Timecode
Filmlexikon | Was ist ein Timecode?
Timecode Definition
Ein Timecode ist eine fortlaufende numerische Bezeichnung, die die zeitliche Position eines bestimmten Punktes innerhalb einer Audio- oder Videodatei angibt. Er wird verwendet, um Szenen, Frames oder einzelne Bild- und Tonsequenzen präzise zu identifizieren und zu synchronisieren. Er ist besonders wichtig in der Postproduktion von Filmen, Fernsehsendungen, Musikvideos und anderen audiovisuellen Projekten.
Ein typischer Timecode ist in Stunden, Minuten, Sekunden und Frames unterteilt und kann beispielsweise so aussehen: HH:MM:SS:FF. Hier bedeuten HH für Stunden, MM für Minuten, SS für Sekunden und FF für Frames. Ein Frame entspricht einem einzelnen Bild oder einer einzelnen Tonsequenz.
Der Code ermöglicht es, verschiedene Elemente, wie zum Beispiel Video- und Audiospuren, exakt aufeinander abzustimmen und sicherzustellen, dass sie in der richtigen Reihenfolge und zur richtigen Zeit abgespielt werden. Das ist besonders wichtig, wenn verschiedene Aufnahmen oder Tonspuren während der Postproduktion zusammengefügt werden, um den finalen Film oder die endgültige Sendung zu erstellen. Der Timecode ist auch in Live-Produktionen relevant, um verschiedene Elemente in Echtzeit zu synchronisieren.

Timcodes vereinfachen vor allem die Postproduktion.
Timecode in der Praxis
Ein Timecode gibt jedem Bild eine eindeutige Adresse. Dadurch lassen sich Bild und Ton, die auf getrennten Geräten aufgenommen wurden, im Schnitt wieder passend zusammenführen, und Änderungen sind eindeutig nachvollziehbar.
Wichtige Varianten
- Non-Drop-Frame: zählt Frames gleichmäßig durch. Üblich bei 24 und 25 Bildern pro Sekunde.
- Drop-Frame: Bei der NTSC-Rate von etwa 29,97 Bildern pro Sekunde werden in bestimmten Minuten Zählnummern übersprungen (keine Bilder), damit der Timecode zur tatsächlichen Uhrzeit passt. Drop-Frame wird häufig mit Strichpunkt statt Doppelpunkt dargestellt.
- Free Run und Record Run: Beim Free Run läuft der Code durchgehend, beim Record Run nur während der Aufnahme.
- Burn-in: Der Timecode wird sichtbar ins Bild eingeblendet, etwa für Arbeitskopien.
Einsatz am Set und im Schnitt
Am Set synchronisiert man Kameras und Tongeräte, indem alle den gleichen Timecode erhalten. Mehrkamera-Aufnahmen lassen sich so im Schnitt automatisch ausrichten. In der Postproduktion bildet der Timecode die Grundlage für Schnittlisten (EDL), Untertitel, Musikeinsätze und Freigabenotizen wie „bei 01:12:30:05 den Schnitt kürzen“.
Häufige Verwechslungen
- Timecode und Uhrzeit: Er kann mit der Tageszeit übereinstimmen, muss es aber nicht.
- Timecode und Zeitleiste im Programm: Die Zeitleiste zeigt die Position im Schnitt, der Timecode eines Clips die Position im Originalmaterial.
- Timecode und Dateiname: Der Name bezeichnet die Datei, nicht ein Bild darin.
Praxis-Hinweise
- Alle Geräte am Set sollten dieselbe Bildrate haben, sonst driftet die Synchronisation.
- Bei Unsicherheit hilft die Klappe als Reserve, denn das Klatschgeräusch bietet einen eindeutigen Sync-Punkt.
- Notizen zu Aufnahmen mit Timecode machen die Sichtung später deutlich schneller.
- Beim Austausch von Projekten die Bildrate und Zählweise ausdrücklich mitteilen.
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