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Aufnahmeleiter

Was macht ein Aufnahmeleiter?

Aufnahmeleiter Beruf & Aufgaben

Der Aufnahmeleiter ist die Ansprechperson, wenn es um die Organisation eines Film- oder Fernsehdrehs geht. In den Aufgabenbereich fallen z. B. die Vorbereitung des Drehs, das Bereitstellen von Equipment, das Erstellen des täglichen Drehplans, die Suche nach passenden Drehorten sowie die Koordination der Filmcrew, Schauspieler und Gäste am Set.

In den letzten Jahren hat sich das Aufgabenspektrum des Aufnahmeleiters signifikant erweitert. Neben den klassischen organisatorischen Aufgaben übernehmen Aufnahmeleiter zunehmend auch Aufgaben im Umfeld von Produzent und Produktionsleitung. Dazu zählen das Beachten der Tageskosten, die Einholung von Drehgenehmigungen und das Einhalten des von der Produktionsleitung vorgegebenen Budgetrahmens. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Aufnahmeleiters als Schnittstelle zwischen der kreativen und der kaufmännischen Seite einer Produktion.

Eine Aufnahmeleiterin spricht mit einer Kamerafrau.
Am Set überblickt die Aufnahmeleitung alle Bereiche des Drehs.

Ausbildung und Karriereweg zum Aufnahmeleiter

Um Aufnahmeleiter zu werden, muss man in den meisten Fällen ein Aufnahmeleitervolontariat absolvieren. Dieses kann man bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, wie dem WDR, BR oder ZDF innerhalb von zwei Jahren durchlaufen. Dort gewinnt man Einblicke in die verschiedenen Departments (Kamera, Ton, Licht, Schnitt, Maske, Regie etc.) und praktische Kenntnisse bei Einsätzen in den Studios und bei Außendrehs.

Für das Volontariat sind meist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im Medienbereich sowie ein ausgeprägtes kaufmännisches und organisatorisches Verständnis erforderlich. Spezielle Studiengänge, wie etwa „Produktion“ an der Universität Wien oder „Audio Production“ und „Digital Film Production“ am SAE Institut, können die Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg in den Beruf weiter verbessern.

Teamfähigkeit und Belastbarkeit als Schlüsselqualifikationen

Als Aufnahmeleiter sollte man außerdem gut im Team arbeiten können und belastbar sein, wenn es mal hektisch am Set wird. Praktika sind, wie in fast jedem Medienberuf, erwünscht und können auch einen Zugang zur Aufnahmeleitung verschaffen. Nach längerer Berufserfahrung gibt es immer auch noch die Möglichkeit, sich durch Seminare an Hochschulen in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel im Eventmanagement, in der technischen Redaktion oder in der Produktionsleitung zu spezialisieren.

Aufnahmeleiterin mit Drehplan bespricht Drehvorhaben bei Außendreh.
Die Aufnahmeleitung greift auch mal ein, wenn etwas nicht nach Plan läuft.

Gehaltsaussichten

Das Gehalt eines Aufnahmeleiters variiert je nach Berufserfahrung, Unternehmen und Einsatzort. In der Regel liegt das Bruttomonatsgehalt zwischen 3100 € und 4100 €. Dabei verdienen erfahrene 1. Aufnahmeleiter in der Regel am meisten, gefolgt von 2. Aufnahmeleitern, Motiv-Aufnahmeleitern und schließlich Set-Aufnahmeleitungs-Assistenten.

Aufnahmeleitung am Set: Rollen und Abläufe

Die Aufnahmeleitung sorgt dafür, dass der Drehtag so abläuft, wie er geplant ist. Sie ist die Brücke zwischen Produktionsbüro, Regie und Team vor Ort.

Die Rollen im Aufnahmeleiter-Team

  • 1. Aufnahmeleiter: Er leitet die Abteilung, plant die Abläufe mit der Produktionsleitung und hält den Zeitplan im Blick.
  • Set-Aufnahmeleiter: Er ist am Drehort für Ruhe, Sperrungen, Wege und Statisten zuständig.
  • Motiv-Aufnahmeleiter: Er betreut die Drehorte, spricht mit Eigentümern, Behörden und Anwohnern und kümmert sich um Genehmigungen.
  • Assistenz: Sie unterstützt bei Abläufen, Fahrdiensten und Meldungen.

Ein Drehtag aus Sicht der Aufnahmeleitung

  • Vorher: Disposition erstellen (wer muss wann wo sein), Anfahrtspläne verteilen, Verpflegung und Garderobe organisieren.
  • Am Drehtag: Ankunft von Darstellern und Team koordinieren, Straßen oder Räume abschirmen, Probleme sofort lösen.
  • Nachher: Drehort ordentlich übergeben, Schäden klären, Abrechnungen vorbereiten.

Abgrenzung

  • Produktionsleitung: Sie verantwortet Budget, Verträge und Gesamtplanung. Die Aufnahmeleitung setzt die täglichen Abläufe um und arbeitet innerhalb dieses Rahmens.
  • Regieassistenz: Sie organisiert Abläufe am Set aus Sicht der Regie, etwa Ablauf der Einstellungen und Zeit. Die Aufnahmeleitung kümmert sich um Logistik und Umfeld.
  • Line Producer: Dieser Begriff aus dem englischsprachigen Raum ist eher mit Produktionsleitung und Budgetverantwortung verbunden. Die Gleichsetzung mit Aufnahmeleitung ist ungenau.

Praxis-Hinweise

  • Gute Aufnahmeleitung ist bei Problemen schnell und ruhig. Ein Plan B für Wetter, Ausfälle und Verspätungen gehört dazu.
  • Beim Dreh im öffentlichen Raum helfen frühzeitige Gespräche mit Anwohnern und Behörden, damit es keine Beschwerden gibt.
  • Verlässliche Listen helfen: Kontaktliste, Tagesdisposition, Wegbeschreibung und Notfallnummern sollten bei der gesamten Crew ankommen.
  • Der Einstieg erfolgt oft über Praktika oder Assistenz in einer Produktionsfirma.

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