Filmbegriffe

Anamorphot

Was ist ein Anamorphot?

Anamorphot Definition

Ein Anamorphot ist ein Kameraobjektiv, das eine anamorphotische Abbildung erzeugt. Das bedeutet, dass das aufgenommene Bild gegenüber dem realen Bild verzerrt ist. Eine Zylinderlinse oder Zylinderspiegel erzeugt das Bild, das verzerrt ist. Die Darstellung wird Anamorphose genannt. Ziel dessen ist es, ein breiteres Bild als das gängige 4:3 Filmformat zu erzeugen, das der menschlichen Wahrnehmung näher kommt. So kann das Breitbildformat Cinemascope aufgenommen werden.

Videos müssen nicht mehr oben und unten beschnitten werden. Somit verliert man auch nicht an Bildauflösung, da das Anamorphot bis zum Rand verzerrt. Bei der Wiedergabe des Materials wird entsprechend wieder entzerrt.

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Anamorphotische Kameralinse am Set eines Filmdrehs.
Anamorphotische Linse im Einsatz.

Warum Sie ein Anamorphot brauchen

Die Idee hinter einem Anamorphot ist es, das Bild in der Horizontalen zu verzerren, um das Maximum an Bildmaterial einzufangen. Bei dem Sichten des Materials wird dann das Bild wieder entzerrt, sodass das besondere anamorphotische Bild entsteht.

Auch können Sie so kostengünstig beispielsweise mittels eines 35-mm-Films ein Breitbild erzeugen.

 

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Das anamorphotische Bild in der Praxis

Anamorphotische Objektive stauchen das Bild beim Aufnehmen horizontal zusammen, sodass auf dem Film oder Sensor ein breiteres Bildfeld Platz findet. Bei der Wiedergabe oder in der Bearbeitung wird das Bild wieder auf die richtige Breite gedehnt. Dieser Vorgang heißt „Entzerren“ oder „Desqueeze“.

Geschichte und Bedeutung

Mit dem Aufkommen des Breitbildkinos in den 1950er Jahren suchten die Studios nach Wegen, dem Fernsehen etwas entgegenzusetzen. Das anamorphotische Verfahren machte es möglich, ein sehr breites Bild auf normalem Filmmaterial aufzunehmen. „Das Gewand“ (1953, Regie: Henry Koster) gilt als erster Cinemascope-Film. Auch später blieb das Verfahren in Gebrauch, etwa bei „Star Wars“ (1977, Regie: George Lucas), der in einem anamorphotischen Format entstand.

Der typische Look

  • Ovale Unschärfen: Unscharfe Lichtpunkte erscheinen nicht rund, sondern in die Höhe gezogen.
  • Horizontale Lichtstreifen: Starke Lichtquellen erzeugen oft lange, waagerechte Reflexe, die zum typischen „Kino-Look“ gezählt werden.
  • Geringere Schärfentiefe in der Breite: Das Verhältnis von Schärfe zu Unschärfe wirkt anders als bei sphärischen Objektiven mit gleicher Brennweite.
  • Leichte Verzerrungen: Vor allem am Bildrand fallen sie auf und werden oft gezielt als Stilmittel genutzt.

Häufige Verwechslungen

  • Anamorphot und Weitwinkel: Ein Weitwinkel verändert die Brennweite, ein Anamorphot das Seitenverhältnis der Abbildung.
  • Anamorphot und Zuschnitt: Wird ein normales Bild oben und unten beschnitten, entsteht ebenfalls ein Breitformat, aber mit weniger Auflösung. Der Anamorphot nutzt die Fläche vollständig.
  • Anamorphot und Anamorphose: Die Anamorphose ist das verzerrte Abbild, der Anamorphot das Objektiv, das es erzeugt.

Praxis-Hinweis

Wichtig ist der sogenannte Squeeze-Faktor, also das Maß der Stauchung. Er muss in der Kamera- oder Schnittsoftware passend eingestellt werden, sonst wirkt das Bild zu schmal oder zu breit. Außerdem verlangt das Fokussieren und Ausleuchten mehr Sorgfalt, da der Look von der Lichtführung stark abhängt.

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