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Obersicht

Filmlexikon | Was ist eine Obersicht?

Obersicht und Obersichten Definition

Unter dem Begriff „Obersicht“ wird eine Kameraperspektive verstanden, bei der die Kamera nach unten gerichtet ist. Werden Schauspieler im Bild gezeigt, befindet sich die Kamera in der Regel oberhalb der Augenhöhe, also über der Linie der Augen, wodurch sich der Blick auf die Figur verändert und sie oft kleiner, unterlegener oder beobachtet wirkt. Obersicht ist eine Kameraperspektive über Augenhöhe. Für Filmbegeisterte, Studierende der Filmwissenschaft, Filmschaffende sowie Lehrer und Schüler ist die Obersicht damit eine grundlegende Perspektive, um filmische Einstellungen und ihre Wirkung gezielt zu verstehen; ein Filmlexikon mit weiteren filmischen Fachbegriffen kann hier zusätzliches Hintergrundwissen liefern.

Die Aufnahme zeigt eine Vogelperspektive, die einen umfassenden Überblick über eine städtische Umgebung bietet. Verschiedene Kameraperspektiven sind zu erkennen, die die Wirkung der Szenerie verstärken und dem Betrachter einen einzigartigen Blickwinkel auf die Motive und Details der Stadt ermöglichen.

Wirkung der Obersicht

Die Obersicht ist auch unter dem Namen Aufsicht oder High Angle Shot bekannt und fasst sämtliche Kameraperspektiven zusammen, die leicht oder stark nach unten geneigt sind. Obersicht wird auch als High Angle Shot bezeichnet. So gehören auch die Vogelperspektive, die Motive aus einer hohen Position zeigt und dem Zuschauer einen distanzierten Blick auf Raum und Geschehen vermittelt und häufig als Bird’s-Eye-Shot gestaltet wird, sowie die extreme Topshot-Perspektive zu den Obersichten, während die Normalsicht beziehungsweise die Normalperspektive in rund 90% der Aufnahmen genutzt wird und die Untersicht seltener ist, aber eine starke Wirkung hat. Die Froschperspektive erzeugt dagegen den Effekt, dass Motive auf den Betrachter mächtig und dominant wirken. Ein typisches Beispiel: Ein Kind oder eine einzelne Person wirkt in der Obersicht schnell verloren und verletzlich.

Die Obersicht lässt Motive kleiner und machtloser erscheinen.

Die Wirkung der Obersicht auf Motive kann sich wie folgt äußern:

  • kleiner

  • machtloser

  • einsam

  • verlassen

Einsatzbereiche der Obersicht

Obersichten können aus unterschiedlichen Gründen eingesetzt werden. Obersicht eignet sich gut für Establishing Shots. Zum einen sind sie – vor allem in der Kombination mit der Supertotalen und anderen Einstellungsgrößen im Film – sehr gut für einen Establishing Shot geeignet, um dem Zuschauer einen Überblick über den Handlungsort und das Geschehen einer Situation im Video zu geben und die räumliche Orientierung für die Geschichte herzustellen, wobei eine bewusste Kameraführung diese Wirkung noch verstärken kann. Zum anderen kann die Obersicht auch eingesetzt werden, um eine Handlungsfigur oder andere Motive wie eine Person oder ein Objekt, die so von oben herab gefilmt werden, kleiner, machtloser, einsam oder verlassen wirken zu lassen, was beim Betrachter sogar Beklemmung oder ein Gefühl von Unterlegenheit auslösen kann – im Gegensatz zu einer Point-of-View-Perspektive oder einer subjektiven Kamera, die den Zuschauer viel stärker mit der Figur verschmelzen lassen. Die Perspektive kann Emotionen wie Beklemmung hervorrufen. Bei Menschen im Bild bestimmen oft schon die Position der Kamera, die Blickrichtung und ihre Höhe, wie eine Szene wahrgenommen wird.

Bildgestaltung und technische Umsetzung

Bei Fotos und anderen Aufnahmen können außerdem Vordergrund, Umgebung und Horizont die Obersicht zusätzlich strukturieren; auch Kamera-Einstellungen, die Wahl einer ruhigen Zentralperspektive im Bildaufbau, das gewählte Objektiv und seine Brennweite und die Wahl des Standpunkts – etwa für einen Top Shot – bestimmen die Wirkung mit.

Die Stadt Denver aus der Obersicht.

Die Obersicht ist eine beliebte Kameraperspektive, wenn es darum geht, dem Zuschauer einen Überblick zu geben. Beim fotografieren spielt sie deshalb auch in der Fotografie und im Film eine wichtige Rolle; ein umfassendes Filmlexikon mit zentralen Filmbegriffen kann zusätzliches Hintergrundwissen vermitteln. Praktische Tipps zur Umsetzung beginnen oft damit, den richtigen Kamerawinkel zu wählen – im Zusammenspiel mit Lichtgestaltung durch den Oberbeleuchter oder dem bewussten Einsatz einer Untersicht ergeben sich weitere gestalterische Möglichkeiten, während in der Planung auch Hinweise wie O.C. / O.S. im Drehbuch berücksichtigt werden; dabei ist fast alles an Equipment nutzbar, solange die Perspektivregel beachtet wird.

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