Vorspann
Vorspann
Was ist ein Filmvorspann?
Ein Vorspann, auch Filmvorspann oder Titelsequenz genannt, ist die kurze Sequenz, die Namen der Mitwirkenden und Filmtitel zu Beginn eines Filmes oder einer Serie einblendet. Der Vorspann dient außerdem als Einführung in die Handlung.
In Fernsehserien ist der Vorspann häufig mit dem Intro gleichzusetzen. Das Intro besteht dabei aus einer wiederkehrenden Melodie, zu der eine Sequenz oder eine Compilation aus vergangenen Folgen gezeigt wird. Währenddessen werden die Namen der Beteiligten der Fernsehserie eingeblendet. Das sind vor allem Schauspieler, Regisseure und Produzenten.
Auch in Filmreihen wie James Bond konnte sich bereits ein Wiedererkennungswert des Vorspanns etablieren. Das gelingt hier z. B. durch die gleiche Typographie, den Einsatz von Animation und den ikonischen Wow-Shot am Ende des Vorspanns.
Die Namen können in beliebiger Reihenfolge eingeblendet werden, jedoch werden häufig als erstes die Hauptrollen, dann die Nebenrollen, die Autoren, die Producer, die Executive Producer, Kamera und Schnitt gezeigt. Die einzelnen Departments werden aufgrund der Kürze des Vorspanns erst im Abspann erwähnt.
In manchen Filmen und Serien gibt es vor dem Vorspann ein sogenanntes „Cold Open“. Dieses besteht aus einer Szene, welche die Handlung, den Stil und den Tonus setzt. In Sitcoms sind das oftmals kurze 1-2-minütige Sketches, die mit einer Punchline enden. In Dramen kann ein Cold Open auch mit einem Cliffhanger enden, um die Spannung zu erhöhen.
Geschichte des Filmvorspanns
Bestand zu Beginn der Filmgeschichte der Vorspann nur aus einzelnen Texttafeln, die an die Urheberrechtshinweise gekoppelt waren, kam in den 1960er Jahren eine weitaus kreativere Gestaltung des Vorspanns auf. Diese wurde von Regisseuren wie Alfred Hitchcock oder John Frankenheimer geprägt. Der Vorspann bekam somit immer mehr Gestaltungsfreiheiten. Gleichzeitig kann der Vorspann ein Forshadowing geben, also wichtige Anspielungen auf die kommende Handlung liefern, wie man am Beispiel von David Finchers „Sieben“ (1995) sehen kann.
Hier ist eine Liste von Filmen mit nennenswertem Filmvorspann:
- Psycho (1960)
- Die Verachtung (1963)
- Chinatown (1974)
- Taxi Driver (1976)
- Der Kontrakt des Zeichners (1982)
- Sieben (1995)
- Casino (1995)
- Catch Me If You Can (2002)
- Napoleon Dynamite (2004)
- Watchmen (2009)
- Spectre (2015)
- Deadpool (2016)
Vorspann: Gestaltung und Praxis
Der Vorspann ist mehr als eine Namensliste: Er stimmt das Publikum auf Tonfall, Genre und Welt des Films ein. Ob ruhiger Texteinblender vor schwarzem Hintergrund oder aufwendig gestaltete Titelsequenz, jede Form setzt eine Erwartung.
Funktionen
- Information: Titel und beteiligte Personen werden genannt.
- Einstimmung: Musik, Typografie und Bildwelt zeigen, ob ein Film spannend, komisch oder düster wird.
- Übergang: Der Vorspann gibt dem Publikum Zeit, im Kinosaal oder auf dem Sofa anzukommen.
- Markenbildung, vor allem bei Serien und Reihen, deren Intro wiedererkannt wird.
Formen
Manche Filme steigen direkt in eine Szene ein und zeigen den Titel erst nach einigen Minuten. Man spricht von einem Cold Open. Andere erzählen schon im Vorspann etwas, etwa durch Montagen, Zeichnungen oder Aufnahmen, die der Handlung vorausgreifen. Bei Serien folgt der Vorspann meist auf einen kurzen Einstieg und ist in jeder Folge gleich, bei manchen Streamingdiensten lässt er sich überspringen.
Filmbeispiele
- Saul Bass prägte die moderne Titelsequenz, zum Beispiel für „Der Mann mit dem goldenen Arm“ (1955, Regie Otto Preminger) und „Vertigo“ (1958, Regie Alfred Hitchcock).
- „Sieben“ (Originaltitel „Se7en“, 1995, Regie David Fincher) nutzt eine unruhige Titelsequenz mit handschriftlicher Anmutung, die die Stimmung vorwegnimmt.
Häufige Verwechslungen
- Der Abspann steht am Ende und nennt vollständig alle Mitwirkenden, der Vorspann nur eine Auswahl.
- Titelsequenz meint die gestaltete Variante des Vorspanns, nicht jeder Vorspann ist eine Sequenz im engeren Sinn.
- Ein Teaser ist ein kurzer Szenenausschnitt vor dem Vorspann, nicht der Vorspann selbst.
Praxis-Hinweise
- Namen und Funktionen müssen exakt stimmen. Falsche Schreibweisen fallen auf und sind für Betroffene ärgerlich.
- Für Schrift auf bewegtem Hintergrund auf Lesbarkeit, Kontrast und Verweildauer achten.
- Vertragliche Namensnennungen sollten vor der Fertigstellung mit der Produktion abgeglichen werden.
- Länge dem Film anpassen: Ein kurzer Spot oder Imagefilm kommt oft mit einer Einblendung aus.
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