Reality Soap
Filmlexikon | Was ist eine Reality Soap?
Reality Soap, Reality TV und Scripted Reality Definition
Reality-Soaps sind ein populäres Genre des Reality-TV und als Form innerhalb von Reality Shows bzw. Reality-TV-Shows einzuordnen; als Fernsehformate begleiten sie das alltägliche Leben dokumentarisch und verbinden Elemente der klassischen Seifenoper mit dokumentarischer Machart. Verwandt sind dabei auch Doku-Soaps und die Doku-Soap, die den Alltag von Menschen inszenieren – seien es Prominente oder „normale“ Personen. Sie zeichnen sich durch ihre Mischung aus Realität und Fiktion aus, indem reale oder als real dargestellte Situationen begleitet werden; genau in dieser Verschmelzung liegt der besondere Reiz des Formats. So bieten sie Einblicke in persönliche Geschichten, Dramen und Freuden der Teilnehmenden, oft mit Laiendarstellern und häufig gescripteten Entwicklungen, wobei Figuren, Rollen und manche Szene als wiederkehrende Bausteine der Darstellung dienen. Die Zuschauer fühlen sich durch die scheinbare Unmittelbarkeit und Authentizität der Darstellung oft direkt in das Geschehen einbezogen, weil Kamera und Bilder den Blick auf das Leben der gezeigten Menschen lenken – mit wackeliger Handkamera, Off-Kommentaren, dokumentarischer Ästhetik und einer Dramaturgie im Schnitt, bei der alles auf Alltagsnähe und Glaubwürdigkeit ausgerichtet ist.
Produziert werden Reality Soaps meist ohne ausformulierte Drehbücher und häufig on Location statt im Studio, wobei das Team bei Auswahl, Begleitung und Inszenierung mit Rücksicht auf Wirkung und Authentizität arbeitet.
Für Filmbegeisterte, Studierende der Filmwissenschaft, Filmschaffende sowie Lehrer und Schüler bietet der Beitrag einen kompakten Überblick über die Definition von Reality-Soaps, typische Merkmale des Genres, bekannte Beispiele, die Interaktion mit dem Publikum und die medienkritische Frage nach Authentizität und Ethik. Ein wesentlicher Reiz dieser Formate liegt in der Möglichkeit für das Publikum, interaktiv am Schicksal der Protagonisten teilzuhaben, etwa durch Abstimmungen oder Feedback über soziale Medien; verstärkt wird diese Bindung auch durch die serielle Erzählweise über mehrere Folgen.
Als verwandte Produktionsform gilt Scripted Reality, meist in einem klar gesetzten Rahmen solcher Sendungen; im Gegenteil zu rein beobachtenden Dokumentationen wird der dokumentarische Anspruch hier deutlich stärker mit inszenierten Zuspitzungen verbunden.
Kritik an Reality-Soaps umfasst Bedenken hinsichtlich der Ethik, insbesondere die Verschwimmung der Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit sowie die Frage der Authentizität der dargestellten Inhalte. Medienkritisch wird zudem auf den Einfluss audiovisueller Medien als Medienangebote und auf Fernsehbilder verwiesen, die neben anderen Sozialisationsagenturen im Jugendalter auch Jungen und Mädchen prägen, weil ihr Vorbildcharakter Vorstellungen über Geschlechter, geschlechterbezogene Rollenbilder und Lebensentwürfe mitformen kann und so den Blick auf die Welt beeinflusst. Trotz dieser Kritikpunkte erfreuen sich Reality-Soaps großer Beliebtheit, da sie Unterhaltung bieten, Fluchtmöglichkeiten aus dem Alltag darstellen und Plattformen für die Teilnehmenden bieten, um bekannt zu werden; zugleich zeigt sich die Art und Form dieser Formate auch im Erfolg auf dem deutschen Markt, teils ebenso im Ausland, wobei die Kernzielgruppe häufig bei Zuschauern zwischen 14 und 29 Jahren liegt. Gerade deshalb lohnt eine weise und kritische Auseinandersetzung mit dem Genre, das Intrigen, Liebe, Eifersucht und Versöhnung in den Mittelpunkt rückt und damit die Komplexität der menschlichen Natur ebenso spiegelt wie einen wichtigen Teil der modernen Unterhaltungslandschaft.

Reality Soaps sind meist eine Mischung aus Realität und Fiktion.
Reality Soap, Doku Soap und Reality TV Shows Liste
Die folgende Liste zeigt eine Auswahl bekannter Reality-Formate als fortlaufende Show mit mehreren Folgen und Staffeln; Reality TV begann dabei in den 1990er Jahren mit „The Real World“. Das Grundkonzept setzt auf fortlaufende Handlungsstränge ohne klares Ende, und zur Entwicklung des Genres gehört auch die Einführung solcher Formate im deutschen Fernsehen. Jede Serie steht dabei nur für einen Teil des Genres. „Abschlussklasse“ (2003) gilt als erste Reality Soap in Deutschland.
Einige dieser Formate sind als Dating-Shows angelegt und stellen Dating und Liebe ins Zentrum. Andere arbeiten mit Kandidaten, wobei sich klassische Formate von Shows mit prominenten Stars und stärker dokumentarisch geprägten Dokus unterscheiden; bei manchen wird zudem ein Preis ausgelobt.
-
„The Real World“
-
„Big Brother“
-
„Survivor“
-
„The Osbournes“
-
„Keeping Up with the Kardashians“
-
„Jersey Shore“
-
„Germany Shore“
-
„The Only Way Is Essex“
-
„Geordie Shore“
-
„Love Island“
-
„Temptation Island“
-
„Are You The One?“



