Kameramann
Was macht ein Kameramann?
Kameramann Beruf & Aufgaben
Kameramänner und Kamerafrauen sind bei Film-, Video- und TV-Produktionen nicht nur für die Bedienung der Filmkamera zuständig, sondern entscheiden – in Absprache mit dem Regisseur – auch über Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven, Kamerafahrten, Schwenks und den Kamerastandpunkt. Zudem entscheiden sie über die Lichtführung, die nötig ist, um die erwünschten Bilder optimal einfangen zu können. Weitere Aufgaben, die professionelle Kameramänner übernehmen, sind die Ergebniskontrolle sowie die Beratung hinsichtlich des Schnitts.
Kameramänner arbeiten dabei nicht nur bei großen Kinofilmproduktionen mit, sondern auch bei Fernsehserien, TV-Shows oder bei Image-, Produkt- und Werbefilmen. Bei größeren Produktionen werden Kameramänner oft von Kamera-Assistenten unterstützt.

Ob Film-, Fernseh- oder Videoproduktion: Kameramänner kommen überall zum Einsatz, wo Spezialisten für Kameratechnik benötigt werden.
Kameramann Ausbildung & Voraussetzungen
Wer Kameramann oder Kamerafrau werden will, der kann sich entweder für eine 3-jährige Ausbildung oder ein Studium (z. B. „Fernsehen und Film“) entscheiden. Während der Ausbildung lernt der angehende Kameramann unter anderem journalistische Grundlagen, Montagetheorie, Bildgestaltung, Lichttechnik und -gestaltung sowie natürlich den Umgang mit der Kamera bei Studio- und Außenaufnahmen.
Nützliche Eigenschaften und Fähigkeiten für den Beruf des Kameramanns sind etwa räumliches Vorstellungsvermögen, ein Auge fürs Detail, eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit sowie eine gute Hand-Auge-Koordination. Auch ein Gespür für Ästhetik und Dramaturgie sowie technisches Interesse spielen eine große Rolle für den Erfolg in diesem Filmberuf.
Kameramann Gehalt
Kameramänner verdienen in der Regel zwischen 2.000 und 3.300 Euro brutto im Monat, wobei mit vielen Jahren Erfahrung auch Gehälter von etwa 3.750 Euro brutto möglich sind.
Einordnung: Kameramann, Kamerafrau und Director of Photography
In vielen Produktionen heißt die Person, die für die Bildgestaltung verantwortlich ist, Director of Photography (DoP) oder Bildgestalter. Im Deutschen sind Kameramann und Kamerafrau gebräuchlich. Dabei wird nicht immer unterschieden, ob jemand das Bild verantwortet oder die Kamera selbst bedient.
Wer macht was im Kamerateam?
- Chefkamera / DoP: legt gemeinsam mit der Regie den visuellen Stil fest, wählt Kamera, Objektive und Lichtkonzept.
- Kameraoperator: führt die Kamera, wenn der DoP das nicht selbst tut.
- Erste Kameraassistenz: zuständig für die Schärfe und die Pflege der Kamera.
- Zweite Kameraassistenz: Klappe, Protokolle, Akkus und Speicherkarten.
- Oberbeleuchter: setzt die Lichtideen mit seinem Team um.
Wirkung im Film
Die Kamera entscheidet, was das Publikum sieht und wie. Ein ruhiges, statisches Bild wirkt anders als eine nervöse Handkamera, und ein enges Gesichtsbild anders als eine Totale. Licht und Farbe prägen die Stimmung ebenso stark wie Schauspiel und Ausstattung.
Beispiele
- „1917“ (2019, Regie Sam Mendes) wurde von Roger Deakins fotografiert und ist so inszeniert, als bestünde er aus nur wenigen langen Einstellungen.
- „Gravity“ (2013, Regie Alfonso Cuarón) zeigt mit Kameramann Emmanuel Lubezki, wie lange, fließende Einstellungen Spannung erzeugen können.
Häufige Verwechslungen
- Der Kameramann ist nicht der Regisseur, auch wenn beide eng zusammenarbeiten.
- Ein Videofilmer, der alles allein macht, übernimmt mehrere Rollen zugleich, die bei größeren Projekten getrennt sind.
Praxis-Hinweise
- Gute Bildgestaltung beginnt mit der Vorbereitung: Drehortbesichtigung, Shotlist und Absprache mit Regie und Ausstattung.
- Technik ist ein Mittel, kein Ziel. Die beste Kamera hilft wenig, wenn Licht und Bildidee fehlen.
- Wer in den Beruf will, sammelt oft zuerst Erfahrung als Assistenz und lernt am Set von erfahrenen Kameraleuten.
« zurück zum Filmlexikon


