FilmbegriffeFilmgenre

Liebesfilm

Was ist ein Liebesfilm?

Liebesfilm Definition

Bei einem Liebesfilm handelt es sich um einen Kino- oder Fernsehfilm, der die Liebe zweier Menschen zum zentralen Thema hat. Liebesgeschichten und romantische Elemente finden sich in nahezu allen Filmgenres, etwa Historienfilmen, Westernfilmen, Abenteuerfilmen und sogar Horrorfilmen. Doch nur dann, wenn die Liebesgeschichte wirklich die Hauptgeschichte eines Films darstellt, spricht man von einem Liebesfilm.

Liebesfilme können sowohl romantisch als auch traurig oder witzig sein. Sie können zu einem Happy End führen, aber ebenso auch zu einer unerfüllten Liebe. Während der klassische Liebesfilm von vielen Menschen heute eher als ernst und schnulzig empfunden wird, ist der typische Liebesfilm dieser Tage vielmehr eine Liebeskomödie, in der es zu zahlreichen Missgeschicken, Verwechslungen und Missverständnissen kommt, die zu lustigen Situationen führen und den Zuschauer erheitern.

Ein Liebespaar hält sich in einem Liebesfilm an den Händen und schaut gemeinsam in den Horizont.
In Liebesfilmen dreht sich alles um die Liebe zwischen zwei Menschen.

Liebesfilme gehören zu den beliebtesten Filmtypen überhaupt und zahlreiche Liebesfilm-Klassiker, die über 80 Jahre alt sind (etwa „Vom Winde verweht“) sind nicht in Vergessenheit geraten und gelten noch heute als die besten Liebesfilme aller Zeiten. Im Folgenden eine Liste der bekanntesten Liebesfilme.

Bekannte Liebesfilme:

  • Vom Winde verweht (1939)
  • Casablanca (1941)
  • Das Appartement (1960)
  • Frühstück bei Tiffany (1961)
  • Dirty Dancing (1987)
  • Pretty Woman (1990)
  • Bodyguard (1992)
  • Romeo & Juliet (1996)
  • Titanic (1997)
  • Notting Hill (1999)
  • Die fabelhafte Welt der Amélie (2001)
  • Tatsächlich… Liebe (2003)
  • Vergiss Mein Nicht (2004)
  • Wie ein einziger Tag (2004)
  • P.S. Ich liebe dich. (2007)
  • 500 Days of Summer (2009)
  • Midnight in Paris (2011)
  • La La Land (2016)
  • Dem Horizont so nah (2019)

Erzählmuster und Spielarten des Liebesfilms

Die meisten Liebesfilme folgen einem bewährten Gerüst: Zwei Menschen begegnen sich, etwas zieht sie zueinander, ein Hindernis trennt sie, am Ende entscheidet sich, ob sie zusammenfinden. Dieses Muster ist so verbreitet, dass Abweichungen schnell auffallen und als Überraschung wirken.

Typische Bausteine

  • Die erste Begegnung: Häufig zufällig, ungewöhnlich oder von Reibung geprägt („Meet Cute“).
  • Das Hindernis: Es kann äußerlich sein, etwa Standesunterschied, Krieg oder Entfernung, oder innerlich, etwa Angst, Stolz oder Missverständnis.
  • Der Wendepunkt: Eine Entscheidung oder ein Geständnis bringt die Beziehung in Bewegung.
  • Der Schluss: Happy End, bittersüßer Abschied oder Tragödie.

Spielarten

  • Romantische Komödie: Humor und Missverständnisse stehen im Vordergrund, zum Beispiel „Harry und Sally“ von Rob Reiner (1989).
  • Melodram: Starke Gefühle, Opfer und Schicksal prägen den Ton, wie in „Vom Winde verweht“ von Victor Fleming (1939).
  • Liebesdrama vor historischem Hintergrund: „Casablanca“ von Michael Curtiz (1942) stellt die Liebe in den Konflikt mit größeren Pflichten.

Häufige Verwechslungen

  • Liebesfilm und Romanze: In der Praxis meist gleichbedeutend, „Romanze“ klingt etwas klassischer.
  • Liebesfilm und Film mit Liebesgeschichte: Wenn die Liebe nur Nebenhandlung ist, bleibt der Film in einem anderen Genre.
  • Liebesfilm und Drama: Nicht jedes Beziehungsdrama ist ein Liebesfilm, etwa wenn es um Familie oder Freundschaft geht.

Praxis-Hinweis

Wer eine Liebesgeschichte erzählt, braucht zwei Figuren mit eigenen Zielen und nachvollziehbaren Gründen, sich nicht sofort zu finden. Chemie zwischen den Darstellern lässt sich nicht erzwingen, aber durch Proben und Besetzungsproben stützen.

Merkpunkt

Beim Vergleich mehrerer Liebesfilme lohnt der Blick darauf, welches Hindernis erzählt wird. Es verrät meist am deutlichsten, welche Zeit, Kultur und Haltung hinter dem Film steht.

 

« zurück zum Filmlexikon

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"