Filmbegriffe

HDR

Was ist HDR?

HDR Definition

Unter HDR, bzw. High Dynamic Range, versteht man eine Technik, bei der mehrere Bilder mit unterschiedlicher Belichtung aufgenommen und zu einem Gesamtbild verschmolzen werden. Dabei werden mindestens 3 Bilder benötigt: ein normales, ein unterbelichtetes und ein überbelichtetes Bild.

Was bringt mir HDR?

HDR ermöglicht es, einen deutlich größeren Helligkeitsbereich darzustellen als SDR (Standard Dynamic Range). Im Vergleich mit SDR-Bildern entsteht so eine wesentlich gleichmäßigere Helligkeit über das ganze Bild hinweg verbunden mit stärkeren Kontrasten und kräftigeren Farben. Dadurch können auf einem HDR-Bild auch viel mehr Details wahrgenommen werden als auf einem normalen Bild.

Das HDR-Bild zeigt einen Kanal mit Booten in der italienischen Stadt Venedig.
HDR-Bilder beeindrucken mit besonders kräftigen Farben.

Wann wird HDR eingesetzt?

HDR wird insbesondere bei Landschaftsaufnahmen mit dem typischerweise großen Kontrastunterschied zwischen Himmel und Erde verwendet, um ein gleichmäßigeres Bild zu schaffen, bei dem der Himmel nicht mehr überbelichtet oder ausgewaschen wirkt. Auch bei starkem Sonnenschein kommt HDR oft zum Einsatz, um eine gleichmäßigere Ausleuchtung zu erreichen, bei der keine Details verlorengehen.

Weniger für den Einsatz von HDR geeignet sind dagegen Bewegungsaufnahmen. Hier entstehen schnell unscharfe Bilder.

Die HDR-Aufnahme zeigt eine Gebirgslandschaft und den darüber befindlichen Himmel.
HDR (High Dynamic Range) wird besonders oft bei Landschaftsaufnahmen eingesetzt.

HDR im Film und Video: mehr als Fotomontage

Der Begriff HDR wird in zwei Bedeutungen verwendet. In der Fotografie meint er das Verschmelzen mehrerer Belichtungen. Im Video und Film bezeichnet er dagegen einen erweiterten Helligkeits- und Farbumfang, der sich vom herkömmlichen SDR-Standard abhebt und auf passenden Geräten wiedergegeben wird.

HDR bei Video und Film

Ein HDR-Bild kann hellere Lichter und tiefere Schatten gleichzeitig zeigen, ohne dass Details verschwinden. Es wirkt dadurch plastischer: Sonnenlicht, Lampen oder Spiegelungen leuchten, während dunkle Bereiche Zeichnung behalten. Voraussetzung ist die gesamte Kette: Die Kamera muss einen großen Dynamikumfang aufnehmen, die Nachbearbeitung HDR unterstützen und der Bildschirm die Signale darstellen können.

Verbreitete Standards

  • HDR10: Weit verbreiteter, offener Standard mit festen Metadaten für den ganzen Film.
  • Dolby Vision: Lizenziertes Format, das Szene für Szene Metadaten mitliefert.
  • HLG (Hybrid Log-Gamma): Für Fernsehen und Live-Übertragung entwickelt und auch auf Geräten ohne HDR darstellbar.

Häufige Verwechslungen

  • HDR-Foto und HDR-Video: Ein HDR-Foto wird aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt und kann am Ende sogar auf einem normalen Bildschirm laufen. HDR-Video braucht ein HDR-fähiges Display.
  • HDR und Dynamikumfang der Kamera: Der Dynamikumfang beschreibt, was die Kamera aufnehmen kann, HDR meint das Format der Wiedergabe.
  • HDR und Auflösung: HDR verändert Helligkeit und Farbe, nicht die Zahl der Pixel. 4K und HDR sind unabhängig voneinander.
  • HDR und "übertriebener Look": Der überzeichnete Effekt entsteht durch starkes Tone Mapping im Foto, nicht durch HDR-Wiedergabe selbst.

Praxis-Hinweise

  • Wer in HDR ausliefern will, sollte schon beim Dreh darauf achten: Log-Aufnahmen und hohe Bittiefe geben der Nachbearbeitung mehr Spielraum.
  • Das Grading erfolgt auf einem Monitor, der HDR korrekt darstellt, sonst werden Lichter falsch eingeschätzt.
  • Zusätzlich eine SDR-Version erstellen, weil nicht jedes Gerät HDR zeigt.
  • Bei Fotos Stativ verwenden und bewegte Motive meiden, sonst entstehen Doppelbilder.

 

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