Drehort
Was ist ein Drehort?
Drehort Definition
Unter dem Begriff Drehort oder auch Location versteht man den Ort, an dem das Filmset eingerichtet wird, um eine Szene eines Spielfilms, eines Dokumentarfilms oder einer Serie aufzunehmen. Dabei kann es sich entweder um eine Studiokulisse oder um eine reale Umgebung (= Originalschauplatz) handeln, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile haben:
- Eine Aufnahme an einem Originalschauplatz wirkt etwa oft deutlich authentischer als eine Aufnahme aus einem Filmstudio, wenngleich auch an Originalschauplätzen oft noch gewisse Veränderungen und Gestaltungen vorgenommen werden.
- Eine Aufnahme in einem Filmstudio bietet die höchste Kontrolle. So lassen sich etwa Licht, Wetterverhältnisse und Akustik in einem Studio viel stärker selbst bestimmen. Bei Studioaufnahmen kommen oft Greenscreens oder die sogenannte „Virtual Production“ zum Einsatz.

Filmstudios sind beliebte Drehorte, da sie eine große Kontrolle erlauben.
Drehort finden / Gründe für die Drehortwahl
Um den passenden Drehort zu finden, werden oft spezielle Agenturen beauftragt (sog. „Location-Büros“), aber auch freiberufliche Location-Scouts können beauftragt werden, um einen passenden Drehort zu finden.
Der Drehort muss dabei in erster Linie künstlerischen Kriterien genügen. Er muss zur Filmhandlung passen sollte geeignet sein, um die gewünschte Stimmung oder Filmaussage zu unterstreichen. Doch auch ökonomische Faktoren spielen in die Drehortwahl hinein. So dürfen die Mietkosten etwa nicht zu hoch, Umwelteinflüsse und Lichtverhältnisse müssen berücksichtigt werden und oftmals auch ein Stromzugang für das technische Equipment der Filmcrew sichergestellt sein. Oftmals wird zudem eine Drehgenehmigung benötigt.
Ein Drehort ist nicht nur Kulisse, sondern ein Teil der Erzählung. Die Wahl entscheidet darüber, wie glaubhaft eine Geschichte wirkt und wie aufwendig der Dreh wird.
Von der Idee zur Genehmigung
Nach der Suche folgt ein Ortstermin, bei dem das Team prüft, ob der Ort nutzbar ist. Dabei achten Fachleute auf Licht und Sonnenstand, Lärm durch Straßen oder Flugzeuge, Strom, Platz für Technik und Fahrzeuge, sowie Toiletten und Aufenthaltsräume für das Team. Für fast jeden Ort ist eine Erlaubnis nötig. Bei privaten Flächen schließt man in der Regel einen Vertrag mit dem Eigentümer, auf öffentlichen Flächen sind Genehmigungen der Behörden nötig. Versicherungsfragen und Absperrungen gehören ebenfalls zur Planung.
Wirkung auf das Bild
Der Drehort prägt Stil und Stimmung. Enge Räume erzeugen Nähe oder Druck, weite Landschaften wirken frei oder verloren. Außerdem beeinflusst er das Budget: Ein Ort mit Förderung oder guter Infrastruktur kann Kosten senken, ein entlegener Ort Reise und Aufbau verteuern.
Ein bekanntes Beispiel
Die Landschaften Neuseelands wurden durch Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Filme (ab 2001) zum Gesicht von Mittelerde. Das Beispiel zeigt, dass ein Drehort einen Film prägen und später auch den Tourismus beeinflussen kann.
Häufige Verwechslungen
- Drehort und Schauplatz sind nicht dasselbe. Der Schauplatz ist der Ort der Handlung, der Drehort der Ort der Aufnahme. Eine Szene in Paris kann an einem ganz anderen Ort gedreht werden.
- Ein Motiv in der Fachsprache der Location-Abteilung ist der konkrete Drehort, nicht nur ein Bildinhalt.
Praxis-Hinweise
Wer selbst dreht, sollte einen Ort zur geplanten Uhrzeit besuchen, um Licht und Geräusche zu prüfen. Fotos und kurze Notizen helfen später bei der Abstimmung. Drehgenehmigung und Haftung sollten schriftlich geklärt sein. Zudem ist es klug, einen Ersatzort bereitzuhalten, falls Wetter oder Genehmigung scheitern, und den Ort nach dem Dreh sauber zu übergeben.
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