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Kurzfilm

Was ist ein Kurzfilm?

Kurzfilm Definition

Bei einem Kurzfilm handelt es sich um einen Film, der meist nicht länger als 30 Minuten ist. Kurzfilme gibt es in allen Filmgenres. Der Kurzfilm kann daher genauso gut ein Liebesfilm sein wie ein Fantasyfilm, ein Horrorfilm oder ein Drama und grenzt sich lediglich durch seine geringe Dauer vom abendfüllenden Langfilm ab.

Die Zeitgrenze von 30 Minuten ist dabei jedoch keineswegs festgeschrieben, da es auch längere Filme gibt, die noch als Kurzfilm gezählt werden können. Während das deutsche Filmförderungsgesetz den Kurzfilm etwa lange Zeit bei einer Dauer von unter 15 Minuten, die seit 2017 auf 30 Minuten erhöht wurde, sah, können die Grenzen bei verschiedenen Kurzfilmwettbewerben und Kurzfilmfestivals durchaus abweichen und auch längere Filme zulassen.

Ein Sänger mit einer Gitarre sitzt in einem Musikvideo, das ebenfalls zu den Kurzfilmen zählt, auf einer Autohaube.
Auch Musikvideos zählen zu den Kurzfilmen.

Kurzfilm Merkmale

Typische Merkmale von Kurzfilmen, die sich direkt aus der verkürzten Zeit ergeben, sind die Verknappung und Verdichtung der Handlung, wie sie auch kennzeichnend für Kurzgeschichten in der Literatur sind. Die Vorstellung der Charaktere fällt äußerst knapp aus oder entfällt komplett. Die Geschichte kommt wesentlich schneller in Fahrt und steuert zügig ihrem Höhepunkt entgegen. Da Kurzfilme deutlich geringere Kosten produzieren als stundenlange Kinofilmproduktionen erzeugen sie meist auch weniger Druck beim Regisseur und erlauben so mehr experimentellen Freiraum.

Kurzfilme sind aufgrund ihrer überschaubaren Dauer und der oftmals ungewöhnlichen Geschichten und Blickwinkel vor allem im Internet beliebt.

Wozu Kurzfilm?

Der Kurzfilm ist mehr als ein kleiner Langfilm. Wegen der geringen Länge muss er mit wenigen Figuren, wenigen Schauplätzen und einer klaren Idee auskommen. Oft dreht sich alles um einen einzigen Moment, eine Wendung oder einen Gedanken, der für einen Spielfilm zu schmal wäre.

Erzählweisen

  • Zuspitzung: Der Film beginnt spät in der Handlung und endet früh, Exposition wird minimal gehalten.
  • Pointe: Viele Kurzfilme laufen auf eine Überraschung oder ein Bild zu, das nachwirkt.
  • Experiment: Weil weniger Geld auf dem Spiel steht, wagen Filmschaffende ungewöhnliche Formen, von Animation über Essayfilm bis zu Dialogen ohne Sprache.

Auswertung und Nutzen

Kurzfilme laufen auf Festivals, in eigenen Kurzfilmprogrammen im Kino, im Fernsehen und online. Für viele Regisseurinnen und Regisseure sind sie eine Visitenkarte: Hier zeigt man Handschrift, Teamführung und Umgang mit begrenzten Mitteln. Auch Filmhochschulen setzen auf Kurzfilme als Abschlussarbeiten. Kurzfilme können für Preise eingereicht werden; bei vielen Festivals gibt es eigene Wettbewerbe dafür.

Häufige Verwechslungen

  • Kurzfilm ist keine Gattung, sondern eine Längenkategorie; Genre und Form bleiben offen.
  • Ein Trailer oder Werbespot ist kein Kurzfilm, auch wenn er kurz ist, denn ihm fehlt die eigenständige Erzählung.
  • Ein Mittellang-Film liegt zwischen Kurz- und Langfilm; die Grenzen sind je nach Festival und Förderung unterschiedlich.

Praxis-Hinweise

Wer einen Kurzfilm plant, sollte die Geschichte so weit eindampfen, dass sie in einem Satz erzählbar ist. Ein Drehbuch von etwa einer Seite je Filmminute ist eine verbreitete Faustregel. Ton und Licht entscheiden stärker über den Eindruck als die Kameraausstattung. Für Festivals lohnt es sich, vorab Länge, Format und Einreichungsfristen genau zu prüfen.

 

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