Schnittplatz
Was ist ein Schnittplatz?
Schnittplatz Definition
Der Schnittplatz ist der Ort, an dem in der Postproduktion eines Filmes der Videoschnitt durchgeführt wird. Hier entsteht das Endergebnis der Dreharbeiten.

Der Schnittplatz als Arbeitsplatz für die Postproduktion von Filmen und Videos.
Schnittplatz einrichten
Oft kann der Schnitt von Videomaterial sich in die Länge ziehen, was bedeutet, dass Sie längere Zeit am Schnittplatz verbringen müssen. Daher ist Ergonomie am Arbeitsplatz ganz essentiell.
Wenn Sie Folgendes beachten, ist Ihr Schnittplatz optimal ausgerüstet und dazu auch noch auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet.
- Bildmonitore nach Ihrem Betrachtungswinkel ausrichten. Mithilfe von Monitorbrücken oder höhenverstellbaren Halterungen können Sie Ihre Bildschirme ganz an Ihren Blickwinkel anpassen.
- Stellen Sie Ihre Lautsprecher so auf, dass deren Schallwellen auf direkten Wege in Ihr Ohr gelangen.
- Die ideale Arbeitsfläche hat eine Tiefe von 100 cm. Dies gewährleistet einen sinnvollen Betrachtungsabstand zu Ihrem Monitor. Insbesondere bei großen Monitoren ist dies wichtig.
- Sie sollten auch gut auf Ihrem Stuhl sitzen können. Diesen sollte man individuell an den Benutzer anpassen können. Dazu gehören die allgemeine Höhe, die Armlehne, Sitz- und Rückenlehne.
- Fenster sorgen nicht nur für eine gute Beleuchtung, sie tragen auch zu Ihrem Wohlbefinden bei. Achten Sie beim Aufstellen Ihres Arbeitsplatzes darauf, dass sich Fenster im rechtwinkligen Winkel zu Ihrem Monitoren befinden, um Spiegelungen zu vermeiden.
- Neben dem Tageslicht sollten Sie auch für anderweitige Beleuchtung sorgen. Indirekte Beleuchtung senkt den Kontrast zwischen dem Raum und Ihrem Monitor. Direkte Beleuchtung sorgt für die nötige Sicht am Arbeitsplatz.
Schnittplatz: Arbeitsweise und Organisation
Am Schnittplatz entscheidet sich der Rhythmus eines Films. Dort wird aus vielen Aufnahmen die Geschichte gebaut: Szenen werden gewählt, gekürzt und geordnet, Übergänge gesetzt, Ton und Musik angelegt. Früher geschah das an mechanischen Schneidetischen, auf denen Filmstreifen geklebt wurden, heute am Rechner mit nichtlinearer Schnittsoftware.
Typischer Arbeitsablauf
- Sichten und Sortieren: Rohmaterial wird angeschaut, benannt und in Ordnern oder Bins gegliedert.
- Rohschnitt: Die Szenen werden grob in Reihenfolge gebracht.
- Feinschnitt: Einstellungen werden genau getrimmt, Rhythmus und Übergänge verbessert.
- Bild- und Tonfreigabe („Picture Lock“): Wenn der Schnitt feststeht, folgen Farbkorrektur, Sounddesign und Mischung.
Wichtige Voraussetzungen
Entscheidend sind eine klare Ordnerstruktur, einheitliche Dateinamen und regelmäßige Sicherungen. Bei großen Projekten arbeitet man mit Proxy-Dateien, also kleineren Arbeitskopien, die den Schnitt flüssig halten. Der Monitor sollte für Bild und Farben zuverlässig eingestellt sein; wer mit stark abweichenden Farben schneidet, wundert sich später bei der Vorführung. Ruhige Beleuchtung am Arbeitsplatz hilft, Kontraste richtig zu beurteilen.
Häufige Verwechslungen
- Schnittplatz und Schnittsoftware: Der Platz umfasst Rechner, Monitore, Lautsprecher und Eingabegeräte, die Software ist nur ein Teil davon.
- Schnitt und Montage: Im Deutschen werden beide Wörter für das Zusammenfügen benutzt; Montage betont das gestalterische Prinzip.
- Schnitt und Color Grading: Letzteres ist ein eigener Arbeitsschritt für die Farbgestaltung.
Praxis-Hinweise
- Pausen und gelegentlich Abstand zum Material helfen, den Blick zu bewahren.
- Versionsstände mit Datum speichern, damit man zu früheren Fassungen zurückkehren kann.
- Den Schnitt ab und zu auf einem anderen Gerät ansehen, um Wirkung und Lautstärke zu prüfen.
Merkpunkt
Der beste Schnittplatz ist der, an dem man konzentriert und bequem stundenlang arbeiten kann. Ordnung auf dem Rechner und im Arbeitsraum zahlt sich später direkt im Ergebnis aus.
« zurück zum Filmlexikon


