Filmstudio
Was ist ein Filmstudio?
Filmstudio Definition
Als Filmstudio oder Filmatelier wird ein Gebäude (meist eine große Halle) bezeichnet, welches zur Vorbereitung und Durchführung von Filmaufnahmen verwendet wird.
Filmstudios gibt es in unterschiedlichen Formen und Größen und je nach beabsichtigen Aufnahmen muss ein Filmstudio anders eingerichtet sein. Standardelemente, die sich in jedem Filmstudio finden, sind sind etwa die entsprechenden Aufnahmegeräte wie Filmkameras (+ Zubehör, Stative & Objektive), Mikros, Tonangeln und bewegliche sowie fest montierte Beleuchtung in Form verschiedenster Lampen, Scheinwerfer und Softboxen. Auch Schutzfelle zur Schallisolation werden in professionellen Studios oft eingesetzt, um unerwünschte Geräusche zu reduzieren.

Professionelle Kamera gehören in jedes Filmstudio.
Für größere Produktionen werden außerdem Bluescreens, Greenscreens (oder Greenboxen), LED-Wände, Kamerawägen (Dollys) und sogar Kräne benötigt. Daneben muss bei der Einrichtung eines Filmstudios aber auch an ganz alltägliche Dinge wie Stühle, Tische und Ablagen gedacht werden und auch Feuerlöscher sollten in ausreichender Menge und ständiger Erreichbarkeit zur Verfügung stehen, da Studio-Scheinwerfer eine sehr große Hitze entwickeln können.

Greenscreens haben ihren Platz in vielen Filmstudios.
Da die Filmaufnahmen oft bereits parallel zu den Aufnahmen sortiert, geschnitten und bearbeitet werden, sind auch leistungsfähige Computer sowie Software zur Bild-, Ton- und Videobearbeitung sinnvoll.

Oft befinden sich die Schnittplätze direkt vor Ort im Filmstudio.
Filmstudio: Aufbau, Arten und Abgrenzung
Ein Filmstudio ist im engeren Sinn eine schallgedämmte Halle, in der Szenen unter kontrollierten Bedingungen gedreht werden. Der Vorteil gegenüber einem echten Drehort: Licht, Ton, Temperatur und Zeitplan lassen sich weitgehend selbst bestimmen.
Wozu ein Studio gebraucht wird
Im Studio werden Kulissen gebaut, die es so an realen Orten nicht gäbe oder die man nicht blockieren kann: komplette Straßenzüge, Raumschiff-Innenräume oder Wohnungen, bei denen sich Wände herausnehmen lassen, damit Kamera und Licht Platz haben. Auch Szenen mit Regen, Rauch oder Feuer sind im Studio besser zu sichern. Weil keine Verkehrsgeräusche hereinkommen, bleibt der Originalton sauber, und die Beleuchtung ist von Tageszeit und Wetter unabhängig.
Neben der Aufnahmehalle gehören zu einem Studiogelände meist weitere Bereiche: Werkstätten für den Kulissenbau, Fundus und Requisite, Garderobe und Maske, Büros der Produktion und oft auch Schnitt- und Tonräume.
Beispiele
- Studio Babelsberg bei Potsdam gilt als eines der ältesten großen Filmstudios der Welt. Dort entstand unter anderem Fritz Langs „Metropolis“ (1927).
- Hollywood stand lange für das Studiosystem, in dem große Firmen Gelände, Personal und Verleih unter einem Dach hatten.
- Moderne Produktionen nutzen zunehmend LED-Wände mit projizierten Hintergründen. Die Fernsehserie „The Mandalorian“ (ab 2019) ist ein bekanntes Beispiel für dieses Verfahren.
Häufige Verwechslungen
Im Alltag meint „Filmstudio“ manchmal die Halle und manchmal die Firma, etwa eine Produktionsfirma oder ein großes Hollywood-Haus. Beim Lesen von Meldungen lohnt sich deshalb die Frage, was gemeint ist. Auch ein Fotostudio oder Tonstudio ist etwas anderes, auch wenn sich Teile der Technik ähneln.
Praxis-Hinweise
- Vor der Buchung auf Raumhöhe, Tragfähigkeit der Deckenkonstruktion für Lampen, Stromanschlüsse und Torbreite für Kulissen achten.
- Eine Hohlkehle, also der nahtlose Übergang von Wand zu Boden, verhindert harte Schatten im Hintergrund.
- Brandschutz- und Sicherheitsauflagen früh klären, besonders bei Pyrotechnik oder vielen Statisten.
- Auf- und Abbauzeiten gehören in die Kalkulation, denn sie kosten oft genauso viel Zeit wie der Dreh.
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