Bühnenbildner
Was macht ein Bühnenbildner?
Bühnenbildner Beruf & Aufgaben
Ein Bühnenbildner (auch „Bühnenmeister“ oder „Szenenbildner“) entwirft und gestaltet das Bühnenbild für jede einzelne Szene eines Films oder Theaterstücks. Dazu analysiert er zunächst den Text und macht sich erste Gedanken, wie dieser in ein harmonisches Bühnenbild überführt werden kann. Im Anschluss erstellt er einige grobe Zeichnungen und Skizzen und später oft auch noch 3D-Modelle am Computer.
Wurde das Bühnenbild in Absprache mit dem Regisseur genehmigt, dann arbeitet der Bühnenbildner mit den Werkstätten zusammen und leitet diese bei der Umsetzung des Bühnenbildes an, wobei er oft auch selbst mit anpackt.
Bühnenbildner arbeiten für Theater, für Film- und Fernsehproduktionen, an Opernhäusern oder gestalten das Bühnenbild für Musicals. Dabei arbeiten sie oft eng mit Kostümbildnern und Maskenbildnern zusammen.

Ohne den Bühnenbildner sähe manche Theaterbühne recht leer aus.
Bühnenbildner Ausbildung & Voraussetzungen
Für den Beruf des Bühnenbildners gibt es keinen fest vorgezeichneten Weg. Oft wird zunächst eine Ausbildung zum Bühnenmaler oder Bühnenplastiker absolviert, doch auch ein Studium in Bereich „Bühnen- und Kostümbild“ stellt eine Möglichkeit dar. Andere Bühnenbildner kommen als Quereinsteiger in den Beruf. In diesen Fällen geht dem aber oft ein Volontariat an einem Theater voraus.
Wer als Bühnenbildner erfolgreich sein will, der muss vor allem Organisationsgeschick und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten mitbringen. Eine große Portion Kreativität, grundlegendes Wissen in den Bereichen Kunstgeschichte, Kulturgeschichte, Architektur, Stil-, Kostüm- und Materialkunde sowie ein Auge für das Detail gehören ebenfalls dazu. Um Skizzen anzufertigen, sollte der Bühnenbildner eine gewisse zeichnerische Begabung mitbringen und auch handwerkliches Geschick spielt eine Rolle, denn nicht selten ist der Bühnenbildner auch in den praktischen Aufbau des Bühnenbildes involviert.
Bühnenbildner Gehalt
Das Gehalt als Bühnenbildner kann sich je nachdem, ob der Bühnenbildner fest angestellt oder freiberuflich arbeitet (was bei den meisten der Fall ist) erheblich variieren. Als angestellter Bühnenbildner kann man mit einem Gehalt von bis zu 3.500 Euro brutto im Monat rechnen, wobei Berufseinsteiger oft mit einem Gehalt zwischen 1.600 und 2.000 Euro einsteigen.
Bühnenbild und Szenenbild im Film
Im Film heißt die Position meist Szenenbildner, international Production Designer. Er legt fest, wie die Welt eines Films aussieht: Räume, Architektur, Möbel, Farben und Materialien. Im Theater spricht man dagegen vom Bühnenbildner, der einen Raum für Live-Aufführungen entwirft, der vom Publikum aus einem festen Blickwinkel gesehen wird.
Unterschied zwischen Bühne und Film
- Auf der Bühne muss ein Bild aus allen Reihen funktionieren, im Film nur aus dem Blickwinkel der Kamera.
- Ein Filmset kann einseitig gebaut sein oder nur einen Teil eines Raumes zeigen, während die Bühne mit Andeutungen und Symbolen arbeitet.
- Film erlaubt Nahaufnahmen. Details wie Wandstruktur, Gebrauchsspuren oder Gegenstände werden dadurch sichtbar und müssen überzeugen.
Wirkung und Arbeitsweise
Ein Szenenbild erzählt mit, noch bevor jemand spricht: Es zeigt Zeit, sozialen Hintergrund und Stimmung einer Figur. Dazu arbeitet es eng mit Kamera, Licht und Kostüm zusammen, damit Farben und Formen zusammenpassen. Neben gebauten Kulissen gibt es Drehorte, die umgestaltet werden, sowie digitale Erweiterungen.
Beispiele
- „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (1920, Regie Robert Wiene) ist bekannt für seine bemalten, verzerrten Kulissen, die die Seelenlage der Figuren spiegeln.
- „Metropolis“ (1927, Regie Fritz Lang) zeigt ein stark gebautes, architektonisches Stadtbild, das bis heute als Vorbild für Science-Fiction-Filme gilt.
Häufige Verwechslungen
- Szenenbildner, Ausstatter und Requisiteur sind unterschiedliche Aufgaben. Der Szenenbildner entwirft, die Ausstattung bestückt, die Requisite besorgt und betreut die Gegenstände.
- Der Begriff „Bühnenmeister“ steht im Theater üblicherweise für einen technischen Leiter, nicht für den Entwurf des Bühnenbilds.
Praxis-Hinweise
- Modelle im Kleinformat und Skizzen helfen Regie und Kamera, Räume vor dem Bau zu beurteilen.
- Ein Budget bestimmt, ob gebaut, gemietet oder an realen Orten gedreht wird.
- Ausbildung ist über Architektur, Design oder Bühnen- und Kostümbild-Studiengänge möglich.
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