Filmbegriffe

Voice Over

Was ist ein Voice Over?

Was heißt Voice Over? Was bedeutet Voice Over?

Voice Over wird oft bei Dokumentationen verwendet und beschreibt eine Stimme, die über die Videospur gelegt wurde. Inhaltlich steht das Gesprochene meistens in einem Sinnzusammenhang mit dem Gezeigten. Zu beachten ist, dass man den Redner während des Voice Overs nicht sehen kann.

Voice-over: Einsatz und Beispiele

Das Voice-over ist ein starkes erzählerisches Werkzeug, weil es eine zweite Ebene eröffnet: Neben dem, was wir sehen, hören wir einen Kommentar, eine Erinnerung oder einen Gedanken. Das Bild kann dazu im Widerspruch stehen und so Ironie oder Spannung erzeugen.

Wofür Filme es nutzen

  • Erzählen aus der Erinnerung: Eine Figur blickt zurück und ordnet Ereignisse ein.
  • Innere Gedanken: Das Publikum erfährt, was eine Figur nicht ausspricht.
  • Information: In Dokumentationen erklärt eine Stimme Hintergründe, die Bilder allein nicht liefern.
  • Übersetzung: Bei fremdsprachigen Interviews läuft die Originalstimme leise weiter, und darüber liegt die gesprochene Übersetzung.

Filmbeispiele

  • „Boulevard der Dämmerung“ (Originaltitel „Sunset Boulevard“, 1950, Regie Billy Wilder): Der Erzähler berichtet aus einer ungewöhnlichen Position.
  • „Die Verurteilten“ (1994, Regie Frank Darabont): Die ruhige Erzählstimme von Morgan Freeman trägt den Film durch Jahrzehnte der Handlung.

Häufige Verwechslungen

  • Voice-over und Off-Ton (O.S.) sind verschieden: Beim Off-Ton befindet sich die sprechende Person am Ort der Szene, nur außerhalb des Bildes. Beim Voice-over ist die Stimme meist gar nicht Teil der Szene.
  • Voice-over und Synchronisation: Synchron ersetzt die Stimmen im Bild, beim Voice-over liegt eine zusätzliche Stimme über dem Bild.
  • Ein Erzähler aus dem Off muss nicht eine Figur der Handlung sein. Es kann auch eine neutrale Instanz sprechen.

Praxis-Hinweise

  • Der Text sollte ergänzen, nicht doppeln, was das Bild zeigt. Wer das Gezeigte nur beschreibt, verschenkt Wirkung.
  • Kurze Sätze und gesprochene Sprache funktionieren besser als Schriftdeutsch. Laut vorlesen, bevor man aufnimmt.
  • Aufnahme in ruhigem, trockenem Raum mit konstantem Mikrofonabstand; zum Schluss Probeabhörung mit Musik und Atmosphäre.
  • Pausen einplanen: Das Bild braucht Momente, in denen die Stimme schweigt.

 

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