Split Screen
Was ist ein Split Screen?
Split Screen Definition
Unter einem Split Screen (auch: Splitscreen) versteht man die Teilung des Bildes auf einem Bildschirm in mehrere Bereiche. Die verschiedenen Bereiche können dann jeweils andere Bilder oder Videoaufnahmen zeigen. So entsteht in Filmen etwa die Möglichkeit, mehrere zur selben Zeit, aber an unterschiedlichen Orten stattfindende Handlungen gleichzeitig darzustellen. Auch die Darstellung der gleichen Handlung aus der Perspektive zwei unterschiedlicher Charaktere stellt eine beliebte Variante des Splitscreens dar. Die Aufteilung des Bildes kann dabei sowohl vertikal als auch horizontal oder diagonal erfolgen. Auch müssen nicht alle Bildbereiche zwangsläufig gleich groß sein.
Synonym zum englischen Split Screen werden manchmal auch die deutschen Begriffe „geteilter Bildschirm“ oder „Bildschirmteilung“ verwendet.
Split Screen Geschichte & Verwendung
Die ersten Split Screens konnten schon vor über 100 Jahren in den Stummfilmen der 1910er Jahre gesehen werden. Damals wurden sie vor allem eingesetzt, um gleichzeitig an unterschiedlichen Orten stattfindende Handlungen oder zwei telefonierende Personen zu zeigen.
In den 1920ern nahm man dann wieder zusehends Abstand vom geteilten Bildschirm, da dieser dem Zuschauer die Künstlichkeit des Filmbildes deutlich bewusst machte und ihn aus der Illusion des Realen holte. Erst in den 1960er Jahren fand der Splitscreen wieder häufiger Verwendung und konnte in vielen erfolgreichen Kinofilmen gesehen werden.
Heute sind Split Screens nicht mehr wegzudenken. Sie finden ihren Einsatz etwa in Nachrichtensendungen, in Videokonferenzen, der Fernsehwerbung oder in Videospielen, die so das gemeinsame Spielen an einem einzigen Bildschirm erlauben.

Split Screens werden oft bei Videokonferenzen eingesetzt, um alle Teilnehmer zu zeigen.
Wirkung und Einsatz
Der Split Screen verlangt vom Publikum mehr Aufmerksamkeit, weil das Auge zwischen den Bildteilen wechseln muss. Genau das macht ihn nützlich: Er kann Gleichzeitigkeit zeigen, Vergleiche ziehen oder Nähe und Distanz zwischen Figuren sichtbar machen.
Typische Einsatzzwecke
- Telefonate: Beide Gesprächspartner sind gleichzeitig zu sehen, ohne dass geschnitten werden muss.
- Gleichzeitigkeit: Mehrere Handlungsstränge laufen parallel, etwa bei Verfolgungen oder Countdowns.
- Kontrast: Zwei Lebenswelten stehen nebeneinander, um Unterschiede zu zeigen.
- Spannung: Das Publikum sieht, was eine Figur nicht sieht, etwa Täter und Opfer im selben Moment.
- Bildschirmwelten: Videocalls und Überwachungskameras eignen sich natürlich für geteilte Bilder.
Beispiele
- „Pillow Talk“ (1959, Regie Michael Gordon, deutscher Titel „Bettgeflüster“) für seine geteilten Telefongespräche bekannt.
- „Carrie“ (1976, Regie Brian De Palma) nutzt einen geteilten Bildschirm in der Ballszene, um mehrere Ereignisse zugleich zu zeigen.
- „Timecode“ (2000, Regie Mike Figgis) ist durchgehend in vier gleichzeitig laufende Bildfelder geteilt.
Häufige Verwechslungen
- Split Screen und Bild-in-Bild: Beim Bild-in-Bild liegt ein kleines Bild über dem großen, beim Split Screen sind die Bildteile gleichwertig nebeneinander.
- Split Screen und Splitscreen-Spiel: In Videospielen bedeutet der Begriff, dass sich mehrere Spieler einen Bildschirm teilen.
- Split Screen und Montage: Montage zeigt nacheinander, Split Screen gleichzeitig.
Praxis-Hinweise
- Jeder Bildteil braucht eine klare Komposition, sonst konkurrieren die Teile um den Blick.
- Bei Dialogen sollte nur ein Bereich stark bewegt sein, damit der Zuschauer folgen kann.
- Das Format muss vorher geplant werden. Wer Hochformat-Teile nebeneinanderlegt, bekommt ein anderes Gesamtbild als bei Querformat.
- Im Schnittprogramm lässt sich ein Split Screen mit Masken und Bildmaßen umsetzen.
Merksatz: Ein Split Screen lohnt sich, wenn die Gleichzeitigkeit oder der Vergleich selbst die Aussage ist. Wo ein einfacher Schnitt reicht, wirkt er schnell überladen.
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