Sequenz
Was ist eine Sequenz?
Sequenz Definition
Unter einer Sequenz versteht man im filmischen Kontext eine Gruppe aus aufeinanderfolgenden Filmeinstellungen, die thematisch, räumlich, zeitlich oder grafisch zusammengehören. Die Sequenz (von lat. sequentia = „Folge“ oder „Abfolge“) setzt sich aus mehreren Szenen zusammen und bildet einen abgeschlossenen und damit relativ autonomen filmischen Abschnitt. Dieser wird oft durch Auf- und Abblenden, durch das Einsetzen und Verstummen von Musik oder durch einen Establishing Shot von anderen Sequenzen abgegrenzt.
Filmische Sequenzen werden oft mit Kapiteln in Büchern sowie mit Absätzen in Texten verglichen, da diese in der Regel ebenfalls thematisch zusammengehörige Abschnitte bilden.
Sequenz Beispiel
Ein Beispiel für eine Sequenz kann etwa die eingeschobene Kurzerzählung von einer vergangenen Reise in einem Film sein, wobei in der ersten Szene der Abflug auf dem Hinweg gezeigt wird, in der zweiten die Ankunft im Hotel, in einer dritten etwa der Aufenthalt an einem Strand und in einer vierten Szene der Rückflug. In der darauffolgenden Sequenz könnte dann direkt im Anschluss an diese Erzählung die Haupthandlung in der Filmgegenwart fortgeführt werden.
Sequenz im Aufbau eines Films
Die Sequenz steht in der Hierarchie des Films über der Szene und unterhalb des ganzen Films. Die Reihenfolge lautet: Einstellung, Szene, Sequenz, Akt, Film. Eine Sequenz erzählt einen in sich geschlossenen Handlungsabschnitt, der einen kleinen eigenen Spannungsbogen hat.
Wozu Sequenzen dienen
- Gliederung: Sie teilen einen langen Film in überschaubare Einheiten. Das gilt für Drehbuch und Schnitt gleichermaßen.
- Zeitsprünge und Ortswechsel: Eine Sequenz kann Wochen oder Monate überbrücken, wenn sie mehrere Szenen kurz aneinanderreiht.
- Spannungsaufbau: Verfolgungsjagden, Kämpfe oder Raubzüge werden oft als eigene Sequenz gestaltet, die langsam anzieht und in einem Höhepunkt endet.
Besondere Formen
- Montagesequenz: Kurze Einstellungen werden zusammengeschnitten, um Zeit zu raffen, etwa bei Trainings- oder Reisemontagen.
- Rückblende oder Traumsequenz: Die Sequenz wird durch Bild, Ton oder Farbe vom Rest abgehoben.
- Vorspann- oder Eröffnungssequenz: Sie stimmt auf den Film ein und stellt oft Welt und Ton vor.
Beispiel
Die Treppenszene in „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925, Regie: Sergej Eisenstein) gilt als berühmte Sequenz der Filmgeschichte. Sie besteht aus vielen kurzen Einstellungen und Szenen, die gemeinsam ein einziges, dichtes Ereignis erzählen und zeigen, wie der Schnitt Spannung erzeugt.
Häufige Verwechslungen
- Sequenz und Szene: Eine Szene spielt an einem Ort in einer Zeit, eine Sequenz fasst mehrere Szenen zusammen.
- Sequenz und Plansequenz: Die Plansequenz ist eine einzige lange Einstellung ohne Schnitt, die ein Geschehen vollständig zeigt. Der Name führt hier oft in die Irre.
- Sequenz und Sequence im Schnittprogramm: Dort bezeichnet „Sequence“ die Zeitleiste, also das ganze Projekt.
Praxis-Hinweis
Beim Analysieren eines Films hilft es, Sequenzen nach Anfang, Wendepunkt und Ende zu markieren. So wird sichtbar, wie der Film seine Spannung verteilt.
« zurück zum Filmlexikon


