Filmbegriffe

Kulisse

Was ist eine Kulisse?

Kulisse Definition

Bei einer Kulisse handelt es sich um eine bemalte Schiebewand, die im Theater oder bei Filmaufnahmen als Hintergrund verwendet wird. Sie kann etwa das Innere eines Gebäudes, eine Landschaft oder ein Stadtbild darstellen und ermöglicht es so, den Original-Raum der Handlung für den Zuschauer nachzubilden, ohne dabei wirklich vor Ort zu sein.

Umgangssprachlich wird der Begriff „Kulisse“ aber auch zur Bezeichnung des gesamten Bühnenbildes eines Theaters verwendet. Auch der Begriff der „Filmkulisse“ wird nicht ausschließlich zur Benennung einer verschiebbare Hintergrundwand verwendet, sondern ebenso, um das allgemeine Hintergrundbild einer Filmszene zu beschreiben.

Der Begriff leitet sich von dem französischen Begriff „coulisse“ („Rinne“) ab und bezieht sich ursprünglich auf die Schienen oder Gleitbahnen, in denen die Seitenwände im Theater bewegt wurden.

Kulissen und ihr Platz im Film

Im Film ist die Kulisse Teil der Gestaltung des Raums, in dem die Handlung spielt. Heute nutzt man den Begriff oft allgemein für alles, was im Studio gebaut oder aufgestellt wird, damit ein Ort glaubhaft erscheint. Fachsprachlich spricht man eher von Bauten, Dekoration oder Szenenbild.

Formen von Kulissen

  • Gebaute Sets: Wände, Räume und Straßen werden im Studio errichtet, oft mit herausnehmbaren Wänden, damit Kamera und Licht Platz haben.
  • Gemalte Hintergründe: Sie ersetzen weit entfernte Landschaften oder Himmel.
  • Digitale Erweiterungen: Nur ein Teil wird gebaut, der Rest entsteht später am Computer.
  • Miniaturen: Verkleinerte Modelle ersetzen große Gebäude oder Landschaften.

Vorteile gegenüber echten Drehorten

  • Kontrolle über Licht, Ton und Wetter.
  • Wiederholbarkeit der Aufnahmen zu jeder Zeit.
  • Sicherheit bei Stunts und Spezialeffekten.
  • Gestaltungsfreiheit, wenn es den gewünschten Ort in der Realität nicht gibt.

Beispiele

„Das Cabinet des Dr. Caligari“ (1920, Regie: Robert Wiene) ist für seine bewusst verzerrten, gemalten Kulissen bekannt, die den Seelenzustand der Figuren spiegeln. „Dogville“ (2003, Regie: Lars von Trier) geht den entgegengesetzten Weg: Die Häuser sind nur als Markierungen auf dem Boden einer Studiobühne angedeutet, und die Kulisse wird so selbst zum Stilmittel.

Häufige Verwechslungen

  • Kulisse und Requisit: Kulissen sind Teil des Raums, Requisiten sind Gegenstände, die von Figuren benutzt werden.
  • Kulisse und Drehort: Ein Drehort ist ein echter Ort, die Kulisse ein gebauter Ersatz.
  • Kulisse und Szenenbild: Das Szenenbild ist der gestalterische Gesamtentwurf, an dem Kulissen nur einen Teil haben.

Praxis-Hinweis

Wer eine Kulisse plant, sollte sie von der Kameraposition aus denken: Es muss nur gebaut werden, was im Bild zu sehen ist. Das spart Aufwand und Kosten.

 

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