Deutschland gibt es keine so strikt gesetzlich geregelte Medienchronologie wie in Frankreich. Die gängige Praxis sieht einen Abstand von mehreren Monaten zwischen Kinostart und regulärem Heimkino-Start vor. Sperrfristen sind häufig Vertrags- oder Branchenvereinbarungen und werden durch Förderbedingungen beeinflusst – etwa durch Vorgaben der Filmförderungsanstalt (FFA), die einen regulären Kinostart als Voraussetzung für bestimmte Fördermittel verlangen.
- Während der Covid-Pandemie wurden Ausnahmeregelungen genutzt, die kürzere Fenster oder in Einzelfällen hybride Veröffentlichungen ermöglichten.
- Nach der Wiedereröffnung der Kinos wurde eine Rückkehr zu längeren Fensterzeiten beobachtet.
- Die Debatte um Verkürzung der Sperrfristen nach 2020 ist in Deutschland weniger politisch aufgeladen als in Frankreich, aber in Branchenverbänden präsent.
Die internationalen Unterschiede zeigen, dass ein Day-and-Date-Release kein universell anwendbares Modell ist, sondern in jedem Markt auf spezifische rechtliche, kulturelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen trifft.

Veränderung der Distribution Timeline und Release Patterns
Die klassische Distributionslinie der Filmindustrie – Kino → Home Entertainment → Pay-TV → Free-TV – hat sich durch Day-and-Date-Releases, neue Filmschnitt-Workflows mit strukturierten Bins zur Materialorganisation im Schnittprogramm, den Einsatz von Cross-Cutting, flexible Umschnitt-Prozesse und die zunehmende Bedeutung der Postproduktion sowie den Aufstieg von Streaming-Plattformen grundlegend verschoben. Um diese Veränderung zu verstehen, lohnt es sich, die Begriffe Distribution Timeline und Release Patterns genau einzuordnen.
Begriffe und Praxis
Die Distribution Timeline beschreibt den zeitlichen Ablauf, in dem ein Film nach seinem Erststart auf verschiedenen Auswertungskanälen verfügbar wird und wie vorhandenes Footage über diese Kanäle verwertet wird – von der Filmklappe am Set und den eigentlichen Dreharbeiten bis zur finalen Auswertung. Release Patterns bezeichnen die wiederkehrenden Muster, nach denen Studios ihre Filme veröffentlichen – etwa die Frage, ob ein Film zuerst exklusiv im Kino läuft, wie lange das Fenster dauert und in welcher Order die weiteren Kanäle folgen.
Vor 2020 sah ein typisches Release Pattern für einen US-Blockbuster so aus:
- Woche 1–12: Exklusiver Kinostart
- Ab Woche 13–16: DVD, Blu-ray und digitaler Purchase
- Ab Monat 6–9: Pay-TV und SVOD
- Ab Monat 12–18: Free-TV
Verschiebungen seit 2020
Die Pandemie hat diese Zeitachse in mehrfacher Hinsicht aufgebrochen. Die 90-tägige exklusive Kinofenster wurde stark verkürzt – zunächst unter dem Druck der Kinoschließungen, dann als bewusste strategische Entscheidung.
- 2020–2021: Echte Day-and-Date-Releases für zahlreiche Titel, insbesondere bei Warner Bros. (HBO Max), Disney (Premier Access) und Universal (Premium-VOD).
- 2021–2022: Zunehmende Rückkehr zu exklusiven Kinofenstern, aber deutlich kürzer als vor der Pandemie. 45 Tage statt 90 Tage wurden zum neuen Richtwert für viele Studios.
- 2023–2025: Hybride Modelle dominieren. Die meisten großen Studios setzen auf verkürzte Kinoexklusivität (30–60 Tage), gefolgt von Streaming auf dem hauseigenen Dienst. Echte simultane Starts bleiben die Ausnahme.
Langfristige Entwicklung
Viele Day-and-Date-Experimente der Jahre 2020 und 2021 werden rückblickend als temporäre Reaktion auf die Pandemie betrachtet. Die Branche hat sich nicht dauerhaft auf ein einziges Model festgelegt, sondern entwickelt zunehmend filmspezifische Release Strategies, die Genre, Budget, Zielgruppe und Marktbedingungen berücksichtigen und auch spätere Fassungen wie einen Director’s Cut als bevorzugte Schnittfassung oder alternative Versionen mit variierter Überblendung in die Auswertung einbeziehen können. Das starre Fenstermodell ist nicht zurückgekehrt – aber ein freier Simultanstart hat sich ebenfalls nicht als neuer Standard durchgesetzt.
Einfluss auf Zuschauerverhalten und Publikumspräferenzen
Die Möglichkeit, große Filme sofort zu Hause zu sehen, hat die Erwartungen der Moviegoers an Bequemlichkeit, Verfügbarkeit und Flexibilität verändert. Der Impact von Day-and-Date-Releases auf das Zuschauerverhalten ist vielschichtig und hängt stark von der jeweiligen Zielgruppe ab.
Veränderte Erwartungen
Durch die Erfahrungen der Pandemiejahre hat sich bei einem Teil des Publikums die Erwartung verfestigt, dass Filme zeitnah – wenn nicht sofort – auch im Heimkino verfügbar sein sollten. Der bequeme Zugang über Streaming-Plattformen wird als selbstverständlicher empfunden, und die Bereitschaft, monatelang auf eine Heimkinoversion zu warten, ist bei vielen Zuschauern gesunken.
Gleichzeitig zeigen Umfragen aus den Jahren 2020 bis 2022, dass ein erheblicher Teil des Publikums das Kinoerlebnis aktiv vermisst und den Gang ins Kino als soziales und kulturelles Ereignis schätzt. Der Einfluss von Day-and-Date-Releases auf die Kinoeinnahmen variiert je nach Filmtyp und Zielgruppe.
Unterschiedliche Zielgruppen, unterschiedliche Präferenzen
- Familien mit kleinen Kindern: Für diese Zielgruppe bieten Day-and-Date-Releases einen besonders hohen Komfort. Familienfilme und Animationsfilme wie Trolls World Tour erzielen im Heimkino erfahrungsgemäß hohe Abrufzahlen, weil der Kinobesuch mit kleinen Kindern logistisch aufwendiger ist.
- Ältere Zuschauer und weniger mobile Personen: Der Wegfall der Notwendigkeit, physisch ein Kino aufzusuchen, kann für diese Gruppe den Zugang zu aktuellen Filmen erheblich erleichtern.
- Filmfans und Cineasten: Viele eingefleischte Kinogänger bevorzugen weiterhin die große Leinwand und lehnen den Heimstart am selben Tag ab – für sie ist The Movie ein Erlebnis, das ins Kino gehört.
- Vielseher und Streaming-Abonnenten: Zuschauer, die bereits für mehrere Streaming-Dienste zahlen, nutzen Day-and-Date-Releases als willkommene Ergänzung ihres ohnehin primär digitalen Konsumverhaltens.

Wahlfreiheit als zentrales Element
Zuschauer entscheiden selbst, ob sie den Film im Kino oder zu Hause sehen möchten. Diese Wahlfreiheit wird von Befürwortern des Modells als Demokratisierung des Zugangs gewertet, von Kritikern dagegen als Verwässerung des Kinoerlebnisses. In jedem Fall hat der Day-and-Date-Release das Verhältnis zwischen Publikum und Auswertungskanal dauerhaft verändert.
Ökonomische Betrachtung: Einnahmeströme und Business-Modelle
Die wirtschaftlichen Implikationen eines Day-and-Date-Release unterscheiden sich fundamental von denen eines klassischen Kinostarts. Um die Tragweite zu verstehen, hilft ein Blick auf die verschiedenen Einnahmeströme und deren Veränderung.
Klassischer Kinostart: Ticketumsätze und Umsatzteilung
Bei einem herkömmlichen Theatrical Release teilen sich Studio und Kinobetreiber die Ticketeinnahmen. In den ersten Wochen erhält das Studio typischerweise 60–65 % der Einnahmen, während der Kinoanteil im Verlauf der Spielzeit steigt. Für das Kino ist insbesondere der Verkauf von Speisen und Getränken eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle, die bei leeren Sälen entfällt.
Premium-VOD als Pandemiebaustein
Während der Pandemie wurde Premium-VOD – also die digitale Leihe zu einem erhöhten Einzelpreis – zu einem zentralen Baustein des Release-Models. Filme wie Trolls World Tour wurden für Beträge verliehen, die deutlich über dem Preis eines einzelnen Kinotickets lagen. Da Studios bei digitalen Mieteinnahmen keine Umsatzteilung mit Kinobetreibern vornehmen müssen, behalten sie einen höheren Anteil der Erlöse.
Abonnement-getriebene Strategien
Studios wie Disney und Warner Bros. nutzten Day-and-Date-Releases nicht primär zur kurzfristigen Umsatzmaximierung, sondern als Investition in das Wachstum ihrer Streaming-Dienste. Der unmittelbare Umsatz durch einen Simultanstart mag geringer ausfallen als bei einem exklusiven Kinostart, aber der langfristige Wert eines gewonnenen Abonnenten – gemessen am sogenannten „Lifetime Value“ – kann diese Differenz ausgleichen.
Studios behalten mehr Gewinn aus Streaming als aus Kinokarten – ein Punkt, der in der internen Kalkulation vieler Konzerne eine zunehmend wichtige Rolle spielt.
Intransparenz der Streaming-Erlöse
Ein strukturelles Problem bei der ökonomischen Bewertung von Day-and-Date-Releases ist die mangelnde Transparenz über Streaming-Einnahmen. Während Box Office-Zahlen über Services wie ComiScore und diverse Branchenreports öffentlich verfügbar sind, geben Streaming-Plattformen nur selten detaillierte Abrufzahlen oder Umsätze je Titel bekannt. Diese Intransparenz erschwert fundierte Vergleiche zwischen Kino- und Streaming-Erlösen und führt zu Spekulationen – sowohl seitens der Branche als auch seitens der Presse.
Zusammengefasst:
- Kinoerlöse werden mit dem Kinobetreiber geteilt; Streaming-Erlöse verbleiben stärker beim Studio
- Premium-VOD als Pandemieinstrument generierte in Einzelfällen hohe Einnahmen
- Abonnentenwachstum als langfristiges Kalkül hinter Simultanstarts
- Transparenz über Streaming-Umsätze fehlt weitgehend
- Die ökonomische Gesamtbilanz eines Day-and-Date-Release ist schwer zu beziffern
Rechtliche und vertragliche Aspekte des Release-Modells
Die rechtliche Dimension von Day-and-Date-Releases ist komplex und berührt Verträge zwischen Studios, Kinobetreibern und Talenten ebenso wie nationale Medienregulierung und Filmförderbedingungen.
Typische Vertragsklauseln:
- Verträge zwischen Studios und Kinoketten enthalten häufig Klauseln, die ein Mindestfenster für die exklusive Kinoauswertung festlegen. Wird dieses Window unterschritten oder ganz aufgehoben, können Nachverhandlungen oder Vertragsverletzungsklagen die Folge sein.
- Verträge mit Schauspielern, Regisseuren und Produzenten definieren zunehmend explizit, welches Release Model vorgesehen ist. Die Erfahrungen aus dem Fall Black Widow haben dazu geführt, dass „Streaming-Klauseln“ zum Standardbestandteil neuer Contracts geworden sind.
- Bei Verträgen, die noch vor 2020 geschlossen wurden, fehlen solche Klauseln oft – ein Error, der zu kostspieligen Nachverhandlungen führen kann.
Nachverhandlungen und Anpassungen:
- Die kurzfristigen Release-Strategiewechsel der Jahre 2020 und 2021 zwangen Studios zu umfangreichen Nachverhandlungen. Contracts are changing due to the rise of streaming models, und die finanziellen Dimensionen dieser Anpassungen sind erheblich – wie das Example von WarnerMedia mit über 200 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Zahlungen zeigt.
- Agenturen und Anwälte achten seither auf eine klare Definition des Release Model bereits bei Vertragsschluss, einschließlich Regelungen für den Fall einer Planänderung.
Länderspezifische Regelungen:
- In Frankreich sind Kinofenster und Medienchronologie gesetzlich verankert und schränken den Handlungsspielraum für Day-and-Date-Releases stark ein.
- In Deutschland knüpft die Filmförderung häufig an einen regulären Kinostart und bestimmte Auswertungsabstände an. Ein Simultanstart kann dazu führen, dass Fördermittel nicht gewährt oder zurückgefordert werden – ein Risiko, das Filmemacher in ihrer Kalkulation berücksichtigen müssen.
- In den USA gibt es keine vergleichbare gesetzliche Regulierung; hier werden Fenster und Auswertungsmodalitäten primär vertraglich und durch Branchenvereinbarungen geregelt.
Technische und organisatorische Voraussetzungen für Day-and-Date-Releases
Ein Day-and-Date-Release stellt hohe Anforderungen an die technische Infrastruktur und die organisatorische Koordination aller Beteiligten. Hinter dem scheinbar einfachen Prinzip „gleichzeitig überall“ steckt ein aufwendiger Prozess.
Technische Infrastruktur
Die Bereitstellung eines Films für den Kinostart und den Streamingstart erfordert parallele technische Workflows:
- Kino: Der Film wird als Digital Cinema Package (DCP) an Kinos ausgeliefert. Eine präzise Kameraführung, eine ausgewogene Akustik und Klangwirkung im Kinosaal, die Wahl des Bildformats wie etwa Cinemascope als Breitbildverfahren und saubere technische Vorbereitung sind hier ebenso wichtig wie die in der Vorproduktion geplanten Bildideen eines Storyboard Artists und die KDM-Keys (Key Delivery Messages), die zeitlich präzise auf den Starttag konfiguriert werden.
- Streaming: Die Streamingversion muss in verschiedenen Codecs, Auflösungen und Untertitel-/Synchronisationsvarianten für diverse Märkte aufbereitet werden. DRM-Systeme (Digital Rights Management) schützen den Content vor unautorisiertem Kopieren.
- Physische Media: Falls Blu-ray oder DVD am selben Tag erscheinen, muss die Produktion und Logistik Wochen im Voraus abgeschlossen sein.
Globale Koordination
Unterschiedliche Startzeiten je Zeitzone und Region müssen so koordiniert werden, dass der Film weltweit als ein einheitlicher „Tag X“ wahrgenommen wird. Die Abstimmung zwischen Marketing, Vertrieb, Kinobetreibern, Plattformpartnern und PR-Abteilungen ist ein Step, der bei Simultanstarts besonders anspruchsvoll ist.
Sicherheitsaspekte
Die legale sofortige Verfügbarkeit kann den Anreiz zur Piraterie verringern – denn wenn der Film am selben Tag legal zugänglich ist, sinkt die Motivation für illegale Kopien. Gleichzeitig steigt das Risiko von Leaks, da hochwertige Masterdateien frühzeitig an mehrere Partner ausgeliefert werden müssen. Jede zusätzliche Kopie auf einem externen Server oder in einer Lieferkette ist ein potenzieller Angriffspunkt.
- DCPs und Streamingversionen müssen parallel mit passender Film- und Kameratechnik und geeigneten Objektiven fertiggestellt werden
- DRM und Kopierschutzsysteme erfordern plattformspezifische Anpassungen
- Untertitel und Synchronisationen für internationale Märkte verdoppeln den Aufwand
- Piraterie-Risiko steigt durch frühe Verteilung an mehrere Akteure, wird aber durch legale Verfügbarkeit teilweise kompensiert
Genre- und Budgetperspektive: Für welche Filme eignet sich Day-and-Date?
Nicht jeder Film ist gleich gut für einen Day-and-Date-Release geeignet. Die Wahl der Release Strategy hängt stark vom Genre, dem Budget und der Zielgruppe ab – ein Punkt, der in pauschalen Debatten über „Kino vs. Streaming“ oft zu kurz kommt.
Genres mit Affinität zum Simultanstart
Bestimmte Genres profitieren überdurchschnittlich von einem Day-and-Date-Release, insbesondere der Familienfilm:
- Familienfilme und Animationsfilme: Familien mit kleinen Kindern nutzen die Möglichkeit, neue Filme bequem zu Hause zu sehen. Der Success von Trolls World Tour im Premium-VOD unterstreicht dieses Muster innerhalb der klassischen Drei-Akt-Struktur und beeinflusst, welche Filme – von großen Studiohits bis hin zum B-Film – später Chancen auf einen Filmpreis haben.
- Horror** und kleinere Thriller:** Filme mit engagierter, aber begrenzter Zielgruppe können durch die zusätzliche Streaming-Reichweite ein größeres Publikum finden, insbesondere wenn Techniken wie die subjektive Kamera das Erleben im Heimkino intensivieren.
- Arthouse und Dokumentarfilme: Die Veröffentlichung kann die Reichweite von Filmen erhöhen, insbesondere für Nischen- und Arthouse-Filme, deren Kinoauswertung oft auf wenige Locations begrenzt ist und die erzählerisch häufig auf Mittel wie die Rückblende setzen, aber gerade auf Filmfestivals als Plattform für Sichtbarkeit und Auswertung angewiesen sind.
- Filme mittlerer Budgetklasse: Produktionen, die für einen großen Kinostart zu klein, aber für einen reinen Streamingstart zu prominent sind, finden im Day-and-Date-Release einen praktikablen Mittelweg.
Blockbuster: Zurück zum Kino
Sehr teure Blockbuster-Filme mit hohem Marketingbudget setzen nach 2021 wieder verstärkt auf exklusive Kinostarts. Die Logik ist klar: Ein Film wie Avengers Endgame, der 2019 über 2,7 Milliarden US-Dollar weltweit einspielte, profitiert maximal von der Exklusivität des Kinoerlebnisses und dem damit verbundenen Eventcharakter. Das Merchandising und die Lizenzerlöse sind eng mit der kulturellen Wirkung eines Kinostarts verknüpft – ein Effekt, der bei einem Simultanstart auf Streaming-Plattformen abgeschwächt wird.
Filmspezifische Planung statt starrer Standards
Studios planen Release Strategies zunehmend film- und zielgruppenspezifisch, statt nur einem starren Industriestandard zu folgen. Die Frage lautet nicht mehr „Kino oder Streaming?“, sondern „Welches Release Model passt zu diesem konkreten Film, seiner Zielgruppe und seinem Marktpotenzial?“

- Familienfilme und Nischentitel profitieren häufig von Day-and-Date-Releases
- Blockbuster setzen weiterhin primär auf exklusive Kinostarts
- Mittlere Budgets finden im Simultanstart einen wirtschaftlich sinnvollen Weg
- Die Entscheidung wird zunehmend individuell je nach Film getroffen
Marketing-Strategien rund um den simultanen Start
Die Planung einer Marketing Campaign für einen Day-and-Date-Release unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der klassischen Kinostart-Kampagne. Der Fokus liegt auf einem einzigen, großen Starttag, an dem alle Kanäle gleichzeitig bespielt werden.
Kommunikation „im Kino und zu Hause“
Werbemittel wie Trailer, Poster und Social-Media-Clips müssen beide Auswertungswege gleichzeitig ansprechen. Statt „Nur im Kino“ heißt es „Ab [Datum] im Kino und auf [Plattform]“. Konkrete Call-to-Actions integrieren beide Optionen: „Jetzt Tickets sichern oder zu Hause streamen.“
- Trailer enden typischerweise mit doppeltem Branding (Kino-Logo plus Streaming-Logo)
- Social-Media-Kampagnen sprechen gezielt verschiedene Zielgruppen an: Kinofans mit dem Versprechen des Großleinwand-Erlebnisses, Heimkino-Zuschauer mit Komfort und Flexibilität
- Influencer und Filmkritiker erhalten Zugang auf beiden Kanälen, um Rezensionen zeitnah zu veröffentlichen
Vorteile im internationalen Marketing
Globale Kampagnen mit einem festen Startdatum reduzieren die Verwirrung durch unterschiedliche Starttermine in verschiedenen Ländern. In der Vergangenheit kam es häufig vor, dass Zuschauer in einem Markt bereits Spoiler teilten, während der Film in einem anderen Markt noch nicht angelaufen war. Ein globaler Simultanstart minimiert dieses Timing-Problem.
Herausforderungen
Die Doppelkommunikation birgt auch Risiken: Wenn das Marketingbudget nicht ausreicht, um beide Kanäle gleichwertig zu bewerben, kann einer der Auswertungswege in der Wahrnehmung untergehen. Studios müssen die Balance finden zwischen der Bewerbung des Kinoerlebnisses und der Bewerbung des Streamingkomforts – ohne dass einer der Kanäle als „zweite Wahl“ erscheint.
Debatte um das Kinoerlebnis vs. Heimkino
Die Frage, ob Day-and-Date-Releases das Kino als kulturelle Institution gefährden oder lediglich eine zeitgemäße Ergänzung darstellen, wird in der Filmbranche und Filmwissenschaft intensiv diskutiert, weil sie direkt mit Fragen der filmischen Inszenierung, der zugrunde liegenden Bildkomposition und ihres idealen Präsentationsortes verknüpft ist. Die Argumente beider Seiten sind gewichtig.
Argumente für das Kino
- Leinwandgröße und Tonqualität: Ein Film, der für die große Leinwand, eine gezielt gestaltete Lichtstimmung und Filmlicht, sorgfältiges Einleuchten am Set, klassische oder moderne Kinoformate und Dolby-Atmos-Sound konzipiert wurde, entfaltet seine volle Wirkung nur im Kino, dessen wahrgenommene Helligkeit und Luminanz im Bild Teil der beabsichtigten Wirkung sind, wie ein Überblick zu den besten Filmen und Highlights im Kino näher beschreibt. Die Filmpremiere als Ereignis lebt von dieser sinnlichen Überwältigung.
- Gemeinschaftserlebnis: Lachen, Staunen, Erschrecken in einem vollen Saal – diese kollektive Erfahrung lässt sich im Wohnzimmer nur schwer reproduzieren.
- Ritualisierter Kinobesuch: Für viele Moviegoers ist der Kinobesuch ein bewusstes Heraustreten aus dem Alltag – ein kulturelles Ritual, das über den Film hinausgeht.
- Kulturelle Institution: Kinos sind nicht nur Abspielorte, sondern Teil des kulturellen Lebens einer Stadt oder Region. Ihr Verschwinden würde eine Lücke hinterlassen, die Streaming nicht füllen kann.
Argumente für den Simultanstart
- Barrierefreiheit: Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit kleinen Kindern oder Zuschauer in ländlichen Regionen ohne nahes Kino profitieren von der sofortigen Heimverfügbarkeit.
- Zeitersparnis und Flexibilität: Der Film kann in the same Minute gestartet werden, in der der Zuschauer Zeit hat – ohne Anfahrt, Parkplatzsuche oder feste Vorstellungszeiten, während im klassischen Werbeumfeld oft ein prägnanter Abbinder als filmischer Slogan das Markenerlebnis über den eigentlichen Kinobesuch hinaus verlängert.
- Kostenersparnis: Ein Kinobesuch mit Partner oder Familie ist teurer als ein Streamingabruf – ein Argument, das in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten an Gewicht gewinnt.
- Sicherheit in Krisenzeiten: In der Pandemie-Phase war der Streamingzugang für viele Zuschauer die einzige Möglichkeit, aktuelle Filme zu sehen.
Einordnung
Die Debatte berührt grundlegende filmwissenschaftliche Questions: Was macht das Dispositiv „Kino“ – also den spezifischen Rezeptionsrahmen von dunklem Saal, großer Leinwand und kollektivem Erleben – gegenüber dem „Heimkino“ besonders? Die Stärkung des Eventcharakters eines Kinostarts geht durch einen Day-and-Date-Release verloren – zumindest für jenen Teil des Publikums, der sich für das Wohnzimmer entscheidet. Ob Day-and-Date-Releases das Kino als Institution schwächen oder ob sie als Ergänzung für bestimmte Titel dienen können, hängt letztlich davon ab, welchen Stellenwert die Kinoerfahrung in einer zunehmend digitalisierten World einnimmt.
Auswirkungen auf die Filmförderung und Programmpolitik
Nationale Filmfördersysteme in Europa sind häufig eng an einen regulären Kinostart und bestimmte Auswertungsabstände geknüpft, die detailliert in Filmprotokollen und Förderanträgen dokumentiert werden und von der Produktionsleitung eines Films geplant und überwacht werden. Day-and-Date-Releases kollidieren in vielen Fällen mit diesen Vorgaben.
Fördervoraussetzungen und Sperrfristen
In Deutschland ist die Filmförderungsanstalt (FFA) eine zentrale Institution der Filmförderung. Viele Förderprogramme setzen einen regulären Kinostart voraus, und die Gewährung von Fördermitteln kann an die Einhaltung bestimmter Sperrfristen zwischen Kinostart und Heimkinoveröffentlichung gebunden sein. Ein Simultanstart kann dazu führen, dass Fördermittel nicht gewährt oder sogar zurückgefordert werden.
- Filmförderung in Deutschland verlangt typischerweise einen theatralen Kinostart
- Sperrfristen zwischen Kino und Heimkino variieren, sind aber in vielen Förderrichtlinien verankert
- Während der Covid-Pandemie wurden temporäre Ausnahmeregelungen geschaffen, die es Filmemachern ermöglichten, kürzere Fenster oder hybride Modelle zu nutzen, ohne Fördermittel zu verlieren
Festivals und Programmkinos
Festivalbetreiber und Programmkinos sind oft auf exklusive Kinostarts und exklusive Inhalte angewiesen. Ein Film, der am Tag seiner Festivalpremiere bereits auf einer Streaming-Plattform verfügbar ist, verliert für das Festival an Wert – der Exklusivcharakter der Erstaufführung geht verloren.
- Große Festivals wie Cannes, Venedig und Berlin haben eigene Regeln dazu, ob Filme gleichzeitig im Streaming verfügbar sein dürfen
- Programmkinos positionieren sich über kuratierte Programme und exklusive Starts – ein Alleinstellungsmerkmal, das durch Simultanstarts untergraben wird
Anpassungen nach 2020
Viele Förderrichtlinien wurden nach 2020/2021 geprüft und teilweise angepasst, um Streaming- und Hybridmodelle einzubeziehen. Der Prozess ist jedoch in vielen Ländern noch nicht abgeschlossen, und die Spannung zwischen traditionellen Förderlogiken und neuen Auswertungsrealitäten bleibt bestehen.
Beispiele prominenter Day-and-Date-Releases seit 2020
Die folgende Übersicht nennt konkrete Filme, die als Day-and-Date-Releases oder mit sehr kurzem Kinofenster gestartet sind. Sie illustrieren die Bandbreite des Modells über verschiedene Studios, Genres und Märkte hinweg.
- Trolls World Tour (2020, Universal/DreamWorks, Premium-VOD): Der Animationsfilm startete im April 2020 als einer der ersten großen Titel gleichzeitig in Drive-In-Kinos und als digitale Leihe. Er generierte in den ersten drei Wochen knapp 95 Millionen US-Dollar im digitalen Verleih und setzte ein deutliches Signal für die Branche.
- Wonder Woman 1984 (2020, Warner Bros., HBO Max): Der DC-Superheldenfilm erschien am 25. Dezember 2020 in US-Kinos und auf HBO Max. Die Kinoeinnahmen blieben unter den Erwartungen, doch der Film half, HBO Max als ernstzunehmende Plattform zu positionieren.
- Godzilla vs. Kong (2021, Warner Bros., HBO Max): Als Teil des Warner-Bros.-Gesamtpakets 2021 startete der Film simultan im Kino und auf HBO Max. Er erzielte in the same Situation bessere Kinoergebnisse als viele andere Titel des Jahres, was teils dem visuellen Spektakel zugeschrieben wurde, das Zuschauer auf die große Leinwand zog.
- Black Widow (2021, Disney, Disney+ Premier Access): Der Marvel-Film mit Scarlett Johansson erschien im Juli 2021 gleichzeitig in Kinos und als Premier Access auf Disney+. Disney meldete Einnahmen von über 60 Millionen US-Dollar allein durch den digitalen Verkaufskanal am Startwochenende, doch die Kinoeinnahmen lagen unter den Erwartungen für einen Marvel-Titel. Der Film wurde vor allem durch die anschließende Klage Johanssons bekannt.
- Dune (2021, Warner Bros., HBO Max): Denis Villeneuves Sci-Fi-Epos lief in den USA simultan im Kino und auf HBO Max. Trotz der Streamingverfügbarkeit erzielte the Film respektable Kinoeinnahmen – ein Ergebnis, das Regisseur Villeneuve dennoch öffentlich kritisierte, da er den Film ausdrücklich für die große Leinwand konzipiert hatte.
- The Matrix Resurrections (2021, Warner Bros., HBO Max): Der vierte Teil der Matrix-Reihe startete im Dezember 2021 als Day-and-Date-Release und blieb sowohl an den Kinokassen als auch in der Kritik hinter den Erwartungen zurück.
- Jungle Cruise (2021, Disney, Disney+ Premier Access): Der Abenteuerfilm mit Emily Blunt und Dwayne Johnson war über Disney+ Premier Access parallel zum Kinostart verfügbar. Die Aufteilung der Einnahmen zwischen Kino und Streaming wurde nicht im Detail veröffentlicht.
- The Suicide Squad (2021, Warner Bros., HBO Max): James Gunns Neuinterpretation startete simultan und erzielte moderate Kinoeinnahmen, aber positive Kritiken.
- Ausgewählte Netflix-Titel mit parallelem Kinostart: Netflix brachte Filme wie „The Irishman“ (2019, begrenzter Kinostart) und „Glass Onion: A Knives Out Mystery“ (2022, kurzer Kinostart vor Streamingdebüt) in verschiedenen Varianten in Kinos. Echte Day-and-Date-Releases im engeren Sinne sind bei Netflix selten, da der Dienst primär auf Streaming setzt.
- Europäische Produktionen: Im deutschsprachigen Raum waren echte Simultanstarts großer Produktionen auch während der Pandemie selten. Einzelne Arthouse- und Dokumentarfilme nutzten hybride Modelle, erhielten aber weniger mediale Aufmerksamkeit als die großen Hollywood-Titel.
Diese Beispiele zeigen, dass der Success eines Day-and-Date-Release stark vom Einzelfall abhängt – von Genre, Marke, Starbesetzung und den spezifischen Marktbedingungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Perspektiven der Filmkritik und Festivals
Die Haltung der Filmkritik und der Festivallandschaft gegenüber Day-and-Date-Releases ist gespalten und hängt auch davon ab, wie stark Aspekte wie Einstellungsgröße und visuelle Wirkung an die große Leinwand gebunden sind. Während einige Kritiker neue Zugangsmöglichkeiten begrüßen, sehen andere eine Bedrohung für den Premierencharakter und die kulturelle Bedeutung des Kinostarts.
Filmkritik
- Kritiker und Fachpresse bewerten Day-and-Date-Releases teils als Chance: Mehr Zuschauer erhalten zeitgleich Zugang, Rezensionen können ein breiteres Publikum erreichen – auch über Social-Media-Videos und Online-Diskussionen – und die öffentliche Diskussion über einen Film kann intensiver geführt werden, wenn alle ihn gleichzeitig sehen können, unabhängig davon, ob ein aufwendiges Szenenbild im Kino oder zuhause wahrgenommen wird.
- Gleichzeitig beklagen viele Filmkritiker den Verlust des Premierencharakters. Ein Film, der am Tag seines Kinostarts bereits zu Hause verfügbar ist, verliert das Momentum einer exklusiven Erstaufführung.
- Die Frage, ob ein Film „fürs Kino gemacht“ ist oder „auch auf dem Tablet funktioniert“, wird in Rezensionen zunehmend thematisiert – etwa wenn diskutiert wird, ob weite Totale, wie sie durch Cropping verändert werden können, und ausgedehnter Long Shot ihre Wirkung im Heimkino voll entfalten können.
Festivals und ihre Regeln
Große Festivals wie Cannes, Venedig und die Berlinale haben eigene Regeln dazu entwickelt, wie sie mit Streaming-Filmen umgehen. Die Konflikte sind teilweise grundsätzlicher Natur:
- Cannes schloss zeitweise Filme aus dem Wettbewerb aus, die keinen regulären Kinostart in Frankreich erhalten – ein Konflikt, der insbesondere Netflix-Produktionen betraf. Die französische Medienchronologie verstärkt diesen Effekt, da ein Streamingstart vor Ablauf der gesetzlichen Frist in Frankreich nicht zulässig ist.
- Venedig zeigte sich offener gegenüber Streaming-Filmen und nahm Netflix-Produktionen wie „Roma“ in den Wettbewerb auf – eine Entscheidung, die in der Branche kontrovers diskutiert wurde.
- Berlin verfolgt einen pragmatischen Mittelweg und akzeptiert Filme verschiedener Auswertungsmodelle, ohne sie systematisch auszuschließen.
Podcast Series und Fachmedien
In Fachmedien und Podcast Series der Filmbranche ist das Thema Day-and-Date-Release ein Dauerbrenner, weil es kreative Prozesse vom Rohschnitt bis zum Feinschnitt und deren Veröffentlichung unmittelbar beeinflusst. Branchenexperten diskutieren regelmäßig die wirtschaftlichen und kulturellen Implikationen, und die Positionen reichen von enthusiastischer Befürwortung bis zur grundsätzlichen Ablehnung. Diese anhaltende Debatte zeigt, dass das Thema in der Branche noch lange nicht abgeschlossen ist.
Ausblick: Zukunft der Release-Strategien in der Filmindustrie
Wie wird sich das Day-and-Date-Release-Model in den kommenden Jahren entwickeln? Nach der akuten Phase der Pandemie hat sich die Branche auf keine einheitliche Antwort geeinigt. Stattdessen zeichnet sich eine größere Vielfalt an Release Strategies ab, die je nach Film, Markt und Unternehmensstrategie variieren.
Kein neuer einheitlicher Standard
Die Erwartung, dass Day-and-Date-Releases nach der Pandemie zum neuen Industry Standard werden würden, hat sich nicht bestätigt. Stattdessen ist ein differenzierteres Bild entstanden: Für bestimmte Filmtypen und Märkte bleibt der Simultanstart eine sinnvolle Option; für andere – insbesondere große Franchise-Blockbuster – hat sich der exklusive Kinostart als wirtschaftlich überlegen erwiesen.
Hybride Modelle als neuer Normalzustand
Am weitesten verbreitet sind heute hybride Modelle mit verkürztem Kinofenster. Statt der traditionellen 90 Tage setzen viele Studios auf 30 bis 60 Tage Kinoexklusivität, gefolgt von Streaming auf dem hauseigenen Dienst. Dieser Kompromiss berücksichtigt sowohl die Interessen der Kinos als auch den Wunsch der Plattformen nach zeitnahem Content.
Offene Questions und Einflussfaktoren
Die weitere Entwicklung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Streaming-Konkurrenz: In einer in the same Age zunehmend fragmentierten Streaming-Landschaft suchen Anbieter nach Differenzierungsmerkmalen. Exklusive Simultanstarts können ein solches Merkmal sein – oder auch zum Request der Zuschauer werden.
- Kinobesucherzahlen: Ob das Kino als Auswertungskanal stabil bleibt oder weiter schrumpft, beeinflusst den Druck auf die Release Windows entscheidend.
- Gesetzliche Regelungen: In Märkten wie Frankreich werden Medienchronologien periodisch neu verhandelt. Jede Lockerung oder Verschärfung hat direkte Auswirkungen auf die Möglichkeit von Simultanstarts und erfordert eine enge Abstimmung mit der Produktionsleitung als organisatorischer Schaltstelle.
- Verträge mit Talenten: Die Erfahrungen aus dem Fall Black Widow und die Streiks von 2023 haben gezeigt, dass Filmemacher und Actors auf klare vertragliche Regelungen bestehen werden. Jede Release Strategy muss frühzeitig mit allen Beteiligten abgestimmt sein.
- Zuschauergewohnheiten: Die nächste Generation von Moviegoers wächst mit Streaming als selbstverständlichem Zugangsweg auf. Ob sie das Kino als eigenes Erlebnis entdecken und book – im Sinne von schätzen – oder primär digital konsumieren, wird langfristig über die Relevanz von Day-and-Date-Releases entscheiden.
Fazit des Ausblicks
Day-and-Date-Releases werden voraussichtlich ein Nischen- oder Spezialinstrument bleiben, eingesetzt für mittlere Budgets, ausgewählte Genres und strategische Plattformziele. Die Zukunft liegt nicht in einem einzigen Modell, sondern in einer flexiblen, filmspezifischen Auswahl der richtigen Release Strategy.
Filmlexikon-Kontext: Wie wir Day-and-Date-Releases einordnen
Als B2C-Wissensportal für Filmbegriffe ordnet Filmlexikon Fachtermini wie „Day-and-Date-Release“, „Release Model“ und „Distribution Timeline“ systematisch ein und verbindet sie mit filmwissenschaftlichen wie praxisbezogenen Kontexten – von erzählerischen Konzepten bis zu Produktionsberufen wie dem Aufnahmeleiter. Unser Anspruch ist es, Begriffe nicht isoliert zu erklären, sondern ihre Zusammenhänge mit anderen Konzepten der Filmbranche transparent zu machen.
Verknüpfung mit weiteren Lexikonartikeln
Dieser Artikel steht in direktem Zusammenhang mit weiteren Einträgen im Filmlexikon:
- Der Eintrag zum Cutter beleuchtet die klassische Rolle des Editors im analogen und digitalen Cut.
- Der Artikel zum Editor erklärt moderne Aufgabenprofile von Filmeditoren in Kino-, TV- und Streamingproduktionen und verweist ergänzend auf Grundlagen des Videoschnitts.
- Der Begriff Mise en Scène ordnet die räumliche und visuelle Gestaltung von Szenen und Szenerie im Verhältnis zu unterschiedlichen Auswertungswegen ein.
- Ergänzend vertieft der Beitrag zur Postproduktion die technischen und organisatorischen Abläufe nach dem Dreh, einschließlich der Arbeit am Schnittplatz.
- Der Eintrag zu Video on Demand erklärt die technischen und wirtschaftlichen Grundlagen digitaler Auswertungswege.
- Der Artikel zum Box Office erläutert, wie Kinoeinnahmen erhoben und kommuniziert werden – und warum sie als Bezugsgröße für Verträge und Bonuszahlungen dienen, insbesondere aus Sicht eines Executive Producers.
- Im Bereich Filmanalyse finden sich Grundlagen, die helfen, die Wirkung eines Films in verschiedenen Rezeptionskontexten – Kino, Heimkino, Streaming – einzuordnen, einschließlich der Rolle der Filmkamera und der Lichtgestaltung für die Bildgestaltung.
- Die Einträge zu Fernsehserie und TV Movie beleuchten verwandte Formate und Auswertungslogiken und gehen auch auf unterschiedliches Filmmaterial in Kino- und TV-Produktionen ein, einschließlich spezifischer Perspektiven wie der Aufsicht und der Wahl des Drehorts.
Empfehlung für Lehrende und Studierende
Für Lehrende, Studierende und Filmemacher empfehlen wir, Day-and-Date-Releases nicht isoliert zu betrachten, sondern im Spannungsfeld von Ökonomie, Technik und Kulturpraxis einzuordnen. Die Frage „Wie kommt a Film zu seinem Publikum?“ berührt Vertragsrecht ebenso wie Medientechnik, Filmästhetik und Publikumssoziologie.
Visuelle Aufbereitung
Zur weiteren Vertiefung bieten sich verschiedene Ways der visuellen Aufbereitung an:
- Zeitstrahl: Gegenüberstellung des klassischen Fenstermodells (90+ Tage Kino → Heimkino → Pay-TV → Free-TV) und des Day-and-Date-Release-Model in einer Infografik, ergänzt um typische Kameraperspektiven wie Totale und Long Shot entlang der Auswertungsstufen.
- Schematische Darstellung: Einnahmeflüsse bei exklusivem Kinostart vs. Simultanstart – wohin fließt das Geld in welchem Model, und wie wirken sich technische Entscheidungen wie das Abblenden oder eine gestalterische Aufblende als Szenenübergang und Überblendung auf die Wahrnehmung der Bilder in den jeweiligen Auswertungskanälen aus?
- Ländervergleich: Medienchronologien im internationalen Vergleich (Frankreich, Deutschland, USA) als übersichtliche Grafik, die sich ebenso wie unterschiedliche Perspektiven zwischen Normalsicht, Obersicht, Untersicht und Großaufnahme vergleichen lässt.
Diese Darstellungen können helfen, die Komplexität des Themas auf a zugängliche Weise zu vermitteln und den Product dieses Lexikonartikels – fundiertes Filmwissen über Inhalte und Filmtechnik und Film-Equipment – in anschaulicher Form zu ergänzen.
*Dieser Artikel wurde von Filmlexikon verfasst und dient der Einordnung eines zentralen Begriffs der modernen Filmauswertung. Für weitere Definitionen und Erklärungen rund um Filmbegriffe, Filmtechnik und Filmberufe besuchen Sie unser umfassendes Filmlexikon.



