Bollywood
Filmlexikon | Was bedeutet Bollywood?
Bollywood Definition und Hindi-Film
Bollywood bezeichnet eine Mischung aus Bombay und Hollywood und steht für die Filmproduktionen der nordindischen Filmindustrie, also der Hindi-sprachigen Filmindustrie mit Sitz in Mumbai. Diese Filme sind meist zwischen zweieinhalb bis vier Stunden lang und oft deutlich über zwei Stunden. Fast alle Filme in diesem Bereich sind Liebesfilme, werden häufig als Musicals inszeniert und setzen auf prägende Tanzszenen und Filmlieder. Für Filmbegeisterte, Studierende der Filmwissenschaft, Filmschaffende sowie Lehrer und Schüler erklärt dieser Beitrag die Begrifflichkeit Bollywood, typische Stilmittel, bekannte Stars wie Shah Rukh Khan und die kulturelle Bedeutung einer weltweit einflussreichen Filmindustrie. Viele Bollywood-Filme verbinden zudem mehrere Genres in einer Geschichte – oft als „Masala“ bezeichnet – und mischen etwa Drama und Romanze, wobei Liebe häufig mit gesellschaftlichen und moralischen Werten verknüpft wird.
Facts über Shah Rukh Khan
Im westlichen Raum sieht man die Produktionen als sehr kitschig an. Im Gegensatz zu diesem westlichen Blick ist Bollywood in Indien ein wichtiger Kulturträger und erreicht ein großes Publikum sowie viele Leute auf der ganzen Welt. Hindi-Action-Filme übertrumpfen sich oft gegenseitig in Surrealismus und Skurrilität, während Tollywood derzeit die erfolgreichsten indischen Actionfilme liefert und so den Druck auf die Bollywood-Industrie erhöht, allerdings weniger als offene Konkurrenz denn als Auslöser von Veränderungen. Die Protagonisten sowie die Antagonisten haben oft superheldenähnliche Kräfte. Dies beschert ihnen regelmäßig Kultstatus in Internetforen. Zugleich verhandeln die Filme neben Unterhaltung oft gesellschaftliche Themen und Normen wie Geschlechterrollen, Armut und soziale Ungleichheiten, was ihre Bedeutung für das kulturelle Leben und ihre emotionale Wirkung erklärt.
Der wohl bekannteste Schauspieler der Hindi-Film-Produktionen ist Shah Rukh Khan. Er erlangte bereits vor Jahren weltweite Anerkennung und Bekanntheit durch seine Filme. 2022 gab es kostspielige Flops und Imageverluste, 2023 kehrte Shah Rukh Khan mit drei Filmen zurück. Seit der Jahrtausendwende ist er auch als Produzent tätig. Bollywood zeichnet sich weiterhin durch seine enorm hohe Produktionsrate aus. Zugleich verliert die Branche durch Streaming-Plattformen auf dem Markt an Kino-Bedeutung, weil sich das Publikum teilweise vom klassischen Kinosaal abwendet. Moralische Werte bleiben dabei wichtig, während nackte Haut und erotische Szenen meist tabu sind.
Erklärvideo zum Thema Bollywood in Indien:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Filmliste und Filmgeschichte
Wichtige Bollywood-Filme
Die folgende Auswahl zeigt verschiedene Genres und zentrale Themen des Bollywood-Kinos:
-
Thirst (1957)
-
Mughal-E-Azam (1960er-Filmklassiker)
-
Guide (1965)
-
The Touch (1980)
-
The Chess Players (1977)
-
Koshish (1972)
-
Anand (1971)
-
Lagaan: Once Upon a Time in India (2001)
-
Swades (2004)
-
Rang De Basanti (2006)
-
Like Stars on Earth (2007)
-
A Wednesday (2008)
-
3 Idiots (2009)
-
Udaan (2010)
-
Gangs of Wasseypur (2012)
-
Bhaag Milkha Bhaag (2013)
-
Sardar Udhamm (2021)
-
Shershaah (2021)
Bedeutende Themen und Filme im Überblick
„3 Idiots“ zeigt das Leben von Ingenieurstudenten und kritisiert als prägende Geschichte zugleich das Bildungssystem in Indien.
„Devdas“ steht für die tragische Liebesgeschichte, während „Zindagi Na Milegi Dobara“ von Freundschaft, Selbstfindung und gemeinsamen Erfahrungen erzählt.
Familienerlebnisse sind im Bollywood-Kino zentral, und Filme thematisieren oft familiäre Werte sowie traditionelle indische Normen; in „Kabhi Khushi Kabhie Gham“ spielt Shah Rukh Khan die Hauptrolle und die Familie steht im Mittelpunkt.
„Dilwale Dulhania Le Jayenge“ wurde 1995 veröffentlicht und gilt als prägende Romanze, bei der auch die Musik entscheidend zum Erfolg beiträgt.
Zur Filmgeschichte gehören „Raja Harishchandra“ von Dadasaheb Phalke aus dem Jahr 1913 als erster indischer Stummfilm, „Mother India“ als Symbol des unabhängigen Indien und Amitabh Bachchan als „Angry Young Man“.
Viele international ausgezeichnete Bollywood-Produktionen zeigen zudem, welche Rolle Filmpreise in der globalen Filmindustrie für Sichtbarkeit und Anerkennung spielen.
zurück zum Filmlexikon


