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Coming-of-Age-Film

Was ist ein Coming-of-Age-Film?

Coming-of-Age-Film Definition

Der Coming-of-Age-Film befasst sich mit der Lebensphase von der späten Kindheit/Jugend zum Erwachsensein und zeigt damit den Übergang, in dem junge Menschen prägende Veränderungen, Unsicherheiten und Entscheidungen erleben. Die Protagonisten sind meist selbst Teenager, die mit Veränderungen und wichtigen Lebensentscheidungen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden konfrontiert werden und an ihnen wachsen, dabei aber auch innere Konflikte durchleben und Reifung erfahren. Für Filmbegeisterte, Studierende der Filmwissenschaft, Filmschaffende sowie Lehrende und Lernende bietet dieser Überblick die wichtigsten Merkmale, Themen, Beispiele und Entwicklungslinien dieses Genre. Rebellion, Ängste, Liebe, erste Liebe, Freundschaft, Identitätskrisen und sexuelle Selbstfindung sind nur einige der universellen Themen, mit denen sich Coming-of-Age-Geschichten auseinandersetzen; auch der Verlust der Unschuld ist ein häufiges Motiv. Gerade deshalb wirken diese Filme oft besonders nachvollziehbar: Sie regen zum Lachen und Nachdenken an.

Vier Jugendliche gehen in einem Coming-of-Age-Film eine Straße entlang.

Der Weg zum Erwachsensein ist lang und voller Hürden.

Coming-of-Age-Filme sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die innere Entwicklung der Hauptfiguren und universelle Themen wie Identitätsfindung, erste Liebe und Freundschaft in den Mittelpunkt stellen. Sie zeigen eine breite thematische Vielfalt, regen zum Lachen und Nachdenken an und erinnern an die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Oft sind sie intimere Charakterstudien als große Blockbuster und umfassen sowohl Komödien als auch ernste Dramen.

Coming-of-Age-Film Merkmale

Das Genre wurde in den 1950er in Hollywood populär und in Deutschland erstmals unter dem Begriff des „Halbstarken-Films“ bekannt. Das Coming-of-Age-Genre ist weit aufgestellt: So zählen etwa der Liebesfilm, die Komödie, der Indiefilm und das Drama zu den größten Subgenres, wobei gerade Filme der letzten Jahre im Kino mehr Diversität in den dargestellten Erfahrungen zeigen.

Coming-of-Age-Filme sind häufig subjektiv und melodramatisch. Oft sind sie intimere Charakterstudien als große Blockbuster. Die Gefühlswelt der Protagonisten kann durch innere Monologe, subjektive Kameraführung, Farben, MusikSchnitt vermittelt werden. Die Protagonisten, ihre Probleme und ihre Sprechweisen sollen möglichst authentisch und nah am jüngeren Zielpublikum sein, wobei emotionale Entwicklungen wichtiger sind als äußere Konflikte und jugendliche Erfahrungen sowie Herausforderungen im Leben im Vordergrund stehen. Freundschaft und die Suche nach dem eigenen Platz gehören zu den zentralen Themen.

Ein junges Paar fährt in einer Szene eines Coming-of-Age-Films zusammen Fahrrad.

Coming-Of-Age-Filme drehen sich rund um Freundschaft, Liebe und Beziehungen.

Bekannte Beispiele

Liste der besten Coming-of-Age-Filme

Die folgende Liste enthält einige der bekanntesten Coming-of-Age-Filme:

  • Denn sie wissen nicht, was sie tun (1955)

  • Die Reifeprüfung (1967)

  • La Boum – Die Fete (1980)

  • The Breakfast Club (1985)

  • Stand by me (1986)

  • Der Club der toten Dichter (1989)

  • Rushmore (1998)

  • Billy Elliot – I will dance (2000)

  • City of God (2002)

  • Into The Wild (2007)

  • Juno (2007)

  • Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (2010)

  • Moonrise Kingdom (2012)

  • Blau ist eine warme Farbe (2013)

  • Boyhood (2014)

  • Moonlight (2016)

  • Call me by your name (2017)

  • Futur Drei (2020)

  • Licorice Pizza (2021)

Erzählweise und Wirkung

Im Zentrum steht eine Figur, die am Ende nicht mehr dieselbe ist wie am Anfang. Das Genre erzählt von einer Veränderung, die meist nach innen geht: Die Figur lernt etwas über sich, über andere oder über die Welt. Äußere Ereignisse wie ein Umzug, ein Sommer, ein Todesfall oder eine erste Liebe sind der Auslöser.

Typische Bausteine

  • Ein Wendepunkt, der den gewohnten Alltag erschüttert.
  • Gegensatzpaare wie Eltern und Kinder, Kindheit und Erwachsensein, Zugehörigkeit und Außenseitertum.
  • Eine Schlüsselszene, in der die Figur eine Entscheidung trifft, die sie nicht mehr zurücknehmen kann.
  • Ein offenes oder wehmütiges Ende. Gewonnen wird Erkenntnis, nicht unbedingt Glück.

Zeit und Ort als Stilmittel

Viele Filme sind in einem klar begrenzten Zeitraum angesiedelt, etwa in einem Sommer oder an einer Schule. Das schafft Dichte und Nostalgie. Die Ausstattung, Musik und Mode der jeweiligen Zeit tragen viel zur Atmosphäre bei.

Beispiele, die die Spannweite zeigen

  • „Sie küssten und sie schlugen ihn“ (1959, Regie: François Truffaut) erzählt aus der Sicht eines Jungen, der sich von Schule und Elternhaus eingeengt fühlt, und gilt als Meilenstein der Nouvelle Vague.
  • „Lady Bird“ (2017, Regie: Greta Gerwig) zeigt die Spannung zwischen einer Tochter und ihrer Mutter in der Abschlussklasse.
  • „Tschick“ (2016, Regie: Fatih Akin) verbindet Roadmovie und Freundschaftsgeschichte nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf.

Häufige Verwechslungen

  • Coming-of-Age und Teenagerfilm: Nicht jeder Film mit Jugendlichen erzählt eine Reifung. Beim Teenagerfilm kann der Spaß im Vordergrund stehen, beim Coming-of-Age die Entwicklung.
  • Coming-of-Age und Entwicklungsroman: Der Begriff stammt aus der Literatur. Der Entwicklungs- oder Bildungsroman erzählt die Reifung einer Figur über einen längeren Zeitraum.
  • Altersgrenzen: Auch Erwachsene können in einem Coming-of-Age-Film im Mittelpunkt stehen, wenn eine Lebensphase endet und eine neue beginnt.

Praxis-Hinweis

Wer eigene Geschichten dieser Art entwickelt, sollte eine konkrete, überprüfbare Veränderung festlegen. Statt „sie wird erwachsen“ eignet sich zum Beispiel: „Sie lernt, ihrer Mutter zu widersprechen.“

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