Märchenfilm
Was ist ein Märchenfilm?
Märchenfilm Definition
Bei einem Märchenfilm handelt es sich um einen Film, dessen Handlung oft ein klassisches Märchen (etwa von den Gebrüdern Grimm) zugrunde liegt. Allerdings gibt es auch viele modernere Märchenvorlagen, die verfilmt werden.
Märchenfilme enthalten oft fantastische Elemente. So handeln sie etwa von verzauberten Orten oder Gegenständen (etwa Zaubernüssen, Siebenmeilenstiefeln oder einer Tarnkappe), von Prinzen und Prinzessinnen und auch Fantasiewesen wie Trolle, Feen, Zwerge, Kobolde oder Nixen kommen oft in Märchenfilm vor. Eng verwandt ist der Märchenfilm daher mit dem Fantasyfilm, ist aber oft etwas kindlicher und weniger actionorientiert gestaltet als dieser. Viele Märchenfilme sind daher auch als Kinder- oder Familienfilme geeignet und beliebt.

Märchenfilme spielen oft an verwunschenen Orten.
Märchenfilm Liste
Der Märchenfilm zählt als eines der ältesten Filmgenres überhaupt und einige Filme aus den 30ern und 40ern (etwa „Schneewittchen und die sieben Zwerge“) werden auch heute noch gern gesehen. Ein bis heute immer noch unglaublich beliebter Märchenfilm ist etwa „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, der im deutschen Fernsehen jedes Jahr in der Weihnachtszeit gesehen werden kann. Die folgende Liste enthält einige der beliebtesten und berühmtesten Märchenfilme in chronologischer Sortierung:
- Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937)
- Der Zauberer von Oz (1939)
- Pinocchio (1940)
- Cinderella (1950)
- Alice im Wunderland (1951)
- Die Geschichte vom kleinen Muck (1953)
- Dornröschen (1959)
- Frau Holle – das Märchen von Goldmarie und Pechmarie (1961)
- Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973)
- Das letzte Einhorn (1982)
- Hook (1991)
- Die Schöne und das Biest (1991)
- Aladdin (1992)
- Der Froschkönig (2008)
- Rapunzel – Neu verföhnt (2010)
- Red Riding Hood (2011)
- Snow White and the Huntsman (2012)
- Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013)
- Maleficent – die dunkle Fee (2014)
Wie Märchenfilme erzählen
Märchenfilme übernehmen die Struktur der Vorlage: eine einfache Ausgangslage, eine Prüfung oder Aufgabe, helfende und hindernde Figuren, am Ende meist Gerechtigkeit. Die Welt folgt eigenen Regeln, die nicht erklärt werden müssen. Verzauberung ist selbstverständlich.
Typische Stilmittel
- Schwarz-Weiß-Figuren: Gut und Böse sind klar erkennbar. Dadurch verstehen auch junge Zuschauer die Geschichte.
- Dreierstrukturen: Drei Aufgaben, drei Wünsche oder drei Versuche kehren immer wieder.
- Symbolische Orte: Wald, Schloss, Turm und Hütte stehen für Gefahr, Macht und Geborgenheit.
- Verwandlung: Kostüm, Maske und Tricktechnik machen Zauber sichtbar.
Verschiedene Spielarten
Der klassische Märchenfilm hält sich eng an die Vorlage. Daneben gibt es Neuinterpretationen, die Rollen vertauschen, ironisch brechen oder für ein erwachsenes Publikum gedacht sind. „Die Schöne und das Biest“ (1946, Regie: Jean Cocteau) ist eine frühe, künstlerisch ambitionierte Verfilmung. „Pans Labyrinth“ (2006, Regie: Guillermo del Toro) verbindet ein Märchen mit der Härte des spanischen Bürgerkriegs und richtet sich bewusst nicht an Kinder. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (1973, Regie: Václav Vorlíček) zeigt, wie eine Märchenvorlage mit Witz und starken Figuren zum Dauerbrenner im Fernsehen werden kann.
Häufige Verwechslungen
- Märchen und Sage: Märchen sind erfunden und ortlos, Sagen sind meist an Orte oder Personen gebunden.
- Märchenfilm und Fantasyfilm: Der Märchenfilm erzählt im Ton der Volkserzählung, der Fantasyfilm baut häufig eigene, ausgedehnte Welten auf.
- Märchenfilm und Zeichentrick: Märchen werden realfilmisch oder gezeichnet umgesetzt. Beide Formen gehören zum Genre.
- Märchen und Kunstmärchen: Kunstmärchen haben einen bekannten Autor, etwa Hans Christian Andersen, Volksmärchen werden mündlich überliefert.
Praxis-Hinweis
Bei der Auswahl für Kinder lohnt sich ein Blick auf Altersfreigabe und Tonlage. Manche Verfilmungen sind düsterer, als der Titel vermuten lässt.
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