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Slow Motion

Filmlexikon | Slow Motion Film: Was ist Slow Motion?

Slow Motion Effekt Definition

Unter Slow Motion versteht man die Wiedergabe einer Video- oder Filmszene in Zeitlupe, bei der eine Szene mit erhöhter Framerate aufgenommen und anschließend langsamer abgespielt wird. Um diese verlangsamte Wiedergabe zu erreichen, muss die Szene zunächst einmal mit einer höheren Bildfrequenz und einer größeren Anzahl einzelner Bilder aufgenommen werden. Statt der für eine reguläre Aufnahme üblichen 24, 25 oder 30 Bilder pro Sekunde nimmt die Kamera dann z. B. mit 120 Bildern pro Sekunde („frames per second“ oder „fps“) auf, sodass pro Sekunde mehr als ein einzelner frame erfasst wird. Für überzeugende Slow Motion sind meist 50 oder 60 fps ideal, und viele Slow-Motion-Videos werden genau mit 50–60 fps aufgenommen. Diese Aufnahme wird dann schließlich wieder mit 24 fps abgespielt, wodurch sich die Abspielgeschwindigkeit verringert und der dargestellte Ablauf deutlich verlangsamt wird (in diesem Fall mit einem Fünftel der realen Geschwindigkeit). Als grobe Orientierung gilt: 60 fps erlauben bei Wiedergabe mit 24 fps eine Verlangsamung um rund 40 %, 100 fps etwa auf das Vierfache. Bei der Aufnahme mit erhöhter Framerate sollte die Belichtungszeit ungefähr doppelt so hoch wie die Bildrate gewählt werden; wegen der kürzeren Belichtungszeiten ist dafür meist deutlich mehr Licht nötig. Höhere fps beanspruchen außerdem mehr Speicherplatz.

Häufig genutzte Abkürzungen für den Zeitlupen- oder Slow-Motion-Effekt lauten „Slow-Mo“ oder „Slo-Mo“. Zeitlupe verändert im Film die Wahrnehmung von Zeit und Raum und kann auch subjektives Zeitempfinden in Extremsituationen wiedergeben. Das Gegenteil von Slow Motion ist der Zeitraffer, welcher einen Vorgang schneller darstellt als er in der Realität stattfand und ebenso zur Gestaltung von Bewegung oder zur Verdichtung von Szenen eingesetzt wird. Der Beitrag richtet sich an Filmbegeisterte, Studierende der Filmwissenschaft, Filmschaffende sowie Lehrer und Schüler und erklärt neben der Definition auch technische Grundlagen wie Frameraten, typische Einsatzfelder in Film, Werbung, Fernsehen und Wissenschaft sowie Beispiele aus Alltag und Natur. Gerade weil Slow Motion schnelle Bewegungen, Reaktionen und Details sichtbar macht und die Dramatik einer Szene steigern kann, ist der Effekt für Analyse, Gestaltung und Verständnis filmischer Abläufe besonders relevant.

Slow Motion Aufnahmen Beispielrechnung

Ein Beispiel für den Einsatz einer Slow Motion wäre die Aufnahme eines 100m-Sprints. Der Sportler benötigt 10 Sekunden bis zur Erreichung der Ziellinie und die Aufnahme soll später mit 24 fps in der halben Geschwindigkeit wiedergegeben werden.

Die Aufnahme erfolgt nun mit 48 fps. Es werden innerhalb der 10 Sekunden Realzeit also insgesamt 480 Bilder als einzelne Stück aufgenommen, deren Folge die Bewegung lückenlos erfasst. Werden diese im Anschluss mit den üblichen 24 Bildern pro Sekunde abgespielt, dauert die Wiedergabe der Aufnahme 20 Sekunden an und zeigt die Bewegungen des Sprinters in halbierter Geschwindigkeit; die Ergebnisse entsprechen dabei einem Verlangsamungsfaktor mit dem Wert 0,5.

Slow Motion Videos Einsatzgebiete

Slow-Motion-Effekte werden sowohl in Filmen, in Videos, in Slow Motion Videos, in der Werbung als auch in verschiedenen Fernsehformaten eingesetzt, um bestimmte Abläufe (etwa Bewegungsabläufe im Sport) oder Reaktionen (etwa Veränderungen der Mimik) besonders hervorzuheben und zu betonen; in der Werbung kann das etwa in einem Produktvideo gezielt eingesetzt werden. So wird Slow Motion etwa oft bei Fußballübertragungen genutzt, um schnelle und wichtige Spielsituationen noch einmal zu wiederholen. Gerade Action lässt sich dadurch klarer erfassen. Einzelne Momente wirken dadurch intensiver und feine Details werden besser sichtbar. Das erhöht die Dramatik einer Szene und kann zusätzlich Spannung erzeugen, sodass das Publikum das Geschehen besser nachvollziehen kann.

So lässt sich eine Geschichte auf besondere Weise verdichten, wodurch etwas sonst Flüchtiges stärker hervortritt.

Slow Motion wird aber auch in der Wissenschaft eingesetzt, um extrem schnell ablaufende Prozesse sichtbar zu machen. Für Zeitlupenaufnahmen und Slow Motion-Aufnahmen spielen dabei je nach Motiv nicht nur hohe Frameraten, sondern auch geeignete Kameras und der richtige Modus eine wichtige Rolle. Dabei wird in der Aufnahme oftmals mit noch deutlich höheren Frameraten von 10.000 und noch mehr Bildern pro Sekunde gearbeitet. Um dies zu bewerkstelligen, sind jedoch spezielle Hochgeschwindigkeitskameras notwendig, deren Möglichkeiten etwa bei Aufnahmen in der Natur oder für schnell bewegte Objekte besonders deutlich werden.

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