V wie Vendetta (V for Vendetta) – Figur, Film und Filmgeschichte im Überblick
Einführung: Warum „V wie Vendetta“ heute so relevant ist
Wenige Werke der letzten Jahrzehnte haben politische Fiktion und Popkultur so nachhaltig geprägt wie V wie Vendetta. Was 1982 als britische Graphic Novel von Alan Moore und David Lloyd begann, wurde 2006 unter dem Titel V for Vendetta als Film auf die Leinwand gebracht – und hat seitdem nichts an Brisanz verloren. Die Geschichte eines maskierten Rebellen, der in einem faschistischen England gegen Unterdrückung und Totalitarismus kämpft, berührt Fragen, die im 21. Jahrhundert drängender wirken als je zuvor: Überwachung, Propaganda, der Preis der Freiheit.
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V wie Vendetta ist eine düstere dystopische Comic-Verfilmung, die sich tonal deutlich von anderen dunklen Genrefilmen unterscheidet. Während etwa der Dark Knight von Christopher Nolan einen ambivalenten Ordnungshüter zeigt, der das System schützt, erzählt „V wie Vendetta“ von einem Mann, der das System zerstören will. V ist kein klassischer Superheld – er ist Anarchist, Rächer und Theaterdirektor seiner eigenen Revolution zugleich. Diese Radikalität macht den Film bis heute zu einem einzigartigen Erlebnis.
Entstehungsgeschichte: Vom Comic „V for Vendetta“ zum Film „V wie Vendetta“
Die Graphic Novel: Ursprünge in Thatchers Großbritannien
Die Wurzeln von V for Vendetta liegen in einem politisch aufgeladenen Jahrzehnt. Ab 1982 erschien die Erzählung als Schwarz-Weiß-Streifen in dem britischen Anthologie-Magazin Warrior, herausgegeben von Quality Communications. Alan Moore übernahm das Szenario, David Lloyd die Zeichnungen. Beide Künstler fanden ihre Inspiration im politischen Klima unter Margaret Thatcher: wachsende Sorgen vor einem Überwachungsstaat, zunehmende Polarisierung und die Frage, wie schnell eine Demokratie in autoritäre Strukturen kippen kann.
V wurde 1982 von Alan Moore erschaffen – als Figur, die extreme politische Entwicklungen nicht vorschreibt, sondern untersucht. Die Verwendung von Guy Fawkes als symbolische Referenz – der Mann hinter dem Gunpowder Plot von 1605 – stammte von David Lloyd, der die ikonische Maske entwarf. Die Idee: Rebellion und die Zerstörung des Parlaments als wiederkehrendes Motiv britischer Geschichte.
Nach der Einstellung von Warrior im Februar 1985 übernahm DC Comics das Projekt. Zwischen September 1988 und Mai 1989 erschien eine zehnteilige Farbausgabe, die sowohl die bisherigen Kapitel als auch neue Episoden umfasste und die Story zum Abschluss führte. Die Vorlage war damit komplett – und wartete auf ihre filmische Umsetzung.
Der Weg zum Film
Die Idee, den Stoff zu verfilmen, existierte bereits in den späten 1990er Jahren. Das Drehbuch schrieben die Wachowski-Geschwister, bekannt durch die „Matrix„-Trilogie, wobei bereits die Wahl und Anpassung des Filmtitels Teil der kreativen Gesamtstrategie war. Die Regie übernahm James McTeigue, ihr langjähriger Regieassistent, für den „V wie Vendetta“ das Debüt als alleiniger Regisseur darstellte. Die Produktionsfirma Silver Pictures und Joel Silver fungierten als Produzenten.
Ein zentraler Konflikt begleitete die Produktion: Alan Moore distanzierte sich öffentlich vom Film. Er ließ seinen Namen aus dem Projekt entfernen und kritisierte, seine Themen – insbesondere die Gegenüberstellung von Anarchie und Faschismus – seien verwässert worden. Moore beklagte zudem, kaum in die Produktion einbezogen worden zu sein. Für ihn war die Verfilmung eine Anpassung an ein amerikanisches Mainstream-Publikum, die den subversiven Kern seiner Vorlage verfehlte.
Der deutsche Titel „V wie Vendetta“ verbreitete sich mit dem Filmstart. Inhaltlich unterscheiden sich englischer und deutscher Titel nicht – die Übersetzung folgt dem Muster des Originals.

Handlung von „V wie Vendetta“: Dystopisches England im Überblick
Ausgangssituation: England unter der Norsefire-Partei
Der Film spielt in einem faschistischen Großbritannien der nahen Zukunft. Nach einem verheerenden Krieg und einer fingierten Virus-Pandemie hat die Norsefire-Partei die Macht ergriffen. Kanzler Adam Sutler – dargestellt von John Hurt – regiert mit eiserner Hand. Überwachungskameras, Geheimpolizei (die sogenannten „Fingermen“), Medienkontrolle und systematische Verfolgung von Minderheiten prägen den Alltag. Die Bürger leben in Angst. Wer anders denkt, verschwindet.
In dieser Welt tritt V auf – der maskierte Protagonist, der gegen das totalitäre Regime von Kanzler Sutler kämpft.
Der maskierte Rebell und Evey Hammond
Die Handlung setzt ein, als die junge Evey Hammond nachts auf der Straße von Fingermen angegriffen wird. Evey wird von V gerettet, nachdem sie angegriffen wurde – der Beginn einer Beziehung, die zwischen Vertrauen, Manipulation und Transformation pendelt.
V eröffnet seinen Feldzug spektakulär: Er sprengt das Old Bailey, Londons Strafgerichtshof, begleitet von Tschaikowskis „Ouvertüre 1812″. Tags darauf übernimmt er die Kontrolle über den staatlichen Fernsehsender BTN und fordert die Bürger auf, sich am 5. November – dem Jahrestag des Gunpowder Plot – vor dem Parlament zu versammeln.
In der Folge tötet V systematisch alles, was mit dem Larkhill-Lager in Verbindung steht: Ärzte, Funktionäre, Verbündete des Regimes. V tötet alle Beteiligten des Larkhill-Lagers, außer Prothero – den ehemaligen Kommandanten, den er in den Wahnsinn treibt, statt ihn zu ermorden. Auch Bischof Lilliman und weitere Mitglieder des Systems fallen seinen Aktionen zum Opfer.
Eveys Wandlung und das Finale
Evey gerät in Vs Einflussbereich und durchlebt eine scheinbare Inhaftierung, die sich als inszenierte Folter durch V selbst herausstellt. Der Zweck: Sie soll ihre Angst überwinden. Es ist eine der umstrittensten Szenen des Films – und zugleich der Wendepunkt in Eveys Entwicklung.
Die Klimax führt in einen U-Bahntunnel unter dem Parlament. V plant, einen mit Sprengstoff gefüllten U-Bahn-Zug zu sprengen und damit das Parlamentsgebäude zu zerstören. In einer finalen Konfrontation mit Peter Creedys Schergen wird V tödlich verwundet. Evey findet ihn sterbend, legt ihn auf den Zug – und trifft die Entscheidung, den Plan zu vollenden.
Am 5. November strömt eine Menge maskierter Bürger vor das Parlament. Inspector Eric Finch lässt sie passieren. Das Parlament explodiert in einer Symphonie aus Feuer und Feuerwerk. Die Maske gehört nun dem Volk.

Figur „V“: Biographie, Geheimnisse und Symbolik
Anonyme Vergangenheit und Larkhill
V ist der Hauptprotagonist von „V wie Vendetta“ – und zugleich ein Rätsel. Sein bürgerlicher Name bleibt in Comic und Film unbekannt. Was bekannt ist: Er hat einen militärischen Hintergrund und wurde gefoltert. In dem fiktiven Larkhill Resettlement Camp unterzog ihn das Regime medizinischen Experimenten, die ihn physisch und psychisch veränderten. Er überlebte einen verheerenden Brand, der das Lager zerstörte, und floh – verwandelt in etwas anderes als den Menschen, der er zuvor war.
Das Lager Larkhill ist mehr als ein Handlungsort: Es ist der Kern der Biowaffen-Verschwörung, die das Norsefire-Regime zur Machtergreifung nutzte. Die dort durchgeführten Versuche an Häftlingen – politischen Gefangenen, Homosexuellen, Dissidenten – produzierten den Virus, mit dem die Regierung später Angst schürte und sich als Retterin inszenierte.
Valerie Page: Der Brief, der alles verändert
Unter den Opfern von Larkhill war Valerie Page – eine lesbische Schauspielerin, die wegen ihrer sexuellen Orientierung inhaftiert wurde. Valerie schrieb ihren Lebensbericht auf Toilettenpapier und versteckte ihn in einer Mauerritze. V fand diesen Brief, und er wurde zum ideologischen Fundament seiner Vendetta.
Valeries Geschichte – Liebe, Verfolgung, Würde im Angesicht des Tods – formt V emotional und politisch. Im Film wie im Comic ist der Brief ein Schlüsselelement: Er wird später an Evey weitergereicht und löst auch bei ihr eine grundlegende Verwandlung aus.
Die Maske als Entpersonalisierung
V trägt eine Guy-Fawkes-Maske als sein Markenzeichen – entworfen von David Lloyd, inspiriert vom historischen Guy Fawkes und dem Gunpowder Plot von 1605, wobei das charakteristische Erscheinungsbild auch die Arbeit von Maskenbild und Kostümschneider widerspiegelt. Der 5. November ist der Jahrestag des Gunpowder Plot von 1605, an dem Fawkes versuchte, das englische Parlament zu sprengen. V identifiziert sich bewusst mit dieser Tradition.
Die Maske entpersonalisiert ihn: V ist keine Person, sondern eine Idee. Niemand kennt seinen Namen, niemand sieht sein Gesicht. Das macht ihn unsterblich – denn eine Idee, wie V selbst betont, ist kugelsicher. V wird von Hugo Weaving im Film dargestellt, der trotz starrer Maske allein durch Stimme und Körpersprache eine der einprägsamsten Figuren des Jahrzehnts schuf.
Historische Bezüge: Guy Fawkes, Monte Christo und das Phantom
V verwebt sich bewusst mit literarischen und historischen Figuren. Die Parallele zu Guy Fawkes liegt auf der Hand: Sprengung des Parlaments als ultimativer Akt der Rebellion. Daneben zitiert V den Grafen von Monte Christo – Alexandre Dumas‘ Racheerzählung eines zu Unrecht Inhaftierten, der systematisch seine Peiniger vernichtet. Auch das Phantom der Oper klingt an: der entstellte Mann im Versteck, der eine junge Frau in seine Welt zieht.
Diese Schichtung macht V zu einer Figur, die weit über den Fall einer einzelnen Graphic Novel hinausreicht.
Evey Hammond: Von Opfer zur Nachfolgerin
Eine junge Frau im totalitären London
Evey Hammond ist die zweite Hauptfigur – und in gewisser Weise die eigentliche Protagonistin, denn sie durchlebt die deutlichste Entwicklung. Im Film arbeitet sie beim Fernsehsender BTN, ist jung, verängstigt und politisch passiv. Ihre Eltern waren Opfer des Regimes: Der Vater wurde als politischer Dissident verhaftet, die Mutter starb. Evey hat gelernt, sich unsichtbar zu machen.
Natalie Portman verkörpert Evey mit einer Intensität, die besonders in der zweiten Filmhälfte zum Tragen kommt. Ihre Rolle verlangt eine Bandbreite von Angst über Wut bis hin zu stiller Entschlossenheit.
Die „Gefängnis“-Sequenz
Der entscheidende Wendepunkt in Eveys Entwicklung ist die Sequenz, in der sie scheinbar von der Geheimpolizei inhaftiert wird. Sie wird verhört, ihr Kopf wird rasiert, sie wird isoliert. Der einzige Trost: ein versteckter Brief von Valerie Page, der ihr von Würde und Widerstand erzählt.
Die Auflösung – dass V selbst die Folter inszeniert hat, um Evey von ihrer Angst zu befreien – gehört zu den kontroversesten Momenten des Films. Ist es Befreiung oder Gaslighting? Pädagogik oder Missbrauch? Der Film lässt diese Spannung bewusst stehen.
Nach der Erfahrung ist Evey verwandelt. Evey Hammond durchläuft eine Wandlung zur selbstbewussten Widerstandskämpferin. Sie hat keine Angst mehr – nicht vor dem Tod, nicht vor dem Regime, nicht vor der Wahrheit.
Evey als Nachfolgerin
Am Ende wird Evey zur Nachfolgerin von V ausgebildet. Sie trifft die finale Entscheidung, den Zug mit Sprengstoff fahren zu lassen. Sie trägt die Maske. Sie steht vor Inspector Finch und erklärt, wer V war – nämlich alles und alle.
Im Comic ist Evey jünger, ärmer und die Darstellung ist härter und realistischer. Im Film wurde ihre Figur romantisiert, aber emotional nicht weniger wirkungsvoll. Die Beziehung zwischen V und Evey oszilliert zwischen Mentor und Schülerin, Retter und Gefangener – eine Dynamik, die den Film von konventionellen Liebesgeschichten abhebt.

Weitere zentrale Figuren: Sutler, Finch und das Norsefire-Regime
Adam Sutler: Der Kanzler
Adam Sutler, dargestellt von John Hurt, ist das Gesicht der Diktatur. Er erscheint fast ausschließlich auf riesigen Bildschirmen – eine visuelle Anleihe an Big Brother aus George Orwells „1984″. Seine Rhetorik, seine Gestik und die Art, wie er seine Untergebenen einschüchtert, erinnern an historische Diktatoren. Die Norsefire-Organisation ist mit der Nazi-Partei vergleichbar: Gleichschaltung der Medien, Verfolgung von Minderheiten, Instrumentalisierung von Angst.
Eric Finch: Der Ermittler
Inspector Eric Finch, gespielt von Stephen Rea, ist der vielleicht komplexeste Charakter des Films. Als Chefinspektor der Polizei beginnt er, Vs Morde zu untersuchen – und stößt dabei auf die Wahrheit über Larkhill, die Biowaffen-Verschwörung und die Lügen des Regimes. Finch ist kein Rebell, sondern ein Systemmensch, der durch Erkenntnis zum stillen Verbündeten der Wahrheit wird. Seine Rolle als moralischer Kompass funktioniert, weil Stephen Rea ihn mit einer ruhigen Verzweiflung spielt, die den theatralischen V perfekt kontrastiert.
Das Personal des totalitären Staates
Weitere Schlüsselfiguren repräsentieren jeweils ein Element des Machtapparats:
- Peter Creedy – Chef der Geheimpolizei, Gewaltapparat
- Lewis Prothero – TV-Propagandist und ehemaliger Lagerkommandant, Stimme des Regimes
- Bischof Lilliman – Kirchenfigur mit dunklen Geheimnissen, verkommener Klerus
- Dr. Delia Surridge – Ärztin in Larkhill, Wissenschaft im Dienst der Macht
- Gordon Dietrich – Fernsehmoderator, der heimlich Kunst und verbotene Meinungen pflegt und Evey vorübergehend Unterschlupf bietet
Im Comic sind manche dieser Figuren nuancierter gezeichnet, weniger karikaturesk als im Film. Besonders Finch erhält im Comic einen LSD-Trip, der seine Erkenntnis über das System symbolisch überhöht – ein Element, das im Film fehlt.
Persönlichkeit und Ideologie von V: Held, Terrorist oder beides?
Kultiviertheit und Obsession
V ist ein Mann der Widersprüche. Er zitiert Shakespeare und Voltaire, hört Beethoven und sammelt verbotene Kunst in seinem unterirdischen Versteck, der Shadow Gallery. Er kocht Frühstück für Evey, während er methodisch seine Feinde liquidiert. Seine Sammlung umfasst Gemälde, Bücher, Filme und Musik – alles Dinge, die das Regime verboten hat.
Gleichzeitig ist er obsessiv, rachsüchtig und manipulativ. Seine Vendetta ist persönlich motiviert, auch wenn er sie als politischen Akt inszeniert. Er plant jahrelang, bevor er zuschlägt. Jede Aktion ist choreografiert, theatralisch – ein Kampf, der ebenso Aufführung wie Angriff ist.
Gewaltbereitschaft und Rache
V kämpft mit terroristischen Mitteln gegen das Regime. Er sprengt Gebäude, tötet gezielt Funktionäre, verbreitet Angst unter den Mächtigen. Aus Sicht des Establishments ist er ein Terrorist. Aus Sicht der unterdrückten Bürger ist er ein Freiheitskämpfer. Der Film weigert sich, diese Frage eindeutig zu beantworten – und das ist seine Stärke.
Er kämpft gegen die faschistische Norsefire-Organisation mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen: Sprengstoff, Schwert, Theatralik und die Macht der Symbole. Dabei zeigt der Film, dass seine Methoden moralisch nicht unproblematisch sind. V ist kein Held im konventionellen Sinne, sondern ein Katalysator.
Anarchist oder Humanist?
Ideologisch steht V zwischen Anarchismus und Humanismus. Im Comic positioniert Alan Moore ihn deutlicher als Anarchist – als jemand, der den Staat als solchen ablehnt. Im Film ist diese Position weicher gezeichnet, aber der Kern bleibt: V glaubt an die Selbstregierung der Bürger. Er glaubt, dass Menschen fähig sind, sich selbst zu organisieren, wenn man ihnen die Angst nimmt.
Der Einzelne kann gesellschaftliche Veränderungen auslösen – das ist die zentrale These, die V verkörpert. Er will nicht selbst herrschen. Er will, dass niemand herrscht. Seine Vendetta endet mit seinem Tod, weil die Idee weiterlebt, nicht die Person.
Der Diskurs, ob V Freiheitskämpfer oder Terrorist ist, wird in filmwissenschaftlichen Seminaren ebenso geführt wie in Schulklassen. Es gibt keine einfache Antwort – und genau darin liegt der filmische und intellektuelle Wert dieses Charakters.
Politische und gesellschaftliche Themen in „V wie Vendetta“
Faschismus und Überwachungsstaat
Der Film thematisiert die Unterdrückung durch autoritäre Regierungen mit einer Deutlichkeit, die über bloße Fiktion hinausreicht und nutzt dafür unter anderem visuelle Überblendungen als stilistische Übergänge zwischen Propagandabildern und Realität. Das Norsefire-Regime zeigt Parallelen zu historischen Systemen – NS-Deutschland, Stalinismus – und zu modernen Sicherheitsdiskursen nach den Anschlägen vom 11. September 2001.
Überwachung und Kontrolle sind zentrale Themen des Films. Kameras an jeder Straßenecke, Abhöranlagen, Geheimpolizei – die dargestellte Welt erinnert an Debatten, die in Großbritannien und anderen westlichen Demokratien tatsächlich geführt werden. Der Film thematisiert den Überwachungsstaat mit Medienzensur als Normalzustand.
Medienkontrolle und Propaganda
Der staatliche Sender BTN im Film ist ein Werkzeug der Macht. Nachrichten werden fabriziert, Wahrheiten unterdrückt, und die Bürger erhalten nur die Realität, die die Regierung ihnen zugesteht. Die Parallelen zu modernen Diskussionen über Fake News, staatlich gelenkte Medien und Informationskontrolle sind offensichtlich und lassen sich in der Analyse gut mit Beispielen aus dem Videoschnitt, etwa der manipulativen Auswahl von Bildern, verknüpfen.
V durchbricht diese Kontrolle, indem er BTN übernimmt und direkt zu den Menschen spricht. Seine Botschaft: Schaut euch an, was um euch herum geschieht. Die Macht der Symbole wird im Kampf gegen das Regime betont – Vs Ansprache, seine Maske und die Sprengung des Old Bailey sind bewusste Medienereignisse.
Biopolitik und Angst
Einer der verstörendsten Aspekte des Films ist die fingierte Virus-Pandemie, mit der Norsefire die Machtergreifung legitimierte. Die Regierung ließ einen Virus freisetzen, tötete Tausende und bot sich dann als Retterin an. Angst wird politisch genutzt, um Kontrolle zu gewinnen – ein Mechanismus, der in der realen Welt nach Terroranschlägen und Gesundheitskrisen diskutiert wird.
Die Themen Freiheit versus Sicherheit und Angst als Herrschaftsinstrument werden behandelt, ohne dass der Film einfache Antworten gibt. Der Verlust von Freiheit wird durch staatliche Unterdrückung kritisiert, aber der Film zeigt auch, dass Freiheit Verantwortung erfordert – dass eine Gesellschaft, die ihre Freiheit aufgibt, mitverantwortlich ist für das, was danach kommt.
Religions- und Minderheitenverfolgung
Das Norsefire-Regime verfolgt Homosexuelle, politische Gegner, Muslime und andere Gruppen. Die Geschichte von Valerie Page – verfolgt und getötet, weil sie eine Frau liebte – ist das emotionale Zentrum dieser Thematik. Der Film macht Verfolgung sichtbar und persönlich, statt sie als abstraktes Phänomen zu behandeln.
Ziviler Ungehorsam und die Macht des Volkes
Die finale Szene des Films – eine Menge von Bürgern in Guy-Fawkes-Masken, die schweigend auf das Parlament zumarschiert – ist eine der eindrücklichsten Darstellungen zivilen Ungehorsams im Kino. Der Film stellt die Frage, ob Gewalt zur Erringung von Freiheit legitim ist, beantwortet sie aber nicht moralisch, sondern visuell: Die Macht liegt letztlich beim Volk, nicht bei einem einzelnen Rächer.
Der Film wirft Fragen über die Rolle von Gewalt auf, die weit über den Plot hinausreichen. Er ist ein Denkanstoß, kein Manifest.
Visuelle Gestaltung: Bildsprache, Farbe und Kameraarbeit
Düster, kontrastreich, symbolisch
Die visuelle Inszenierung von „V wie Vendetta“ arbeitet mit starken Kontrasten. Schatten und Silhouetten dominieren viele Szenen – V ist häufig als dunkle Gestalt vor hellem Hintergrund oder Feuerschein zu sehen. Die Bildsprache erinnert an das Chiaroscuro-Prinzip des Comics, übersetzt in filmische Mittel: Tiefe Schwarztöne treffen auf intensives Rot und Orange.
Farbkonzept und Symbolik
Das Farbkonzept folgt einer klaren Logik:
- Rot – Revolution, Blut, Feuer, Leidenschaft
- Schwarz – Macht, Unterdrückung, Vs Erscheinung
- Gold/Gelb – Die Maske, Hoffnung, die Flamme der Rebellion
Feuer ist das zentrale visuelle Motiv des Films. Es steht für Zerstörung und Neuanfang gleichermaßen. Die Explosionen des Old Bailey und des Parlaments sind nicht nur Plot-Elemente, sondern visuelle Ausrufezeichen.
Kamera und Inszenierung
Die Kameraarbeit wechselt zwischen Totalen bei Massenaufmärschen und Demonstrationen und intimen Nahaufnahmen bei emotionalen Momenten und nutzt bewusst unterschiedliche Einstellungsgrößen zur Wirkungsgestaltung. Vs „Hero Shots“ – Aufnahmen, die ihn in voller Montur zeigen – sind sorgfältig komponiert: Umhang, Maske, Hut, Silhouette gegen den Nachthimmel.
Die Folter- und Isolationsszenen mit Evey nutzen enge Bildausschnitte und kaltes Licht, um Klaustrophobie zu erzeugen. Der Kontrast zur weiten Totale der finalen Parlamentsszene unterstreicht Eveys Befreiung.
Technisch wurde der Film auf 35 mm Filmmaterial gedreht, im Seitenverhältnis 2,35:1 (Cinemascope), mit einer Laufzeit von 132 Minuten, wobei im digitalen Mastering Cropping und Formatfragen eine Rolle spielen. Das breite Format verstärkt die architektonische Wucht Londons und die Monumentalität der politischen Schauplätze.
Einordnung im Kontext anderer Comicverfilmungen
Visuell ist „V wie Vendetta“ nüchterner als „Sin City“ (das seinen Comic-Hintergrund stilistisch betont), aber deutlich stilisierter als die meisten Marvel-Produktionen der 2000er. Die Ernsthaftigkeit der Bildsprache rückt den Film in die Nähe des Dark Knight, auch wenn die Farbpalette unterschiedlich ist. Die düstere Ästhetik hat spätere Dystopie-Produktionen wie „The Handmaid’s Tale“ beeinflusst, in denen Farbe und Raum ähnlich symbolisch eingesetzt werden und die an die Bildsprache klassischer Cyberpunk-Filme mit gesellschaftskritischer Zukunftsvision erinnern.

Musik und Sounddesign: Von Tschaikowski bis Sprengung des Parlaments
Der Score von Dario Marianelli
Komponist Dario Marianelli schuf für „V wie Vendetta“ einen Score, der zwischen klassischer Orchestrierung und bedrohlicher Atmosphäre pendelt. Die Grundthemen sind melancholisch und majestätisch zugleich – passend zu einer Figur, die gleichzeitig Tragödie und Triumph verkörpert.
Der Score unterstützt die emotionalen Schichten des Films: leise Streicher in den Szenen zwischen V und Evey, bedrohliche Bläser bei den Auftritten des Regimes, triumphale Orchesterpassagen bei Vs Aktionen.
Tschaikowskis „Ouvertüre 1812″
Die brillanteste musikalische Entscheidung des Films ist die Verwendung von Pjotr Tschaikowskis „Ouvertüre 1812″ in den beiden Schlüsselszenen der Parlamentssprengung – zuerst beim Old Bailey, dann im Finale. Das Stück wurde ursprünglich zum Gedenken an den russischen Sieg über Napoleon komponiert und enthält Kanonenschüsse als musikalische Elemente. Im Kontext des Films wird es zur ironischen Brechung: Hochkultur begleitet Zerstörung, Feuerwerk überlagert Revolution.
Sounddesign
Das Sounddesign kontrastiert gezielt Lärm und Stille und demonstriert die Bedeutung präziser Akustik in der filmischen Atmosphäre, während am Set klassische Werkzeuge wie die Filmklappe zur Synchronisation von Ton und Bild die Grundlage für die spätere Mischung schaffen. Die Explosionen sind laut und physisch spürbar, die Lautsprecheransagen des Regimes durchdringen den Alltag wie akustische Überwachung. In den Folter- und Isolationsszenen mit Evey herrscht dagegen Stille – unterbrochen nur von Tropfen, Schritten und Eveys Atem. Diese akustische Reduktion verstärkt die Beklemmung und macht die Befreiung im Regen umso wirkungsvoller.
Von der Graphic Novel zur Leinwand: Adaptionen und Abweichungen
Zeitliche und politische Verschiebung
Die Adaption eines Comics in einen Spielfilm erfordert immer Entscheidungen darüber, was bleibt und was sich ändert. Bei „V wie Vendetta“ betreffen die Unterschiede zwischen Vorlage und Film sowohl die Zeitebene als auch den politischen Fokus.
Im Comic ist das Setting auf 1997 datiert und reagiert auf den britischen Thatcherismus der 1980er. Der Film verschiebt die Handlung in eine unbestimmte nahe Zukunft und reflektiert stärker die Post-9/11-Ära: Sicherheitsgesetze, Terrorangst und die Bereitschaft westlicher Gesellschaften, Freiheitsrechte gegen vermeintliche Sicherheit einzutauschen – Aspekte, die in erweiterten Fassungen eines Director’s Cut oft noch ausführlicher thematisiert werden könnten.
Figurenänderungen
Die Beziehung zwischen V und Evey ist im Film stärker romantisiert als im Comic. Dort ist Evey bei ihrer ersten Begegnung mit V deutlich jünger und in einer noch verzweifelteren Lebenslage – bis hin zur Prostitution. Der Film machte sie älter, gab ihr einen Arbeitsplatz und eine klarere eigene Handlungsmacht.
Nebenfiguren wie Gordon Dietrich erhielten im Film mehr Gewicht, andere – wie Helen Heyer, die im Comic eine eigene Machtagenda verfolgt – fielen komplett weg. Der Film konzentrierte sich auf weniger Handlungsstränge und schärfte dadurch die emotionale Linie.
Strukturunterschiede
Die erzählerische Struktur des Comics ist komplexer: Mehrere Perspektiven, parallele Handlungsbögen, Kapitel, die wie eigenständige Kurzgeschichten funktionieren und sich wie unterschiedlichstes Footage im Rohzustand zu einem Gesamtbild fügen – ähnlich wie ein Editor aus vielen Fragmenten einen stimmigen Film montiert. Der Film folgt einer lineareren Dramaturgie im Drei-Akt-Modell, die dem Rhythmus eines Spielfilms von 132 Minuten Laufzeit entspricht und im Feinschnitt in Tempo und Übergängen präzise abgestimmt wird.
Im Comic ist V rücksichtsloser: Er tötet auch Menschen, die nicht direkt am Lagersystem beteiligt waren, was eine sorgfältige Continuity der erzählerischen Härte über mehrere Kapitel hinweg verlangt. Die moralische Ambivalenz ist dort schärfer. Der Film romantisiert V stärker – er zeigt Reue und Empathie, etwa in Bezug auf Zivilisten.
Warum diese Änderungen?
Die Anpassungen lassen sich auf mehrere Faktoren zurückführen: ein amerikanisches Publikum, dem der spezifisch britische Kontext erklärt werden musste; die Notwendigkeit, eine komplexe Graphic Novel in eine filmtaugliche Laufzeit zu komprimieren; und das Ziel, einen Mainstream-Thriller zu produzieren, der trotzdem politisch relevante Fragen stellt.
James McTeigue betonte, man habe zentrale Themen bewahren wollen, aber Anpassungen vorgenommen, die für das Medium Film nötig waren. Das Ergebnis ist keine 1:1-Übertragung, sondern eine eigenständige Interpretation der Vorlage.
Rezeption und Kritik: Wie „V wie Vendetta“ 2006 aufgenommen wurde
Veröffentlichung und Altersfreigabe
Der Film feierte seine Deutschland-Premiere am 13. Februar 2006 auf der Berlinale. Der reguläre Kinostart in Deutschland war am 16. März 2006. Die FSK erteilte eine Altersfreigabe ab 16 Jahren – begründet durch die Gewaltdarstellungen, die politisch extremen Inhalte und die Folter-Szenen.
Der Originalstart in den USA war für den 5. November 2005 geplant – passend zum Guy-Fawkes-Tag. Er wurde jedoch auf März 2006 verschoben, offiziell wegen der Postproduktion der visuellen Effekte, also jener Phase der Post Production, in der Schnitt, Ton und Feinschliff finalisiert werden. In Deutschland erhielt der Film das Prädikat „wertvoll“ durch die Filmbewertungsstelle FBW.
Kritische Aufnahme
Die Kritiken fielen gemischt bis positiv aus. Lob gab es für die starke Bildsprache, die theatralische Inszenierung, Natalie Portmans Wandlung und Hugo Weavings markige Darstellung trotz fixer Maske. Kritiker bemängelten, der Film vereinfache komplexe politische Motive und glorifiziere Gewalt als Mittel der Befreiung.
In der deutschsprachigen Kritiklandschaft wurde besonders die Terrorismus-Darstellung im Kontext der Post-9/11-Debatten diskutiert. Manche Rezensenten sahen in dem Film eine mutige politische Stellungnahme, andere eine unzulässige Vereinfachung.
Einordnung als frühe ernste Comicverfilmung
„V wie Vendetta“ erschien zwei Jahre vor „The Dark Knight“ und markiert den Übergang von reinen Superhelden-Filmen zu politisch-gesellschaftlichen Stoffen im Gewand der Comicverfilmung, während parallel hochstiliserte Trickfilm– und Animationswelten andere Wege der Bildgestaltung gingen. Der Film bewies, dass Comicadaptionen mehr sein können als Eskapismus – sie können unbequeme Fragen stellen und ein erwachsenes Publikum ansprechen.
Kultstatus und Popkultur: Die Guy-Fawkes-Maske als globales Symbol
Vom Film zum Protestsymbol
Die Guy-Fawkes-Maske ist heute eines der weltweit bekanntesten Symbole für Widerstand – und das verdankt sie zu einem erheblichen Teil dem Film „V wie Vendetta“. Zwar existierte die historische Figur Guy Fawkes und seine Maske seit Jahrhunderten in der britischen Kultur, doch erst die stilisierte Version von David Lloyd – das grinsende, spitzbärtige Gesicht – wurde zum universalen Zeichen.
Reale Protestbewegungen
Die Maske wurde zum Erkennungszeichen mehrerer globaler Bewegungen:
- Anonymous – das dezentrale Hackerkollektiv nutzte die Maske ab etwa 2008 als Identitätsmerkmal
- Occupy Wall Street – Protestierende trugen sie 2011 als Symbol gegen die Macht der Finanzindustrie
- Demonstrationen weltweit – von den Protesten in der Türkei über Hongkong bis zu europäischen Anti-Überwachungsbewegungen
Die Maske erlaubt Anonymität und Identifikation gleichzeitig: Wer sie trägt, ist niemand und jeder – genau wie V es intendierte.
Bedeutungsverschiebung
Die Wahrnehmung der Maske hat sich verschoben. Ursprünglich ein spezifisches Filmreferenzobjekt, wurde sie zum allgemeinen Symbol für Widerstand gegen Machtstrukturen jeder Art. Diese Universalität ist zugleich ihre Stärke und ihre Schwäche: Die Maske kann für alles stehen – von legitimen Bürgerrechtsbewegungen bis zu diffusen Protestformen.
Kommerzieller Widerspruch
Ein ironischer Aspekt: Die Lizenzrechte am Maskendesign liegen bei Warner Bros. Jede verkaufte Maske bringt dem Filmstudio Tantiemen ein. Das Symbol des Widerstands gegen kapitalistische Machtstrukturen ist selbst ein kommerzielles Produkt – eine Ironie, die Alan Moore vermutlich nicht entgangen ist.

„V wie Vendetta“ und „The Dark Knight“: Zwei Seiten der düsteren Comicverfilmung
Kontext: Zwei Filme, eine Ära
2006 erschien „V wie Vendetta“, 2008 folgte „The Dark Knight“ unter der Regie von Christopher Nolan. Beide Filme sind düstere Comicadaptionen, die sich mit politischen und moralischen Fragen auseinandersetzen. Beide wurden zu kulturellen Meilensteinen. Doch ideologisch und strukturell könnten sie unterschiedlicher kaum sein.
Vergleichspunkte
| Aspekt | V wie Vendetta | The Dark Knight |
|---|---|---|
| Protagonist | V – anarchistischer Rebell | Batman – ambivalenter Ordnungshüter |
| Verhältnis zum System | Will es zerstören | Will es schützen |
| Maskenfigur | V – feste Maske, unveränderlich | Joker – geschminkt, chaotisch |
| Politischer Kern | Faschismus vs. Anarchie | Ordnung vs. Chaos |
| Tonalität | Theatralisch, pathetisch | Realistisch, grimmig |
| Stadtbild | London – dunkel, stilisiert | Gotham/Chicago – brutal, urban |
Ideologischer Kern
Der fundamentale Unterschied liegt im Verhältnis der Hauptfigur zum System. V ist ein Sprenger: Er will den Staat nicht reformieren, sondern abschaffen. Batman ist ein Hüter: Er operiert außerhalb des Gesetzes, aber zum Schutz der bestehenden Ordnung. V gibt die Maske ans Volk. Batman nimmt die Schuld auf sich, damit das System intakt bleibt.
Beide Filme stellen die Frage, ob Gewalt als politisches Mittel legitim sein kann – und kommen zu unterschiedlichen Antworten. In „V wie Vendetta“ lautet die Antwort: vielleicht, wenn alles andere versagt hat. In „The Dark Knight“: Gewalt korrumpiert, selbst wenn sie gut gemeint ist.
Nutzen für Analyse und Unterricht
Für Studierende und Lehrkräfte bieten beide Filme ein ideales Doppelprogramm: Zwei Comicadaptionen, zwei politische Perspektiven, zwei filmische Sprachen. Die vergleichende Filmanalyse dieser Werke schärft den Blick für Genre-Konventionen, ideologische Subtexte und die Frage, wie Film politische Ideen vermittelt.
Genre-Einordnung: Dystopie, Politthriller, Comicverfilmung
Mehrfache Genre-Zugehörigkeit
„V wie Vendetta“ lässt sich keinem einzelnen Genre zuordnen. Der Film verbindet Elemente aus:
- Dystopie – totalitäres Regime, Überwachung, Unterdrückung individueller Freiheit
- Politischer Thriller – Ermittlung durch Eric Finch, Verschwörungsaufdeckung, Racheplan
- Science-Fiction – futuristisches Setting, Biowaffen-Plot, gesellschaftliche Extrapolation
- Actionfilm – Kampfchoreographien, Explosionen, physische Konfrontation
- Comicadaption – Ursprung als Graphic Novel, visuelle Ikonographie
Was macht eine Dystopie aus?
Eine Dystopie beschreibt eine Gesellschaft, in der grundlegende menschliche Freiheiten systematisch beschnitten werden. Kontrolle, Überwachung, Mangel an Individualität und ein totalitäres Regime sind die Kernmerkmale. „V wie Vendetta“ erfüllt alle davon: Norsefire kontrolliert Medien, verfolgt Minderheiten, überwacht die Bürger und stützt sich auf Angst als Machtinstrument.
Thriller-Elemente
Parallel zur Dystopie-Ebene funktioniert der Film als Thriller: Eric Finch ermittelt, deckt Schicht für Schicht die Wahrheit auf. V selbst hat einen Plan – eine jahrelang vorbereitete Vendetta – deren einzelne Schritte den Plot vorantreiben. Die Spannung entsteht aus der Frage, ob der Plan aufgeht und wer am Ende steht.
Abgrenzung zum Superheldenfilm
V hat keine Superkräfte. Er trägt keine Spandex-Uniform. Es gibt keinen Superschurken im klassischen Sinne – Sutler ist ein Politiker, kein kosmischer Bösewicht. Der Film unterscheidet sich fundamental vom klassischen Superheldenfilm, weil er nicht auf Identitätsmystik setzt, sondern auf politische Idee. V ist ein Symbol, kein Superheld.
Filmische Mittel: Montage, Zeitstruktur und Erzählweise
Lineare Handlung mit Rückblenden
Die Erzählstruktur des Films folgt einer überwiegend linearen Haupthandlung, durchbrochen von Rückblenden zu zwei Zeitebenen: Vs Zeit in Larkhill und Valeries Lebensgeschichte. Diese Rückblenden sind nicht willkürlich platziert, sondern werden durch Erzählanlässe ausgelöst – den Fund des Briefes, die Konfrontation mit Dr. Surridge.
Parallelmontage
Parallelmontage – eine Form des Cross-Cutting zur parallelen Darstellung von Handlungslinien – wird im Film an mehreren Schlüsselstellen eingesetzt. Besonders wirkungsvoll ist die finale Sequenz: Während die Menge der Maskierten durch London marschiert, konfrontiert V seine Gegner im Untergrund, und Creedy versucht, die Situation zu kontrollieren. Die Montage, also der gezielte Einsatz von Cuts zur Verbindung einzelner Einstellungen, verwebt diese drei Handlungsstränge zu einem crescendo-artigen Finale.
Auch Eveys Foltersequenz nutzt Parallelmontage: Ihre Leiden im vermeintlichen Gefängnis werden mit Valeries Lebensgeschichte in einer Art Schuss-Gegenschuss-Montage für innere Dialoge verschnitten – eine Technik, die persönliches Leid und historische Unterdrückung emotional verknüpft.
Mediale Ebenen als Erzählmittel
Der Film nutzt TV-Ansagen, Radiostimmen und Lautsprecherdurchsagen als erzählerische Schicht. Der Propagandasender BTN ist nicht nur Handlungselement, sondern auch Kommentarebene: Was im Fernsehen berichtet wird, steht oft in direktem Widerspruch zur Realität der Bürger. Diese mediale Dopplung ist ein filmisches Mittel, das Überwachung und Manipulation spürbar macht.
Verknüpfung persönlicher und politischer Geschichten
Die größte erzählerische Leistung des Films ist die Verbindung von intimen, persönlichen Geschichten – Valeries Brief, Eveys Verwandlung – mit dem politischen Großkonflikt. Valeries wenige Seiten auf Toilettenpapier werden zur emotionalen Begründung für Vs gesamte Vendetta. Das Persönliche ist politisch – und der Film macht dieses Prinzip in jeder Szene spürbar.
„V wie Vendetta“ im Unterricht und in der Filmvermittlung
Warum dieser Film im Unterricht funktioniert
„V wie Vendetta“ wird an Schulen und Hochschulen regelmäßig eingesetzt, weil er komplexe Themen zugänglich macht: Demokratie, Menschenrechte, Medienanalyse, die Grenzen politischer Gewalt und lässt sich gut mit Nachschlagewerken wie dem Lexikon des internationalen Films als Referenzrahmen verbinden oder als Ausgangspunkt für einen moderneren Schulungsfilm dienen. Der Film ist kein Lehrfilm, aber ein hervorragender Diskussionsanlass.
Themenvorschläge für den Unterricht
- Analyse des Überwachungsstaats: Wie funktioniert Kontrolle in Norsefire? Welche Parallelen gibt es zur Gegenwart?
- Die Rolle der Medien: Wie nutzt das Regime den Sender BTN? Was bedeutet Medienkontrolle für eine Gesellschaft?
- Persönliche Freiheit vs. Sicherheit: Wann ist es gerechtfertigt, Freiheitsrechte einzuschränken?
- Symbolanalyse: Was bedeutet die Maske? Warum trägt V sie – und warum die Menge am Ende?
- Vergleich mit George Orwells „1984″ oder Ray Bradburys „Fahrenheit 451″
Hinweise für Lehrkräfte
Die FSK liegt bei ab 16 Jahren, wobei spätere TV-Ausstrahlungen teils in gekürzten Fassungen durch Umschnitt und Anpassung einzelner Sequenzen entstanden. Sensible Inhalte umfassen Folter, Gewalt gegen Minderheiten und ideologische Extrempositionen. Eine pädagogische Vorbereitung ist empfehlenswert: Schüler sollten vor der Sichtung wissen, dass der Film provozieren will und nicht alle dargestellten Handlungen gutheißt.
Für eine strukturierte Filmanalyse empfiehlt sich die Verknüpfung mit Filmlexikon-Artikeln zu Begriffen wie „Dystopie“, „Propaganda im Film“ oder „Antiheld“.
Kritikpunkte und Kontroversen um „V wie Vendetta“
Vereinfachung und Gewaltverherrlichung?
Ein häufiger Vorwurf lautet, der Film vereinfache komplexe politische Fragen. Die Gegenüberstellung „böse Diktatur vs. edler Rebell“ sei zu eindimensional. In der Realität sind politische Konflikte selten so klar – und die Romantisierung von Vs Methoden könne dazu führen, Gewalt als legitimes Mittel zu normalisieren.
Die Gegenposition: Der Film stellt die Frage, idealisiert Gewalt aber nicht wirklich. V stirbt. Seine Methoden fordern Opfer. Und die eigentliche Botschaft – dass die Bürger selbst handeln müssen – kommt ohne Sprengstoff aus.
Hollywood und Subversion
Ein struktureller Widerspruch: „V wie Vendetta“ ist eine Großproduktion von Warner Bros. und Silver Pictures – einem der mächtigsten Medienkonzerne der Welt. Ein Film, der Medienkontrolle kritisiert, wird von einem Medienkonzern produziert und vertrieben. Dieser Widerspruch ist nicht aufzulösen, sollte aber reflektiert werden.
Darstellung von Religion und Minderheiten
Der Film zeigt die Verfolgung von Homosexuellen und religiösen Minderheiten. Das ist eine Stärke, weil es diese Themen sichtbar macht. Gleichzeitig wurde kritisiert, dass die Darstellung vereinfacht und manche Figuren – etwa Bischof Lilliman – karikaturesk gezeichnet sind. Die Frage, ob der Film Stereotype reproduziert, während er vorgibt, sie zu kritisieren, ist berechtigt.
Alan Moores Position
Alan Moore hat sich zeitlebens deutlich vom Film distanziert. Seine Kritik: Der Film verwässere die politischen Begriffe seiner Vorlage – Anarchie und Faschismus würden kaum benannt, stattdessen eine allgemeine neokonservative Kritik formuliert. Für Moore ist die Verfilmung ein Fall von Mainstream-Anpassung auf Kosten intellektueller Schärfe.
Heimkino und Editionen: DVD, Blu-ray und digitale Fassungen
Physische Veröffentlichungen
„V wie Vendetta“ ist seit 2006/2007 auf DVD und später auf Blu-ray erschienen und wird in Bonusmaterial teils mit Archiv- und Found-Footage-Elementen zur Kontextualisierung ergänzt. UHD-Veröffentlichungen folgten in den letzten Jahren. Verschiedene Editionen bieten unterschiedlichen Umfang:
- Standard-Edition – Film plus grundlegendes Bonusmaterial
- Special Edition – erweitertes Making-of, Audiokommentar, Featurettes zu Maske, Comic-Vorlage und politischen Themen
- Steelbook-Veröffentlichungen – für Sammler mit alternativen Covermotiven
Das Bonusmaterial der umfangreicheren Editionen enthält interessante Einblicke in die Produktion, die Beziehung zwischen Comic und Film sowie Diskussionen über die politischen Themen. Für eine Sammlung zum Thema Comicadaptionen ist der Film ein Kernstück.
Streaming und VoD
„V wie Vendetta“ ist regelmäßig auf verschiedenen Streaming- und Video-on-Demand-Plattformen verfügbar. Die Verfügbarkeit wechselt je nach Lizenzperiode. Eine Suche auf gängigen Plattform-Aggregatoren zeigt den aktuellen Stand.
Produktionshintergründe: Drehorte, Effekte und Beteiligte
London als Drehort
Der Film wurde überwiegend in London und Umgebung gedreht. Reale Schauplätze – darunter U-Bahn-Stationen und Straßen im Regierungsviertel – verliehen dem Film Authentizität. Für manche Nachtdrehs wurden Straßen gesperrt, allerdings nur in begrenzten Zeitfenstern zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden.
Die Entscheidung, in London selbst zu drehen – nicht auf Studiogeländen oder in anderen Städten – war zentral für die Atmosphäre. England ist nicht nur Handlungsort, sondern Charakter des Films.
Die Crew
Die wesentlichen Beteiligten hinter der Kamera – eingebettet in ein komplexes Geflecht unterschiedlicher Filmberufe –:
- Regie: James McTeigue
- Drehbuch: Lilly und Lana Wachowski
- Produktion: Joel Silver, die Wachowski-Geschwister (Silver Pictures, Warner Bros.)
- Kamera: Adrian Biddle
- Musik: Dario Marianelli
- Filmschnitt: Martin Walsh
Effekte und Stunts
„V wie Vendetta“ setzte auf eine Mischung aus praktischen und digitalen Effekten. Die Explosionen – insbesondere die Sprengung des Old Bailey und des Parlaments – kombinierten reale Pyrotechnik mit CG-Erweiterungen, deren Planung bereits im Filmprotokoll mit Einstellungen und Effekten dokumentiert wurde und die Vielfalt moderner filmischer Effekte sichtbar machen. Die Kampfchoreographien mit V sind physisch inszeniert, keine reinen CGI-Sequenzen und zeigen, wie aufwendige Filmproduktionen mit Stunts und Effekten organisiert werden.
Das Produktionsbudget lag bei etwa 54 Millionen US-Dollar – eine moderate Summe für eine Großproduktion, die klug in Sets, Effekte und die Besetzung investiert wurde.
Hugo Weaving hinter der Maske: Schauspiel und Synchronisation
Die Besetzung
Hugo Weaving übernahm die Rolle von V nicht als erste Wahl. Ursprünglich war James Purefoy besetzt, stieg aber während der Produktion aus – die Arbeit hinter der fixen Maske war ihm zu einschränkend. Weaving sprang ein und machte aus der Einschränkung eine Stärke.
Spiel hinter der Maske
Die Herausforderung: V trägt durchgehend eine starre Maske. Mimik ist ausgeschlossen. Alles, was der Zuschauer an Emotionen wahrnimmt, transportiert Hugo Weaving über Körperhaltung, Gestik, Timing und vor allem seine Stimme. Die Art, wie er Silben dehnt, Pausen setzt und Lautstärke variiert, macht V zu einer Figur, die trotz unsichtbarem Gesicht lebendig wirkt.
Deike Stagge und andere Filmkritiker haben betont, wie ungewöhnlich diese schauspielerische Leistung ist – ein Protagonist, dessen Gesicht man nie sieht, und der dennoch emotional berührt.
Deutsche Synchronisation
Im deutschsprachigen Raum wurde V von Oliver Stritzel synchronisiert. Die deutsche Stimme trägt entscheidend dazu bei, wie die Figur im deutschen Sprachraum wahrgenommen wird. Stritzel fand einen Ton zwischen Theatralik und Intimität, der Weavings Originalperformance ergänzt, ohne sie zu kopieren.
Die weiteren Hauptdarsteller
Natalie Portman bringt als Evey eine Verletzlichkeit mit, die im Kontrast zu Vs Unverwundbarkeit steht. Stephen Rea verleiht Finch eine müde Menschlichkeit. John Hurt – der selbst in „1984“ (1984) den Protagonisten Winston Smith gespielt hatte – besetzt als Sutler die Gegenseite und schließt damit einen ironischen Kreis.
Einordnung in die Filmografie der Wachowski-Geschwister und James McTeigue
Nach „Matrix“: Kontrolle und Rebellion
„V wie Vendetta“ entstand nach der „Matrix“-Trilogie und trägt deren DNA, von der Erzählweise bis zum Einsatz spezialisierter Filmtechnik und Kamera-Equipment. Die Wachowskis beschäftigen sich wiederkehrend mit den Themen Kontrolle, Rebellion, Identität und die Frage, was Realität bedeutet. In „Matrix“ ist die Kontrolle digital, in „V wie Vendetta“ politisch – die Grundstruktur ist verwandt: Ein System, das die Menschen gefangen hält, und ein Individuum, das sie befreit.
James McTeigue als Regisseur
James McTeigue war langjähriger Assistent bei den „Matrix“-Filmen und bei „Star Wars: Episode II“. „V wie Vendetta“ war sein Debüt als eigenständiger Regisseur. Er brachte eine handwerkliche Präzision mit, die den Film visuell auf dem Niveau der Wachowski-Produktionen hielt, und eine eigenständige Sensibilität für politische Nuancen.
McTeigue äußerte sich wiederholt zu Alan Moores Kritik und betonte, dass eine seitengetreue Übertragung der Graphic Novel weder möglich noch sinnvoll gewesen wäre. Der Film sei eine eigenständige Interpretation, kein Duplikat.
Verbindungen zu späteren Werken
Thematische Linien von „V wie Vendetta“ setzen sich in späteren Projekten der Wachowskis fort: „Cloud Atlas“ (2012) verhandelt ebenfalls Freiheit, Rebellion und die Frage, wie Einzelne das Große verändern können. Der Film hat auch den Weg für ernstere Comicadaptionen im Mainstream geebnet – neben „The Dark Knight“ ein Meisterwerk für die Akzeptanz politischen Kinos im Gewand der Popkultur.
„V wie Vendetta“ im Kontext der 2000er Jahre: Zeitgeist und Filmtrends
Politische Lage: Nach 9/11
Die 2000er Jahre waren geprägt von den Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001: Kriege im Irak und in Afghanistan, verschärfte Sicherheitsgesetze wie der Patriot Act, wachsende Überwachungsinfrastruktur. Die Debatte „Freiheit vs. Sicherheit“ war kein abstraktes Thema, sondern tägliche Realität.
„V wie Vendetta“ griff diesen Zeitgeist direkt auf. Die fingierte Pandemie im Film, die Ausnahmezustands-Rhetorik des Regimes und die bereitwillige Unterwerfung der Bürger spiegelten reale Ängste – nicht als Dokumentation, sondern als düstere Extrapolation: Was passiert, wenn eine Gesellschaft Angst zur Grundlage politischer Entscheidungen macht?
Parallelentwicklungen im Kino
Der Film erschien in einer Phase, in der das Kino zunehmend politische und dystopische Stoffe aufgriff:
- „Children of Men“ (2006) – Alfonso Cuaróns Vision einer kinderlosen, zerfallenden Welt
- „Batman Begins“ (2005) – Christopher Nolans Neustart einer düsteren Comicwelt
- „Syriana“ (2005) – Politthriller über Ölpolitik und Terrorismus
„V wie Vendetta“ stand in diesem Kontext nicht allein, bot aber die radikalste Gegenposition: keinen Reformer, keinen Systembewahrer, sondern einen Mann, der das Parlamentsgebäude in die Luft sprengt – und dafür Applaus bekommt.
Reaktionen von Fans und Aktivisten
Die Reaktionen auf den Film waren intensiv. Aktivisten sahen in V einen Verbündeten, Konservative einen gefährlichen Apologeten des Terrorismus. Die Polarisierung, die der Film auslöste, war selbst ein Beweis für seine Relevanz: Ein Film, über den niemand streitet, hat nichts zu sagen. Über „V wie Vendetta“ wurde und wird gestritten – in Feuilletons, Seminarräumen und auf der Straße, aber auch in praktischen Kontexten der Filmproduktion, etwa wenn am Schnittplatz in der Postproduktion Entscheidungen über Tempo, Rhythmus und Zuspitzung der politischen Botschaften getroffen werden.
Typische Prüfungs- und Klausurthemen zu „V wie Vendetta“
Häufige Aufgabenstellungen
Wer sich im Studium oder in der Schule mit „V wie Vendetta“ beschäftigt, trifft auf wiederkehrende Fragestellungen. Eine Figurenanalyse von V oder Evey gehört zu den Standardaufgaben: Welche Eigenschaften zeichnen V aus? Wie verändert sich Evey im Lauf des Films? Welche filmischen Mittel unterstützen diese Charakterisierung?
Ein weiterer häufiger Aufgabentyp ist der Vergleich mit realen Diktaturen. Schüler und Studierende sollen herausarbeiten, welche Parallelen zwischen dem Norsefire-Regime und historischen oder gegenwärtigen autoritären Systemen bestehen. Die Symbolanalyse der Maske – ihre Bedeutung im Film, ihre Transformation zum realen Protestsymbol – ist ein drittes Standardthema.
Strukturierte Auswertung
Für eine gelungene Filmarbeit empfiehlt sich eine klare Gliederung: Einleitung mit Basisinformationen (Titel, Regisseur, Erscheinungsjahr), eine knappe Inhaltsangabe, gefolgt von der Analyse filmischer Mittel und einer abschließenden Interpretation. Der Bezug auf konkrete Szenen ist dabei wichtiger als eine vollständige Nacherzählung.
Vergleichsfilme und -texte
Geeignete Vergleichstexte und -filme umfassen George Orwells „1984“ (als literarische Dystopie-Vorlage, auf Englisch und Deutsch verfügbar), Ray Bradburys „Fahrenheit 451“, den „Dark Knight“ für den Vergleich zweier Comicverfilmungen und aktuelle Serien mit Dystopie-Thematik.
Zur Vertiefung lohnt ein Blick in Filmlexikon-Einträge zu filmischen Fachbegriffen wie Montage, Parallelmontage oder Filmschnitt sowie auf die Aufgaben eines Cutters in der Postproduktion.
Bildmaterial: Welche Szenen sich für Illustrationen besonders eignen
Schlüsselszenen als Bilder
Für die Bebilderung eines Artikels über „V wie Vendetta“ bieten sich mehrere Schlüsselszenen an. Die Sprengung des Old Bailey – V im Vordergrund, das brennende Gebäude im Hintergrund – ist das ikonischste Einzelbild des Films. Eveys Transformation im Regen – der rasierte Kopf, das Gesicht zum Himmel gerichtet – visualisiert Befreiung und Neuanfang. Die finale Menge der Maskierten vor dem Parlament ist das stärkste Kollektivbild.
Produktionsfotos und Setdesign
Ergänzend empfehlen sich Produktionsfotos: die Shadow Gallery als Vs Versteck voller verbotener Kunst, die Dreharbeiten im Londoner Regierungsviertel bei Nacht, das Setdesign der U-Bahn-Tunnel.
Bilddramaturgie im Artikel
Die Bildauswahl sollte der inhaltlichen Entwicklung folgen: Zu Beginn düstere Einzelbilder von V, im Mittelteil emotionale Szenen mit Evey, zum Schluss die massenhaften Revolutionsmotive. Diese Progression spiegelt den filmischen Bogen – von der Einsamkeit des Rebellen zur kollektiven Erhebung.
Bei der Verwendung von Bildmaterial



